Wie kaum eine andere Musikrichtung symbolisieren Irish-Folk und Rock und Punk das Streben nach Autonomie und gegen Anpassung. In ihrer eigentlichen Gegensätzlichkeit machen sie gemeinsam das besondere aus. Traditionelle Melodien und Songs treffen auf neue Sounds.
Insbesondere Irish Folk entzückt durch seine exotisch anmutende Instrumentierung und prägte in den letzten Jahrzehnten (Heinrich Böll sei gedankt) in Deutschland ein romantisierendes Bild von Irland und seiner Geschichte.
Ursprünge dieser großenteils auf Irland fixierten keltischen Kultur und Musik finden sich aber auch in anderen Teilen der Welt. Neben Schottland, England, Wales, Frankreich, Deutschland und weiteren europäischen Staaten sind dies aufgrund der großen Auswanderungsbewegung die USA und Kanada.
Die Verbindung des Irish Folk mit Rock und Punk macht die als etwas “angestaubt” geltende Folkszene attraktiv für jüngere Leute. Ein etwas rauherer, aber herzlicher Umgangston, Partys und gute Laune sind Markenzeichen dieser von der Industrie häufig als “nicht formatfähigen Randgruppenmusik” titulierten Genres.
Einige der international bekanntesten Vertreterinnen und Vertreter sind die Dropkick Murphys, Flogging Molly, The Mahones, die Levellers oder auch die Real McKenzies. Bekannte Vertreter der deutschen Szene sind Fiddler’s Green, Mr. Irish Bastard, Across The Border, In Search Of A Rose, The Ceili Family oder Ahead To The Sea stellvertretend für viele weitere.
celtic rock & punk fanzine hat sich dieser besonderen Szene in Deutschland angenommen und ist ein einzigartiges Portal geworden, das all diese Komponenten miteinander in Verbindung setzt. Ziel des offenen, unentgeltlich tätigen Redaktionsteams ist die Darstellung und Förderung der Szene und aktive Gewinnung neuer Freunde unserer Musik.
Neben aktuellen Alben- und Bandpräsentationen, Konzerttipps und -berichten, Interviews, Hintergründen und Wissenswertem zum Umfeld der Musik, Literatur und Reisetipps, runden zahlreiche interaktive Möglichkeiten und Gewinnspiele das Angebot ab.
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Folk-Rock, auch Folk Rock oder Folkrock, ist eine Musikrichtung, die eine Synthese aus Folk und Rockmusik darstellt.
Elektrifizierte Folkmusik in den USA
Der ursprüngliche Folk-Rock entstand in den 1960er Jahren in den Vereinigten Staaten und Kanada. Typisch waren dichte Gesangsharmonien sowie ein relativ effekt- und verzerrungsfreier Klang der elektrischen Instrumente, verkörpert etwa durch den Sound des Byrds-Gitarristen Roger McGuinn. Das Repertoire war teilweise an den eigentlichen Folk, deutlicher jedoch an Liedermacher aus dem Folk-Umfeld wie Bob Dylan angelehnt. Auch akustische Instrumente werden eingesetzt.
Anglo-keltischer Folk-Rock
Diese Variante des Folk-Rock mündete im British Folk Rock (auch Electric Folk) der späten 1960er Jahre. Ausgehend vom nordamerikanischen Folk-Rock war es neben einigen anderen vor allem die stilprägende Band Fairport Convention, die bewusst Elemente des britischen Folk in ihre Musik aufnahm. Kurz darauf begann die ursprünglich eher traditionelle Folkgruppe Steeleye Span verstärkt Elemente der Rockmusik in ihre Stücke einzubauen und erzielte ähnliche Ergebnisse. Nachdem die Mischung aus irischem Folk und Rock durch die englischen Steeleye Span einen gewissen Ruhm erlangt hatte, besannen sich auch Bands aus Irland wie zum Beispiel Horslips auf diese Art von Musik.
Erwähnenswert ist auch die Strömung des Celtic Rock, die stilistische Elemente der Folkmusik Irlands, Schottlands, Cornwalls und der Bretagne adaptierte. Prägend für diese Variante war neben der irischen Band Clannad insbesondere der bretonische Harfenist und Sänger Alan Stivell, der über die Grenzen Frankreichs hinaus die Stilistik populär machte und oft als „Vater des Celtic Rock“ bezeichnet wird. Zumindest in der ersten Hälfte der 1970er Jahre stand der Celtic Rock seinen Wurzeln im Folk sehr nahe, die Stücke bezogen sich deutlich auf die traditionellen keltischen Fiddle- und Harfenmelodien und sogar Gesangsweisen, jedoch verzichteten sie nicht auf Gitarrenverstärker und Schlagzeug. Im Laufe der Jahre wandten sich viele Interpreten, darunter auch Clannad und Stivell, zunehmend esoterischen oder von New Age geprägten Inhalten zu, ohne jedoch ihre folkloristischen Wurzeln ganz hinter sich zu lassen. Diese Entwicklung hin zur Rockmusik inspirierte selbst wiederum einige neue Spielarten, darunter den englischen Folk-Rock.
Im weiteren Sinn umfasst der Begriff Folk-Rock auch weitere vergleichbare Musikrichtungen und Strömungen in der englischsprachigen Welt, ihren keltischen Randgebieten und bis zu einem gewissen Grad auch in anderen europäischen Gebieten. Ähnlich wie das Genre selbst sind seine Grenzen schwer zu definieren. Instrumentierung, Spiel- und Gesangsweise sowie die Auswahl des Materials des Folk-Rocks können wahlweise stärker dem Folk oder der Rockmusik nachempfunden sein. Obwohl als Ursprung des eigentlichen Folk-Rocks vor allem die Musik der weißen englischsprachigen Nordamerikaner angeführt wird, ist nicht eindeutig abgegrenzt, welche anderen Folk-Kulturen ebenfalls als Einfluss in Betracht kommen. Jedoch ist zu beachten, dass die Bezeichnung im Regelfall nicht auf Blues-basierte oder andere Musik afroamerikanischen Ursprungs angewandt wird, ebenso wenig wie auf frankokanadische Musik und insbesondere seit den 1980er Jahren auch nicht auf die Musik anderer außereuropäischer Bevölkerungsgruppen, die seitdem generell eher als Weltmusik eingestuft wird.
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Irish Folk ist eine Bezeichnung für die weltweit populäre irischeFolkmusik. Im englischsprachigen Raum und insbesondere in Irland wird eher von Irish Traditional Music (deutsch: irische traditionelle Musik) gesprochen.
Die irische Folkmusik geht auf rhythmische Gesangsstücke zurück, die a capella begleitet wurden, so genannte Puirt a beul (mouth music oder lilting). In militärischen Zusammenhängen wurden außerdem Dudelsäcke und Trommeln eingesetzt.
Die Musik ist seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar. Sie wird – zusammen mit der Folkmusik aus Schottland und der Bretagne – häufig auch als „keltische Musik“ bezeichnet. Ein tatsächlicher Zusammenhang mit der Kultur der Kelten (etwa 900 bis 50 v. Chr.) ist jedoch nicht nachweisbar.
Erst im 18. Jahrhundert kamen die Instrumente hinzu, die den Klang der irischen Folkmusik heute prägen. Das waren insbesondere die Fiddle (Geige), Tin Whistle (Metallflöte), Uilleann Pipes (ein Dudelsack), Akkordeon (in Irland wird das Knopfakkordeon, box genannt, bevorzugt) und Holzquerflöte irisch: flute, aber auch das Klavier, Concertina, Banjo und die Mandoline bzw. Mandola. Seit den 1960er Jahren fanden auch die Bodhrán (Irische Rahmentrommel), die Gitarre und die irische Bouzouki Einzug in das Instrumentarium, sowie die relativ wenig eingesetzte keltische Harfe. Die Assimilation neuer Instrumente stellt eine Entwicklung dar, die bis in die Gegenwart anhält. So werden im modernen und multikulturellen Irland viele denkbare Klangerzeugungsmöglichkeiten und musikalische Strömungen aufgegriffen. In zahlreichen Pubs, den typischen irischen Kneipen, wird regelmäßig musiziert (oft als offene Session). Beliebte Grundformen der Stücke sind der Reel, der Jig, der Slip Jig, die Hornpipe, die Slow Air, der Slide und die Polka.
Gegenwart
In den letzten Jahren hat Irish Folk in Europa immer mehr Anhänger gefunden. Ein Zentrum dieses „Revivals“ war Doolin im irischen County Clare. Andere waren und sind Dublin, Galway und Dingle. Die Auswanderung zahlreicher Iren im Gefolge der Großen Kartoffelpest führte zur Entstehung bedeutender irischer Gemeinden unter anderem in den USA. International bekannte irische Bands wie die Chieftains oder die Dubliners finden dort ein großes Publikum. Doch auch anglo-irische Bands wie die Pogues haben mit originellen Interpretationen irischer Musik weltweit Erfolge erzielt.
Gerade die Einflüsse aus den USA haben der irischen Folklore den Zugang zur weltweiten Popularität geöffnet. Verwiesen sei hier auf die erfolgreichen, bei Anhängern traditioneller irischer Folklore umstrittenen Irish-Dance-Tanzshows Riverdance und Lord of the Dance.
Im Bereich Pop und Rock haben Anleihen bei der irischen Folkmusik und der Einsatz entsprechender Instrumente wie Uilleann Pipes und Low Whistle bereits Tradition. Zu den Interpreten mit solchen Einflüssen gehören Kate Bush, Enya, The Hooters und Van Morrison.
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