Guten Tag, lieber Freund von Folk und Lied und Weltmusik,
hier schreibt der Verleger des Folker - und zwar ganz eilig!
Vielleicht öffnet Ihr diesen elektronischen Rundbrief in Sachen GEMA wieder so fleißig wie damals. Erinnert Ihr Euch? Der Folker hatte in seiner Ausgabe 6.09 ein mehrseitiges „Spezial“ dazu zusammengetragen.
Viele von Euch hatten die E-Petition damals unterschrieben – das ist lange her.
Und es hat etwas bewirkt - manche von Euch wissen es längst. Du und Sie auch?:
Am 17.5. gibt es seitens des Petitionsausschusses des Bundestages eine offizielle Anhörung. Dazu wurden 3 ähnliche Petitionen zusammengefaßt.
Alles gut?
Warum jetzt diese Brandmail?
Weil noch nichts entschieden ist – und von dieser einen Sitzung aber fast alles Weitere abhängt.
Was könnt ihr tun? Jeder kann was tun! Nur bitte keine neuen Petitionen mehr unterschreiben.
Denn jetzt müssen die Abgeordneten überzeugt werden, dass in Sachen GEMA vieles grottenfalsch gelaufen ist. Deshalb hat unser Musikmagazin in einem neuen 6-seitigen Special in der kommenden Ausgabe 3/2010 (erscheint zum 1.5.2010) unter anderem die Kontaktdaten aller 27 relevanten Abgeordneten veröffentlicht. Tretet an diese heran und bittet sie, sich eingehend mit den in den Petitionen zum Ausdruck gebrachten Kritikpunkten an der GEMA auseinanderzusetzen.
Dabei wichtig zu beachten: Hier sind die Termine der kommenden Sitzungswochen des Deutschen Bundestags in Berlin – außerhalb derer könnten Abgeordnete im Wahlkreis erreichbar sein: 03.05.-07.05.2010 // 17.05.-21.05.2010
In diesem 6-seitigen Special kritisieren wir aber auch die zersplitterte Folkszene:
Hier ein neuer Verein (Interessengemeinschaft), hier eine neue Petition. Da eine neue Website zum Thema GEMA (in Arbeit), dort ein Folker-Magazin, das offenbar zum altewigen Thema GEMA nichts mehr machen wollte … Zu viele Einzelkämpfer, kaum einer spricht mit dem anderen. Rundmails ja, Unterschriften gerne auch, aber kein Gefühl dafür, dass man so politisch noch nie wirklich weiterkam … Sollten wir doch eigentlich alle wissen.
Diesen neuen, 6-seitigen Rundumschlag könnt ihr nachlesen, und zwar hier: www.folk-lied-weltmusik.de/de/index.php
Samt …
- … Adressliste – damit Ihr Euren Bundestagsabgeordneten noch kontaktieren könnt;
- Auszügen aus dem Grundgesetz und dem Gesetzeswerk (ziemlich weitreichende Befugnisse) rund um den Petitionsausschuss;
- unserem Anschreiben an die Abgeordneten des Ausschusses, die von uns rechtzeitig vorher die Ausgaben 6/2009 und 3/2010 des Folker mit beiden Specials erhalten;
- im Original: 12 der 14 Empfehlungen und Bemerkungen zur GEMA der Enquetekommission „Kultur in Deutschland“, basierend auf deren 500 Seiten starkem Bericht (eine Ohrfeige für die GEMA);
- im Original: der neuen (angenommenen) Petition von Ole Seelenmeyer (Deutscher Rock und Pop Musikerverband);
- einem Aufruf von Monika Bestle, der „Interessengemeinschaft Kultur in Deutschland“ (IKID) beizutreten
Nochmals: Abgeordnete können für solche Informationen empfänglich sein. Erst echt, wenn man ihnen klar machen kann, dass sich da eine Organisation längst nicht mehr demokratisch verhält. Ob die Mitglieder derzeit schon die Wichtigkeit einer gründlichen Reform der GEMA einsehen können? Schwer zu beurteilen …
Fakt ist auch: Man kann an dieser Anhörung passiv teilnehmen. Und die GEMA wird vertreten sein, das ist klar. Vielleicht mit zweien ihrer hochbezahlten Anwälte? Lassen wir Ole und Monika dort ganz alleine unser aller Sache vertreten?
Wenn der Petitionsausschuss keine absolut klaren Vorgaben an die Bundesregierung formuliert (was er kann und darf), dann ist das Thema politisch erst mal durch. Andere reiben sich dann die Hände.
Achtung: Auch im Magazin mussten wir aus Platzgründen eine kleine 7- bis 8-Punkt-Schrift wählen – wir, der Verlag, wollten der Redaktion nicht noch mehr Seiten klauen. Lebt damit, holt Euch diesen Text auf Euren PC, druckt ihn aus, lest und versteht ihn – und tut was.
Ihr tut es für uns alle.
Und dann werden wir weitersehen. Der Folker wird versuchen, die Einzelkämpfer irgendwie zusammenzubringen. Diese Zersplitterung und selbst gewählte Einzelkämpfer-Isolierung ist ja nicht mit anzusehen …
Vielleicht noch in eigener Sache: Wer kein Abonnent ist und lieber das richtige Heft in Händen halten, vielleicht sogar mehr wissen will, was der Folker tut – das Schnupperabo (3 aktuelle Hefte für nur 5 Euro) gibt es noch immer und kann hier bezogen werden: www.folker.de (unten links).
Diese Mail kann man weiterleiten. Aber bitte dran denken: Mit einer Rundmail oder Unterschrift stoppen wir nicht die Verlängerungspläne der Laufzeiten unserer Kernkraftwerke. Und auch nicht die Praktiken der GEMA.
Feedback bitte an: verlag@folker.de. Denn der Verleger hat diese Brandmail geschrieben.
Mit Gruß
Christian Ludwig, Verleger
Folker im Christian Ludwig Verlag, Niederfeldweg 5, 47447 Moers
verlag@folker.de; Tel: 02841-35035; Fax: 02841-35036)
Das Orginal: www.folker.de
PS: Ach ja, mein Verleger-Neujahrsgruß an die Leserinnen und Leser hatte gelautet:
„Warte nicht auf beßre Zeiten
warte nicht mit deinem Mut..“
(W. Biermann)