Acoustic Revolution
Shamrock Castle 2012

Bastards on parade ~ Tales from the Death Shore (2011)

von

Nach ihren drei EPs (Pipes and Drunx, Whiskey in my Heart, Death Shore Pirates) der vergangenen Jahre war jedem bereits klar, dass mit Bastards on parade etwas Feines auf die Hörerschaft hereinbrechen würde. Und genauso ist es jetzt auch – ein erster Longplayer erblickte nun endlich das Licht der Welt. Ganz im Stile der ersten kleinen Veröffentlichungen sind die Jungs von Bastards on parade ihrem musikalischen Stil weitestgehend treu geblieben. Betrachtet man das, was da diesmal aus den Lautsprechern der Anlage kommt, so finden sich Bastards on parade weiterhin irgendwo in der Schnittmenge aus Bands wie Dropkick Murphys, Mr. Irish Bastard oder Flatfoot 56 wieder.

Seit ihrer Gründung im Jahre 2007 ist ein wichtiges Markenzeichen der Band ihre nach Außen getragende Heimatverbundenheit. Galicien, eine Region im Nordwesten Spaniens, wird auch auf dieser Platte durch die Galicische Gaita (Dudelsack) und einige Songs repräsentiert. Sicherlich haben diese sechs sympathischen Galizier noch nicht die Reputation, die sich bereits erwähnte Bands im Laufe ihres Bestehens erspielt haben, aber ihre regelmäßigen Veröffentlichungen, Konzerte im In- und Ausland und ihre Authentizität bringen sie stetig einen Schritt weiter in diese Richtung.

Das Songmaterial auf Tales from the Death Shore ist zwar nicht an jeder Ecke aufwendig und auf höchstem Niveau produziert, besticht aber dennoch durch eine knackige Härte, eingängige Melodien und den markanten Gesang von Sänger David. Dies und der Gebrauch der Gaita sind Faktoren, die dieses Album hörenswert machen und jedem Folk Punk und Oi! Fan gefallen dürften. Die 11 Songs auf Tales from the Death Shore sind eine optimale Mischung aus wenigen Traditionals und einer großen Anzahl an eigenen Stücken. Zusätzlich holte man sich für die Produktion Andries van den Broek ins Boot. Dieser unterstütze die Band nicht nur mit seinem Akkordeon sondern steuerte auch gleich noch drei eigene Songs bei.

Trotz einer gewissen Vielfalt fehlt es dem Album meiner Meinung nach an konsequentem Abwechslungsreichtum. Jeder einzelne Song macht Spaß, dennoch ähneln sich viele Stücke auf eine gewisse Art und Weise. Songs wie Infamous, Gaelic oder Raging Sea sind am Ende perfekte Aushängeschilder für Bastards on parade. Sie zeigen wofür die Band steht – Spaß am Musizieren, eingängige Songstrukturen – alles unter dem Motto “Folk Punk Made in Galicien”.

Tales from the Death Shore ist ein gutes, mitunter sehr gutes Folk Punk-Album, das alles beinhaltet, was so ein Album braucht. Zwar werden meine Erwartungen nicht in jeder Hinsicht erfüllt, dennoch muss man festhalten, dass Bastards on parade was Eigenständiges und Besonderes erschaffen haben. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn Tales from the Death Shore nicht erschienen wäre, denn jeder Fan dieses Genres wird sich bei so einer Platte ein Loch in sein Mr. Irish Bastard, Dropkick Murphys oder Streetdogs T-Shirt freuen. Trotz gewisser kleineren Abstriche, eine Platte, die unbedingt im eigenen CD Regal stehen sollte. Weil es für einen Blick nach vorne noch viel zu früh ist, darf man gespannt sein, was wir in Zukunft noch von Bastards on parade erwarten können. 

Trackliste

  1. Marcha do Antigo Reine de Galizia
  2. Infamous
  3. 300 Miles of cider
  4. Gaelic
  5. Mary’s Harpoon
  6. Leave the bar
  7. (Black) Flags & Torches
  8. Outlaw Rebel Songs
  9. Chantada’s Jig
  10. Whiskey you’re the Devil
  11. Raging Sea

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