Poyenberg Open Air 2011 // Bericht, Fotos, Interview
von celtic-rock
Wie hatten einige Kilometer hinter uns gelassen, um beim diesjährigen Poyenberg Festival dabei sein zu können. Nach acht Stunden auf der Autobahn und bei strahlendem Wetter kamen wir in unserer angemieteten Unterkunft in Neumünster an. Da wir die freien Tage nutzen wollten, um auch das nahe gelegene Hamburg ein wenig zu erkunden, reisten wir schon donnerstags an und starteten freitags dann zur Erkundungstour durch die Hansestadt. Nach einigen Problemen mit dem örtlichen Fahrradleihsystem konnten wir dann auch endlich durchstarten und unsere mäßig sportlichen Körper schinden. Bevor es einen Tag später schließlich zum Festival ging machten wir noch einen kleinen Abstecher an den Strand von Kiel und genossen die beinahe tropischen Temperaturen.
Samstag Abend fuhren wir dann endlich zum schönen Anlass unseres Kurztrips: Zum Poyenberg Festival 2011. Sören hatte bereits in der Vergangenheit das Vergnügen, bei diesem Spektakel dabei zu sein, während ich das erste mal in den Genuss kam. Mit seinen jährlich gut 10.000 Besuchern ist das Poyenberg Festival definitiv eine gestandene Größe in der europaweiten Folk-Szene. Das bewies auch die Tatsache, dass die Tickets innerhalb von 10(!) Stunden ausverkauft gewesen waren. Soviel Ansturm zeugt von jahrelanger Qualität!
Von den zwei sommerlichen Tagen bereits leicht durch gegrillt trafen wir also schließlich beim „Ticket Counter“ auf unseren „Chef“ Daniel und andere „Folk-Gefährten“, wie zum Beispiel Peter, der bei uns Karten für das restlos ausverkaufte Poyenberg 2011 gewonnen hatte. Nach einigen Widrigkeiten bei der „Bändelvergabe“ und dem ersten Bier des Abends konnten wir schließlich pünktlich um 18:30 The Bleeding Hearts auf der Bühne sehen. Den Auftakt in immer noch erstaunlich sengender Hitze meisterten die Briten perfekt und sorgten für ordentlich Stimmung auf dem Gelände. Dieses war traditionell mit zahlreichen Buden ausgestattet, die thematisch geordnet Gaumenfreuden aus ganz Europa boten. So konnte man sich während den Auftritten von The Sally Gardens oder Declan O’Connell mit Würsten, Calamares, Schnitzel, Tacos und Vielem mehr stärken.
Unser persönliches Highlight war natürlich der Auftritt von Paddy an the rats, die mit „Hyms for bastards“ unser Album des Monats landen konnten. Die Qualitäten dieser rundum gelungenen Scheibe überzeugen live noch mehr, weil diese Band es einfach versteht, Stimmung zu machen. Vielleicht sogar ein bisschen zu viel Stimmung für die Fans der ruhigeren Töne, so mussten Pogo-Versuche unterbunden werden, um die älteren aber auch ganz jungen Semester nicht zu verscheuchen. Für unsereins hätte es ruhig noch eine Spur wilder sein können, aber Paddy and the rats haben ihre Chance vor so großem Publikum zu spielen definitiv genutzt und den Menschen gezeigt, was eine ungarische Stimmungsbombe ist. Immer wieder empfehlenswert!
Ebenso positiv gelaunt wie auf der Bühne zeigten sich die Jungs auch bei unserem Interview backstage und dem ein oder anderen lockeren Gespräch. Deutlich wurde in jedem Fall, dass jeder hier sein Herzblut in die Musik legt und alle mit Leidenschaft dabei sind.
Während die ebenfalls sehr geschätzten Mr. Irish Bastard noch einmal für ordentlich Energie und Spaß auf der Bühne sorgten, konnte die legendäre Oysterband wiederum die sanften Gemüter begeistern. Die Zusammenstellung, die Veranstalter Stefan und seine Helfer getroffen hatten, war in jedem Fall gelungen. Auch wenn sich zu später Stunde, gegen 03:00 immer weniger Menschen auf dem Gelände befanden, gaben die Cobblestones noch einmal eine schöne musikalische Erinnerung mit auf den Weg.
Insgesamt bietet das Poyenberg Festival eine gelungene Mischung aus Volksfest und Folkfest. Hier wird gemeinsam gelacht, getanzt und natürlich auch getrunken. Am wichtigsten sind dabei natürlich die vielen Musiker die dafür sorgen, dass die Tickets bestimmt auch im nächsten Jahr wieder reißenden Absatz finden werden.
Vielen Dank an dieser Stelle auch noch einmal an Stefan und sein Team, das mit Erfahrung, Leidenschaft und viel Offenheit für ein schönes und gelungenes Poyenberg Festival 2011 gesorgt hat!
(jn)
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Mai 2012:
April 2012:
März 2012:













Sehr schönes Festival mit sehr moderaten Peisen (Bier 0,3 l für 1,50 €). Der Höhepunkt war natürlich die Oysterband. Keine andere Band des Genres kann so viel Seele, Professionalität und Ausgelassenheit auf die Bühne bringen. Das tröstete auch über die eher durchschnittlichen Sally`s Garden (die beim “Normalo-Publikum” natürlich gut ankamen) und über Mr. irish Bastard (die mit peinlichen Cover-Songs das Bier schal werden ließen) hinweg. Highlight Nummer 2 waren wie erwartet die Bleeding Hearts. Paddy and the rats können live ebenso überzeugen.
Bevor ich selber ein Fass aufmache, schreibe ich an dieser Stelle ein paar Worte als Fazit des Poyenberg Irish Open Air 2011.
Vom Campingplatz abgesehen (der schon auf der Anfahrtkizze zu klein wirkte), war der Ort des Festivals natürlich ohne Makel. War es Zufall, dass sich das Festival in diesem Jahr mit Rock am Ring / im Park überschnitten hat? Wir hatten das Gefühl, dass ein paar jüngere Semester in diesem Jahr fort blieben, was dem Charakter des Konzerts zuträglich war.
Dass die Musikmischung dennoch beibehalten wird, ist wünschenswert. Die Frage, ob die Veranstalter bei drei Folkpunk-Bands damit rechnen konnten, dass auch mal gepogt wird, sei aber erlaubt.
Die Oysterband stach unter den Bands einfach hervor. Für Paddy and the Rats wird es sicherlich nicht bei bisher drei Auftritten in Deutschland bleiben und wie die Cobblestones mitten in der Nacht noch so viel Energie hatten, bleibt wohl ein Rätsel. Declan O’Connell ist wiederum schon fast unheimlich unterhaltsam und eine Bereicherung des Festivals.
Mr. Irish Bastard fielen auch bei ihren Fans vor Ort eher durch, da geht wohl noch mehr. The Sally Gardens sind auf der einen Seite Institution in Poyenberg, auf der anderen aber eben allseits bekannt und zuletzt Rapalje und dieses Mal der Oysterband “unterlegen”. Der ehrliche Punk der Bleeding Hearts war ein toller Opener.