Bastards on parade und Smokey Bastards in London, 01052011
von celtic-rock
Regelmäßig zieht es uns zu irgendwelchen Konzerten, manchmal in die Nähe und manchmal in die Ferne. Irgendwann vor ein paar Wochen überlegten wir uns spontan einen Flug nach London zu buchen und uns neben den typischen Touristenzielen auch Bastards on parade, Smokey Bastards und Lagan anzuschauen.
Im Vorfeld den Weg gut recherchiert, ging es nach Tower Bridge, Westminster Abbey und Tower of London abends in den nicht so angenehm anmutenden Stadtteil Stockwell. Leider sollte die Anreise der Beginn eines logistisch eher bescheidenen Abends werden, denn schon jetzt fiel die U-Bahn aus uns wir mussten uns über Umwege nach Stockwell kämpfen. Nicht wie geplant 19 Uhr sondern erst gegen kurz nach 20 Uhr standen wir vor dem „Grosvenor“, einem netten und recht geräumigen Pub am Ende der Sidney Road. Zu diesem Zeitpunkt war erstaunlich wenig los – da ein paar trinkende Leute, dort ein paar Jungs am Billardtisch. Wir genehmigten uns erstmal ein Cider und setzen uns an einen Tisch vor dem Pub.
Wie wir erfuhren sollte erst in einer halben Stunde losgehen, also kurzerhand ein Pfund gewechselt und ab an den Tischfussball-Tisch. Da liefen uns dann die Jungs von Bastards on parade über den Weg und man unterhielt sich kurz über London und die zurückliegenden Konzerte. Nach diesen zwei Spielchen bestellten wir eine Pizza bei dem sehr netten Barmann und vertrieben uns die Zeit mit ein wenig Billard. Irgendwann rief dann jemand: „es geht los“ – die 5 Euro Eintritt schnell bezahlt und ab ging es in den großen Hinterraum dieser netten Location.
Leider standen da nicht wie erwartet Lagan auf der Bühne, sondern Leeson O’Keeffe der Sänger der Band Neck. Wie wir erfuhren waren die zwei Konzerte zuvor zu viel für die Stimmen der Jungs von Lagan, so dass für diesen Abend schnell Ersatz gefunden werden musste. Anstatt Folk Punk gab es dann halt eine halbe Stunde irische Akustikmusik. War nicht schlecht, aber E-Gitarren hätten mir besser gefallen. So schnell wie es begann, war der Auftritt von Leeson O’Keeffe auch wieder vorbei. In der Umbaupause genehmigten wir uns erneut ein Cider und lauschten dem wirklich guten musikalischen Pausenprogramm. Black Tartan Clan, Irish Stew of Sindidun und Les Ramoneurs de Menhirs verkürzten die Pause auf angenehme Art und Weise.
Dann betraten die Jungs von Smokey Bastards die Bühne und legten vom ersten Ton an eine sehr lebendige Show hin. Der Laden war dann ganz passabel gefüllt und so hatten viele Zuschauer ihren Spaß. Smokey Bastards kannte ich bis dato nur von CD, aber live haben sie mich auch auf ganzer Linie überzeugt. Da gabs nichts zu meckern. Feiner Auftritt! Leider saß uns schon zu diesem Zeitpunkt die Zeit im Nacken, denn die letzte U-Bahn sollte irgendwie so gegen kurz vor Mitternacht fahren. Etwas sauer über dieses unerwartet schlechte U-Bahn Netz (in London!!!) warteten wir gespannt auf Bastards on parade. Die Pause wurde dann wieder musikalisch ganz nach unserem Geschmack gestaltet und so dauerte es nicht lange bis unsere galizischen Freunde begannen ihr Set zu spielen.
Leider war es schon zu spät, so dass etliche Leute (uns eingeschlossen) schon nach 4 Liedern gehen mussten. Kurzer Sprint zur U-Bahn, vorbei an allerlei dubiosen dunklen Gestalten, erwischten wir die letzte Bahn ins Zentrum. Wirklich enttäuscht und sauer auf dieses Londoner Verkehrsnetz hofften wir auf Anschluss zu den Docklands (dort war unser Hotel). Leider fing jetzt erst die kleine Odyssee an. In der Victoria Station wurde der Bahnhof schnell geleert. Wir erhielten einen kleinen Hinweis auf einen bestimmten Bus oben vorm Bahnhof. Dieser kam dann auch irgendwann mal, leider hielt er nicht dort, wo wir hinwollten und nach was wir gefragt hatten. So standen wir dann irgendwann in der Liverpool Station, dort fehlten nur die Steppenläufer, die vom Wind getragen durchs Bild huschen. Bis auf eine unfähige Bahnangestellte war da nichts mehr los. Wir erhielten den Tipp mit dem Bus nach Stratford zu fahren, leider fuhr dieser Bus im 30 Minuten Rhythmus mehrfach vorbei an den ca. 40 wartenden (mit unter wütenden) potentiellen Fahrgästen.
Also wollten wir dem Bus entgegen gehen, aber auch bei den anderen Stationen fuhr er ohne mit der Wimper zu zucken vorbei. Vollkommen orientierungslos spazierten wir durch Londons Nacht. Rein zufällig in einer Seitengasse fanden wir eine Haltestelle mit einem Ziel, welches dem Hotel sehr Nahe war. Der Bus kam und nach über einer halben Stunde Fahrt waren wir dann in Canning Town. Von dort aus noch 20 Minuten gelaufen und „schon“ waren wir im Hotel. Diese Probleme trübten den Abend, so dass dieses geplante Highlight der vier Tage in London größtenteils leider zum Schuss den Ofen wurde. Schade, dennoch war das ein in Erinnerung bleibendes Ereignis. Beim nächsten Mal sind wir schlauer und planen das Ganze etwas besser, so dass der Abend das verspricht, was man von ihm erwartet hat. (sw)
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