Shamrock Castle 2012
Acoustic Revolution

Top 10 Session Places in Irland

von

Für jeden Winkel der Welt gibt es Reiseführer aus dem Hause Lonely Planet. Der australische Verlag wurde inzwischen von der BBC aufgekauft, und so kommt es, dass die Tipps jetzt auf den BBC-Reiseseiten zu finden sind.

Zum ersten Mal in Irland? Dann hier kurz und knapp die 10 Dinge, die man erlebt haben „muss“.

Auf der Suche nach irischen Pub-Sessions? Seit März gibt es eine Liste der Top Ten, die ich hier in gekürzter Übersetzung wiedergebe. Diese 10 Namen können nur ein Einstieg sein. Möglicherweise killt die veröffentlichte Empfehlung auch genau das Authentische, das von den Touristen gewünscht wird. Ich bin froh, dass meine Lieblingspubs nicht draufstehen, wäre aber schon neugierig, wie es an den empfohlenen Orten aussieht.


1. Fleadh Cheoil na hÉireann, wechselnde Orte, Ende August.

Das Fleadh (sprich flaa) ist die Mutter aller irischen Festivals und zieht in seinen acht Tagen bis zu 250 000 Leute an.

2. Hughes, Dublin, 19 Chancery St, Nähe Law Courts

Natürlich ist Dublin voll von Musikkneipen, hier ein Tipp abseits der Touristepfade.

3. The Crane Bar, Galway

Galway an der Westküste hat eine sehr lebendige Musikszene. Der “Kranich” bietet sogar Platz zum Tanzen für ein richtiges Céilí.

4. C. Ní Cairbre, Drogheda

“Carberry’s” ist seit 1880 im Besitz der selben Familie und darf als authentisch gelten.  Mittwochs treffen sich die Sean Nós (old style) – Sänger.

5. Willie Clancy Summer School, County Clare

Die achttägige Workshop – Woche in Miltown Malbay zieht Musiker/-innen aus aller Welt an.

6. De Barra Folk Club, Clonakilty

Instrumente an den Wänden schmücken diesen “Tempel der traditionellen Musik“ in County Cork.

7. MacDiarmada’s, Doolin

Das Küstendorf Doolin in Co.Clare ist so was wie die heimliche Musikhauptstadt. Es hat drei Musikkneipen, die anderen beiden sind McGann’s und O’Connor’s.

8. An Spailpín Fánach, Cork, 28 South Main St.

Im “wandernden Arbeiter” gegenüber der Beamish – Brauerei gibt es neben der Musik offenes Kaminfeuer und gemütliche „snug” – Kuscheleckchen.

9. Tí Joe Watty’s, Kilronan

Inishmore oder Inis Móir ist die größte der Aran – Inseln. Hier kann man jeden Abend mit Sessions rechnen, wenn auch das Ganze etwas auf  Touristen abgestellt ist.

10. Leo’s Tavern, Crolly, Donegal

Leo’s gehört dem Vater der Clannad –Sippe, die von hier aus in die Welt zog. Die tolle Lage zwischen Atlantik und dem Mount Errigal ist ein weiteres Plus.


Schild in DoolinNoch ein paar Tipps von meiner Seite:

Eine Session ist ein informelles Treffen von Musiker/-innen, die zum eigenen Vergnügen spielen. Eine wirklich gute Session kann, wie man sagt, das Dach abheben lassen. Sie lässt sich aber nicht planen, und es besteht kein Anspruch des Publikums darauf, unterhalten zu werden. Wenn mit Leuchtreklame für „traditional music“ geworben wird, sollte man skeptisch sein.

Es ist nicht die schlechteste Art, seinen Urlaub um die Musik-Pubs herum zu planen. Einer, der es ausprobiert hat, ist der Journalist Colin Irwin. In seinem Buch In Search of the Craic beschreibt er sehr witzig eine Irlandreise auf der Suche nach Musik und legendären Musikern.-

Eine richtige Datenbank bietet das Portal thesession.org, wo man Sessions nach Ländern, Orten und Wochentagen suchen kann (nicht unbedingt aktuell!)

Wenn man eine schöne Session gefunden hat: den Musikern einen ausgeben und sich bei ihnen nach weiteren Sessions erkundigen. Im Pub selbst möglichst zurückhalten, z.B. keine Bild- oder Tonaufnahmen machen ohne vorher zu fragen. Viel Spaß beim Zuhören!

Übrigens: Wir von celtic-rock.de fördern, im Rahmen unserer begrenzten Möglichkeiten, Sessions in unserem Umfeld. So steht am 14.4. die nächste Session im Leverkusener Notenschlüssel an.

Über kuec

Zwei Dinge faszinieren mich an Folk-Musik besonders: die mündliche Überlieferung mit ihren verschlungenen Wegen und der Einblick in andere Lebenswelten aus der Perspektive der Betroffenen. Neben meiner Leidenschaft für live-Musik habe ich mich immer wieder mit den Hintergründen dieser „Kultur von unten“ beschäftigt. Ich bin mit gemeinsamem Musizieren aufgewachsen. Meine Instrumente sind Geige, akustische Gitarre und E-Bass. Gespielt habe ich in Orchestern, Folk-Gruppen und Oldie-Bands. In den Neunzigern habe ich Konzertberichte für eine südwestfälische Lokalzeitung verfasst und freue mich, dem Schreiben über Musik jetzt online nachgehen zu können. Hier bei celtic-rock.de pflege ich seit 2008 die Wissens-Abteilung. Schaut doch mal bei den classics oder in unserer Bücherecke vorbei. Und nicht vergessen: keep music live!

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