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Plattrock CD Release 2012

Folk! in die Nacht III

von

Bereits zum dritten Mal öffneten sich die Pforten des Klostergartens der Katharinenkirche zu Stendal am 14.08.2010 um 1.400 Folk- und Tanzwütigen den Weg in das beapfelbaumte Kleingartenidyll freizugeben. Den Veranstaltern der Band Nobody Knows ging beim Anblick der nicht enden wollenden Schlange vor dem Kloster das jugendlich-hochfrequente Herz auf, denn die Vorjahreszahlen von 800 und 1.000 Besuchern wurden abermals überboten. Selbst der typisch irische Nieselregen tat dem Andrang keinen Abbruch.

Les Bidules Deluxe, eine gaukelnde Duoformation aus dem östlichsten Dorf Deutschlands, Opener des dritten Festivalsunterhielt die Zuschauerschaft mit provokantem Stelzenlauf in beinahe-pöbelnder Narrenmanier bis zum Opener: Dizzy Spell aus Halle eröffneten die familiäre Klosternacht mit traditionellem Irish Folk auf höchstem Niveau. So erklang der am Abend vielfach konsultierte Drunken Sailor, The Star of the County Down, usw. und bereits nach dem zweiten Titel füllte sich die regennasse und gefährlich rutschige Tanzfläche.

Abermals erfreulich war die rege Beteiligung aller Altersklassen, denn es tanzten wie bereits in den Vorjahren gerade-erst-GehfähigeHelden der altmärkischen Herzen mit – im symbolischen Sinne – Bekrückstockten. Im Anschluss folgte abermals Gaukelei ehe die Lokalmatadoren, die Tippelbrüder, die Bretter der Welt betraten. Ihr geiler, deutscher Folk hielt, was er versprach. Die erneut viel zu kleine Tanzfläche, die schon bei den schwindelanfälligen Hallensern für körpernahe Vielsamkeit sorgte, kulminierte bei den Tippelbrüdern in das Verschmelzen der Tanzflächeneroberer zu einer wackelnden, zappelnden und singenden Einkörperschaft. Beste Bedingungen also, um das Publikum durch deutsche, jiddische und eigene Folklore zu folken.

Die anschließende Feuershow leitete nahtlos zum dritten Act des Abends über. Andreas, der Kleinste dDie Veranstalter als vorletzter Akter Cobblestones, moderierte die Veranstalter des Festivals an. Nebenbei flossen einige Anekdoten und Spitzen zum seit drei-Jahre-währenden Merchandise-Kleinkrieg zwischen den Berliner Jungs und den Unbekannten aus Stendal ein. Gleich zwei Oasen aus Licht ragten die CD-Tempel beider Bands in den nächtlichen Abendhimmel und wurden nur von den beleuchteten, hundertjährigen Eichen im Fackelschein übertrumpft. Dies gilt es also 2011 zu toppen. (Liebe Cobblestones, ihr habt keine Chance!) Nobody Knows setzten die Tendenz der akuten Tanzflächenknappheit in bester bundesrepublikanischer Folkmanier fort. Cash, Goethe und Lindenberg folkten mit den jubelnden Massen um die Wette. Als würdigen Abgang der Veranstalter eröffnete eine Wand aus roten Feuersäulen mit anschließendem Feuerwerk den vierten und letzten Akt des Stendaler Kultfestivals.

Die Cobblestones machten den Sack zu und traten erstmalig als Hauptact beim Festival auf. Auch 2011 werden die Berliner wHauptact 2010ieder mit am Start sein, denn dann gilt es, das 10-jährige Bestehen von Nobody Knows zu feiern. Die trink- und singfesten Felsen in der Feierbrandung machten ihrem Namen keine Ehre, folkten auf höchstem Niveau und hatten mehrfach begeisterte Tänzer, die sich der Enge des vorbühnlichen Raums entziehen wollten, auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Zum Finale mit „Es wollt ein Bauer früh aufstehn“ und „The Drunken Sailor“ versammelten sich noch einmal alle Musiker auf der Bühne. Die sternklare Nacht gab der Stimm- und Tanzgewalt des nachmitternächtlichen Höhepunktes ein adäquates Antlitz und lässt auf eine Wiederholung des Festivals hoffen, zu dem Gäste aus Bremen, Berlin, Hannover und sogar Nürnberg reisten.

Und vielleicht gebührt „Folk! in die Nacht“ eines Tages ein Steh- und Tanzplatz in den Annalen der Folkgemeinschaft. Wer nicht dabei war, hat’s verpasst – und das nicht zu knapp. Der Imperativ des Festivalnamens wurde seinem Namen am 14.08. mehr als gerecht. Folkfreunde aller Länder vereinigt euch!

 

Mehr zum Festival gibt’s unter: www.folk-in-die-nacht.de

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