Sir Reg ~ Sir Reg (2010)
von celtic-rock
Schweden – ein Land, dass durch seine weltberühmte Möbelkette bekannt geworden ist, bringt auch musikalisch immer wieder internationale Topacts heraus. Neben ABBA in den 70er und 80er Jahren oder Roxette und Ace of Base in den 90er Jahre, stammen auch heute eine Unmenge an Bands aus dem Land hoch oben im Norden Europas. Sind es im Pop-Bereich eher Gruppen wie Mando Diao oder The Hives, so schafften auch Metalbands wie In Flames, Marduk oder Amon Amarth den Weg an die Spitze ihres Genres. Im klassichen Celtic Rock Bereich allerdings hat dieses Land noch erheblichen Nachholbedarf.
Eine Band, die versucht dieses Manko zu beheben sind Sir Reg. Bestehend aus irischen und schwedischen Musikern, spielen sie seit kurzem gegen die Übermacht an Pagan- und Folk Metalbands an. Als The Barcrawlers spiel(t)en sie viele Jahre Land rauf Land runter an jedem erdenklichen Ort und haben nun nach eigenen Angaben alles erreicht, was man als “Pub-Band” erreichen kann. Mit dieser Erkenntnis und einem Haufen Eigenkompositionen gründete man vor geraumer Zeit Sir Reg und widmet sich heute eher dem Celtic Folk Punk.
Recht schnell erschien auch ihre gleichnamige Debüt-CD “Sir Reg”. Auf ihr tummeln sich teil rockige, teils traditionell angehauchte sieben Stücke. Bis auf das eher ruhige Coimhthioch werden alle Lieder von E-Gitarren, Drums, Geige, Mandoline & Co. bestimmt. Sämtliche Kompositionen überzeugen, machen Spaß und bringen den Kopf zum schütteln. Feck the celtic tiger eröffnet die Platte fulminant – schnelle, melodische Nummer, die in der zweiten Hälfte gänzlich ohne Gesang auskommt. Mit Coimhthioch folgt dann das bereits erwähnte ruhige Stück auf der Platte – instrumentale Nummer ohne viel Schnick Schnack. Highlight der Platte ist für mich Arrive on St. Patrick’s day – flottes, tanzbares Stück. 17 Coffins, Strait of Magellan und der Rest dieser Platte sind stimmig und widmen sich allesamt dem Celtic Rock. Ihre Songs interpretieren die Musiker modern und auf der Höhe der Zeit. Sir Reg kommen ohne 1000fach gehörte Traditionals und ohne Lobhudeleien auf alternde Legenden aus.
Da die Celtic Rock Szene weltweit und speziell in Schweden eher überschaubar ist und auch keine große Präsenz in der breiten Öffentlichkeit genießt, darf man bei Sir Reg nicht mit erheblichen kommerziellen Erfolgen rechnen. Mit ihrem Debütalbum haben sie, trotz der kurzen Spieldauer, dennoch ein kleines Ausrufezeichen gesetzt. Ob und wie sie sich in Schwedens und Europas Musikszene etablieren können muss man sehen. Ich hoffe, das nach diesem ersten kleinen Ausrufezeichen noch einige Platten folgen werden, sie auch andere Länder als Schweden (be)touren und sie genügend interessierte Hörer für ihre Musik finden werden.
Trackliste
- Feck the celtic tiger
- Coimhthioch
- Arrive on St. Patrick’s day
- 17 coffins
- Strait of Magellan
- Tomorrow’s the day
- Drink up ya sinners
- Capt’n's jig
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