Acoustic Revolution
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Concert Flute ~ Instrumentenkunde Teil 11

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Holz- und Metallquerflöte sind zwar verwandt, unterscheiden sich aber in Klang und Spielweise erheblich. Marc Decker kennt sich mit der irischen Holzquerflöte aus:

1. Warum Concert Flute (Irish Flute, Wooden Flute, Flute)?

Es muss einfach der Sound sein, die tonalen Möglichkeiten, die Ähnlichkeit zur menschlichen Stimme, die direkte Verbindung zum Atem, die die Leute an der “Holzquerflöte” anspricht. Auch die scheinbare “Einfachheit” des Instruments, schließlich braucht man ja “nur sechs Finger”, die dazu immer am gleichen Ort bleiben, anders als z.B. bei den Saiteninstrumenten. Dazu ist der Übergang von Tin Whistle als DEM Einsteigerinstrument für Bläser – da gleiches Griffschema – nur logisch.

Doch Vorsicht, die Tücke liegt an dem Ende, das dem Spieler am nächsten ist: dem Anblasloch (eng. “embouchure” = “Ansatz”). Und genau dieser Ansatz ist das, was das Instrument trotz vermeintlicher Einfachheit schwierig zu beherrschen macht. Dieser Ansatz muss sich entwickeln, er ist anfänglich (sofern man nicht Naturtalent ist) sehr schwach und man braucht viel Luft, um überhaupt einen Ton zu erzeugen. Andererseits bietet der individuelle Ansatz die Chance auf einen ebenso individuellen Ton. Wie ein (gutes!) Instrument klingt, liegt zu einem sehr großen Teil am Spieler. Für mich ist die Entwicklung des “idealen” Ansatzes nach nun 20 Jahren immer noch nicht abgeschlossen. Wie man sieht, ein Instrument, das einen beschäftigt hält!

Die Concert Flute war im 19. Jahrhundert der direkte Vogänger der silbernen Böhmflöte, die man heute als “normale” Querflöte kennt, und daher für den orchestralen Betrieb gedacht. Sie erfreute sich aber auch als Amateurinstrument sehr großer Beliebtheit. Gerade die englischen Instrumente aus der Zeit, die durch die radikal Umgestaltung der Flöte durch Böhm aus der Mode kamen und damit billig wurden, waren in der traditionellen irischen Musik durch ihre Eignung für die einfache (Tin-Whistle)-Griffweise und ihre gute Qualität begehrt. Leider sind die Preise für diese antiken Instrumente seit den 70er Jahren des letzen Jahrhunderts geradezu explodiert. Dazu hatten sie gewisse “Eigenheiten”. Mittlerweile ist den neuen Instrumenten, die für traditionelle irische Musik optimierte Nachbauten der antiken Instrumente darstellen, praktisch immer der Vorzug zu geben.

2. Worauf sollten Einsteiger achten?

Kauft ein gutes Instrument von einem renommierten Erbauer! Vermeidet (das deutsche) Ebay, vermeidet selbst Musikgeschäfte in Irland, da gibt es zu viel Schrott und ihr werft euer Geld zum Fenster raus. Bestellt lieber bei den Erbauern selbst, mittlerweile haben wir ja sogar in Deutschland einen professionellen Maker! Los geht’s bei ca. 400 Euro, für 800 gibt es richtig gute Sachen (ohne Klappen). Das sollte es einem schon Wert sein und man vermeidet unnötigen Frust. Außerdem empfehle ich jedem, sein wahres Interesse an der irischen Musik erst einmal an Tin Whistles zu testen. Das ist günstig, einfacher und die Grundlagen auf jeden Fall für Flute zu gebrauchen. Ungeeignet für irische Musik (ausser den erwähnten schlechten Neuinstrumenten) sind die alten deutschen Flöten aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wegen ihres schwachen Klangs, ihrer schlechten Eignung für die Tin-Whistle-Griffweise und ihrer oft von A=440 Hz abweichenden Stimmung. Von neuen, aber guten Holzquerflöten ungeeignet (für irische Musik!) sind auch die Renaissance- oder Barocktraversflöten. Lehrmaterialien zum Selbststudium gibt es Einiges: CD-ROM-Tutorials, Lehrbücher, DVDs. Aber nichts kann in meinen Augen persönlichen Unterricht ersetzen, sei es hier in Deutschland, z.B. bei der DUPG oder bei den diversen Summer (und Winter) Schools in Irland, z.B. der “Joe Mooney Summer School” oder der “Willie Clancy Summer School”.

3. Wo bekommt man Hilfe?

Sehr gut finde ich das englische “Chiff and Fipple Flute Forum” . Am Besten erst mal die drei Millionen Threads durchforsten und auf sich wirken lassen. Und: zu Sessions gehen und die vielen Flötisten (gerade in Deutschland erfreut sich die Concert Flute sehr großer Beliebtheit) um Rat und Meinung fragen.
Ach ja: Es werden euch bei eurer Recherche immer wieder die zwei Begriffe “Rudall” und “Pratten” begegnen. Dahinter verbergen sich keine lebenden Erbauer, sondern welche aus dem 19. Jahrhundert. Diese Namen stehen mittlerweile für die zwei Typen von Holzquerflöten, die als besonders geeignet für irische Musik gelten. Modelle nach Rudall haben eine schmalere Innenbohrung und kleinere Grifflöcher. Ihr Ton gilt als “glockiger” und “samtiger”. Lauter und kerniger (da weitere Innenbohrung und größere Grifflöcher) aber auch schwerer zu “füllen” sind dagegen meines Erachtens die Modelle nach Pratten. Ausprobieren sollte man beide, sofern sich die Gelegenheit ergibt. Darüberhinaus gibt es viele Erbauer, die keines der beiden “Label” benutzen, sondern lieber auf ihre Eigenentwicklungen vertrauen oder diese “Schubladen” vermeiden wollen. Auch darunter sind sehr gute Erbauer.

Über den Autor:

Marc Decker spielt Concert Flute seit 1989. Anfänglich auf einem klappenlosen Instrument des französischen Herstellers Camac (eher bekannt für Harfen), dann auf einer ebenfalls klappenlosen, guten Rudall-Kopie eines unbekannten Herstellers (gebraucht gekauft), seit 1993 auf einem Pratten-Modell von Hammy Hamilton mit sechs Klappen und seit neuestem auf einer Tom Aebi, Modell Rudall, mit acht Klappen. Er war 10 Jahre Mitglied der legendären “Kilkenny Band” und von 2004 bis 2010 bei “Wet Your Whistle”. Marc spielt ausserdem Tin Whistle und Uillean Pipes und unterrichtet privat.



Irish flute

From Wikipedia, the free encyclopedia

Despite the implication of this commonly used name, the Irish flute is not an instrument indigenous to Ireland.[1] It is in fact a derivative of the English transverse wooden flute, created by inventor and flautistCharles Nicholson and remained important features of English flute-playing until after 1890.[2][3]

The transverse wooden flute play a diatonic scale by successively uncovering the toneholes and are often made chromatic by the addition of metal keys. Simple system flutes were not made with traditional Irish flutists in mind, but were adapted by Irish and Scottish musicians as the simple wooden flutes were discarded by concert musicians during the advent of the modern, Boehm system, Western concert flute in the late 1800s. These “obsolete” flutes were picked up at low cost by Irish traditional musicians.

Due to its wooden construction, characteristic embouchure and direct (keyless) fingering, the simple system flutes have a distinctly different sound from the Western concert flute. Compared with ‘typical’ classical flautists, most Irish flute players tend to strive for a more reedy sound. Though most commonly pitched in the key of D (not transposing instruments but playing a D diatonic scale), simple system flutes are available pitched in other keys, and are often heard in Irish music pitched in E flat, B flat and C.

From the latter part of the 20th century, there were two main styles of Irish flute, the Pratten and the Rudall & Rose. The Pratten has wider bore dimensions and provides a louder sound, while the Rudall & Rose has a darker, pure tone and is slightly thinner than the Pratten style flute. Many of these original flutes had a footjoint that allowed the playing of both C# and C with the use of keys. Some modern makers forgo the addition of these keys, but maintain the longer footjoint with two holes where the keys would be, as it is thought to better emulate the pitching and tone of the 19th century originals.

Today, transverse flutes are being made for the playing of a variety of traditional musical styles mostly in the Irish tradition. They are now not only made from wood, but also Delrin, PVC and even metal – though wood is still by far the most popular material, and these modern Irish flutes can vary in the number of keys, or have no keys at all. Some of the best known modern flute makers include Michael Grinter, Marcus Hernon, Patrick Olwell, Sam Murray, and Hammy Hamilton.

References

  1. ^ The Essential Guide to Irish Flute and Tin Whistle by Grey Larsen
  2. ^Flute History
  3. ^Boehm, Nicholson and the English flute style
Quelle: wikipedia (en)
URL:  http://en.wikipedia.org/wiki/Irish_Flute
Stand vom 27.06.2010

Weitere Artikel in dieser Serie:

  1. Bodhran ~ Instrumentenkunde Teil 1
  2. Keltische Harfe ~ Instrumentenkunde Teil 2
  3. Banjo ~ Instrumentenkunde Teil 3
  4. Great Highland Bagpipes ~ Instrumentenkunde Teil 4
  5. Akkordeon ~ Instrumentenkunde Teil 5
  6. Mandoline ~ Instrumentenkunde Teil 6
  7. Geige ~ Instrumentenkunde Teil 7
  8. Bouzouki ~ Instrumentenkunde Teil 8
  9. Tin Whistle ~ Instrumentenkunde Teil 9
  10. Querflöte ~ Instrumentenkunde Teil 10
  11. Concert Flute ~ Instrumentenkunde Teil 11(This post)
  12. Akustische Gitarre ~ Instrumentenkunde Teil 12
  13. Uilleann Pipes ~ Instrumentenkunde Teil 13
  14. Kontrabass ~ Instrumentenkunde Teil 14

Über kuec

Zwei Dinge faszinieren mich an Folk-Musik besonders: die mündliche Überlieferung mit ihren verschlungenen Wegen und der Einblick in andere Lebenswelten aus der Perspektive der Betroffenen. Neben meiner Leidenschaft für live-Musik habe ich mich immer wieder mit den Hintergründen dieser „Kultur von unten“ beschäftigt. Ich bin mit gemeinsamem Musizieren aufgewachsen. Meine Instrumente sind Geige, akustische Gitarre und E-Bass. Gespielt habe ich in Orchestern, Folk-Gruppen und Oldie-Bands. In den Neunzigern habe ich Konzertberichte für eine südwestfälische Lokalzeitung verfasst und freue mich, dem Schreiben über Musik jetzt online nachgehen zu können. Hier bei celtic-rock.de pflege ich seit 2008 die Wissens-Abteilung. Schaut doch mal bei den classics oder in unserer Bücherecke vorbei. Und nicht vergessen: keep music live!

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