Behind the stage with Distillery Rats
von jary
Aus Commerzpank wurden die Distillery Rats. Eine weise Entscheidung. Klingt doch der erste Name eher nach Deutschpunk. Mit der Namensänderung gab’s auch eine neue EP, deren Cover auch auf ein T-Shirt wanderte UND ein zusätzliches Bandmitglied an den Uilleann Pipes. Ein deutlicher Sprung in der Entwicklung der jungen Band.
Diese macht sich auch live bemerkbar. Deutlich mehr Bewegung ist da auf der Bühne und vor allem Matt O’Killian weiß durch viel Energie und schöne Mimik zu begeistern. Mit dem Publikum tun sich die Jungs dann doch immer wieder schwer, genauso wie die Techniker dieser Welt mit dem Dudelsack. Aber die Jungs nehmens gelassen und sind selten schlecht gelaunt anzutreffen. Immer wenn ich Phil McMorning – oder wars doch sein Bruder Mike McMorning – über den Weg laufe, grüßt er mich mit einem Weißbier in der Hand und beschwert sich, dass ich immer noch nicht betrunken sei.
Die ruhige, gelassene und gut gelaunte Art wird an beiden Abenden deutlich, an denen ich mit den Distillery Rats unterwegs bin. Mit zwei Stunden Verspätung kommen sie am Freitag am Erlanger E-Werk an, nur etwa eine halbe Stunde vor Stagetime. Der Soundcheck ist längst flöten gegangen, aber man nimmts, wie es kommt, macht es sich Backstage gemütlich, geht lässig auf die Bühne, kurzer Line-Check und legt dann los. Und selbst der Energie- und Bewegungszuwachs der im Laufe der Bandgeschichte zu beobachten ist, steht irgendwie immer noch unter der fast betonten Lässigkeit. Pipesspieler Sven O’Beagan sitzt gar grundsätzlich auf einem Barhocker – freilich Instrumentengeschuldet.
Am Tag darauf, in Heilbronn, sind die Distillery Rats auch in der Organisation beschäftigt, von schlechter Laune, Müdigkeit oder Stress aber keine Spur. Auf der Bühne präsentieren sie eine weitere Stärke: Matt O’Killian gewinnt im Guinnesswetttrinken, auch wenn die gefühlte Hälfte des Literglases über seinen Körper und nicht in den Rachen strömt.
Ich bin auf den nächsten Auftritt der Jungs gespannt, den ich sehen werde: Auf dem 10. Open Dosen im fernen Saarland. Vielleicht gibt’s bis dahin ja einen weitern Energiezuwachs.


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