Shamrock Castle 2012
Acoustic Revolution

The Seer in Oettingen, 15052010

von

Folk Rock meets Historischer Mittelaltermarkt. Mit diesen Worten wurden The Seer vor ihrem Auftritt in Oettingen angekündigt. Was hatte es damit auf sich? Etwas ungewöhnlich für diese Art von Musik, durften The Seer am 15.05.2010 den Samstag Abend auf der Gruftgarten Bühne im bayerischen Oettingen beenden. Das Besondere an diesem Auftritt war, dass er im Rahmen eines Historischen Stadtfestes stattfand. Der Markt bestand ansonsten nämlich aus den typischen Mittelalterattraktionen – überteuerte Verkaufsstände, Met- und Grillbuden, traditionelles Handwerk und ein kleines Rittertunier.

Da wir schon drei Stunden vor dem eigentlichen Auftritt vor Ort waren, nutzen wir die freie Zeit, sich diesen Attraktionen hinzugeben. Wie immer für solche Stadtfeste war es eng und voll, was uns nicht davon abhielt dem Rittertunier beizuwohnen. Kurz vor 20:30 Uhr befanden wir uns wieder an der Gruftgartenbühne. Da es gefühlte -5 °C kalt war, wärmten wir uns an Tee und Kaffee auf und quatschten noch ein wenig. Zu diesem Zeitpunkt absolvierten The Seer ihren Soundcheck, bis dato ohne Jürgen, ihrem Basser. Dieser trudelte dann kurz nach 21 Uhr ein und hatte das Glück, dass die anderen Jungs seinen Part bis dahin übernommen hatten und er sich quasi ins gemachte Nest setzen konnte. Dann plauderten wir mit ihm noch ein wenig über vergangene Auftritte und das tolle Folk im Schlosshof Festival bevor um 21:30 Uhr ein älterer Mann die Holzbühne betrat und nach einer kleinen Werberunde The Seer euphorisch mit den Worten “Folk Rock meets Historischer Mittelaltermarkt” ankündigte.

Mit Where do we go – einem der für mich besten Lieder des neuen Albums Heading For The Sun eröffneten sie ihren Auftritt. Da wir auf der Hinfahrt eben diesen Song im Autoradio in der Dauerschleife hatten, konnten wir fast souverän mitsingen. Auf dem Platz vor der Bühne hatten sich dann auch sehr viele Leute eingefunden und lauschten den Klängen. Lied für Lied sah man mehr Leute mitmachen und mitsingen. Auch einige bekannte Gesichter vergangener Konzerte sah man vor der Bühne, so dass man auch sehr textsichere Leute beobachten konnte. Als Fan hat man im Kopf immer eine Wunsch-Setliste mit den Songs, die man an so einem Abend gerne hören würde. Als ob man meine Wünsche erhört hatte, spielte man ein buntes und abwechslungsreiches Programm, welches genau meinen musikalischen Nerv traf. Alte Songs, wie Own world, Across the border, King without a throne usw. fanden den Weg genauso ins Programm, wie ein Großteil der neuen Lieder. Klingen die neuen Lieder auf Platte sehr poppig und sauber, überzeugen sie live umso mehr. Das Schöne an The Seer ist, dass sie den Spaß an der Musik immer wieder auf die Bühne transportieren können. Auch wenn einiges routiniert in Fleisch und Blut übergegangen ist, wenn man sie dann immer wieder im Scheinwerferlicht sieht, spürt man die Lust und Freude, die sie an Liveautritten haben.

Wie es zu einem richtigen Livekonzert gehört, funktionierte nicht alles perfekt. Diesmal war es ein ominöser Gitarrensender, der für kurze Verwirrung sorgte. Dies wurde aber gekonnt und spaßig überspielt und mit einer kleinen Unplugged Einlage des Bruce Springsteen Liedes Pony boys von Sänger Shook versüßt. Nach zwei vehement eingeforderten Zugaben war dann kurz vor Mitternacht das Konzert vorbei. Da es mir und besonders Jessy eher bescheiden ging, fuhren wir mit den Erinnerungen der letzten Stunden und der Vorfreude auf den Auftritt beim Folk im Schlosshof Festival lieber wieder schnell nach Hause. Wäre da nicht das Chinaessen vom Vorabend gewesen, hätte es ein wirklich rundum perfekter Abend werden können, denn Musik und Stimmung waren wirklich klasse.

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(Text und Fotos: Sören)

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