Irish Fight Night in Erlangen, 07052010
von celtic-rock
Was macht man, wenn man an einem Freitag Urlaub genommen hat? Genau man setzt sich ins Auto und fährt zu einem Konzert. Diesmal war der Grund des eingereichten und genehmigten Urlaubs die Irish Fight Night im Erlanger “E-Werk”. Dort, wo vor ein paar Wochen Fiddlers Green ihre 20 Jahre DVD aufgenommen haben, sollten Boggin Leprechaun, Pipes and Pints und Distillery Rats für (theoretisch) mächtig viel Stimmung sorgen. Wie immer gut geplant waren wir pünktlich im 230 km entfernten Erlangen an Ort und Stelle. Nach dem obligatorischen Gang zur Bank und einem kurzen Stopp im Gourmettempel mit dem goldenen M, bezahlten wir die 5 Euro Eintritt und gingen hoch in den kleinen Saal. Etwas erstaunt waren wir, als wir schon relativ viele Leute dort haben sitzen sehen. Das hätte ich so nicht erwartet.
Ein bisschen gequatscht und die Lage sondiert, eröffnete die Heilbronner Nachwuchsband Distillery Rats etwas verspätet die 1. Irish Fight Night in Erlangen. Den Meisten sollte die Band, wenn überhaupt, mehr unter dem Namen Commerzpunk bekannt sein. Die Band hat sich vor geraumer Zeit umbenannt, da der alte Name nicht mehr zum musikalischen Konzept passte. Nun präsentierte man den Zuschauern eine Mischung als Celtic Rock und härteren Traditionalls. Der neue Mann an den Dudelsäcken hätte theoretisch auch zu Hause bleiben können, denn bis auf einen kurzen Moment hat man seine Instrumente nicht gehört. Auch das Publikum war eher weniger zu begeistern, diese warteten, so hatte man zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, auf die Lokalmatadoren Boggin Leprechaun. Auch wenn sich die Jungs auf der Bühne redlich bemühten, zu animieren war das überwiegend junge Publikum nur schwer. Dennoch zollte man ihnen nach ihrer letzten Zugabe den notwendigen Respekt.
Dann sollten endlich Boggin Leprechaun ihre neue CD vorstellen und ihren Folk Punk zum Besten geben. Plötzlich fanden sich nach dem Intro richtig viele Menschen vor der Bühne wieder. Im Laden waren zu diesem Zeitpunkt so um die 150 Zuschauer – recht beachtlich für dieses Line Up. Ihr Set eröffneten sie mit einigen neuen Lieder, aber auch allseits bekannte Lieder wurde recht schnell gespielt. Wir haben Boggin Leprechaun schon ein paar Mal gesehen, die Entwicklung der Band ist mehr als deutlich. Bis auf das CDs ins Publikum schmeißen (eine blieb an den Scheinwerfern hängen), agieren die 6 Musiker sehr sicher und souverän auf der Bühne. Die Songs der neuen CD “As we set the sails” wissen live allesamt zu überzeugen. Damit könnte man im Konzert der Großen locker mitspielen. Nach 13 Liedern verließen Boggin Leprechaun die Bühne, wurden aber ganz schnell mit Zugaberufen zurück gerufen. The guest, welches laut Murphy “Def” de Valera, seines Zeichens Drummer von Boggin Leprechaun 1,25x zu schnell gespielt wurden ist und Set the sails beendeten sie diese erfolgreiche CD-Release Präsentation.
Danach wurde es ganz schnell leer im kleinen Saal des E-Werk. Im Hause gab es noch eine andere Veranstaltung. Anscheinend hat es einige Leute dorthin oder gänzlich nach Hause gezogen. Die Hoffnung, dass die Meisten nur eine Rauchen gehen wollten, wurde beim Intro von Pipes and Pints leider nicht erfüllt. Es blieb sehr überschaubar vor der Bühne. Sind die Jungs vorm Gig noch relaxt bis fast gelangweilt, kaum auf der Bühne bricht immer der kleiner Vulkan aus. Vojta, Tomas, Vinca, Syco Mike und Ondra geben jedes Mal vom ersten Ton an Gas. Pipes and Pints gehören für mich auf jeden Fall zu den Live-Lieblingsbands. Langeweile ist da optisch nicht vorprogrammiert, über die Musik kann man sicherlich streiten. Als die Jungs merkten, dass etwas tote Hose ist, sind sie einfach ins Publikum gesprungen, haben zum Pogo animiert oder sich einfach auf irgendwelche Langweiler drauf geschmissen. Wir, Jessy und ich, hatten auf jeden Fall unseren Spaß. Sei es beim gemeinsamen Heaven in hell oder Braveheart ins Mikro brüllen, beim Headbangen (mal mehr, mal weniger souverän) oder beim rum springen vor der Bühne. Pipes and pints muss man einfach mit zelebrieren, egal was die anderen denken. Leider haben die 5 Jungs die Bühne 5 Lieder vor Ende verlassen und für uns viel zu früh aufgehört. Zugaberufe gab es keine, so dass dieser klasse Abend, sehr abrupt zu Ende war. Unser einer hat sich danach noch die neue Boggin Platte geholt und recht zeitnah ging es die oben erwähnten 230 km wieder zurück in heimtliche Gefilde. Alles in Allem für uns ein super Abend. Die Franken ließen sich zwar nur schwer animieren, aber wen jucken die anderen. Wir hatten Spaß.
Fotostrecke
[Galerie nicht gefunden](Text und Fotos: Sören)
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Sehr sehr cool! Vielen Dank Sören! Ist uns immer wieder eine Ehre
Grüße aus Nürnberg,
Moe D. McInch