Behind the stage with Pipes and Pints
von jary
Irgendwann nach Elf explodierte dann der Vulkan. Die Pipes & Pints schüttelten ihre Müdigkeit ab und gingen auf die Bühne. Energie pur. Nach der Show im Erlanger E-Werk war noch jede Menge übrig, vielleicht auch, weil die Show dann doch relativ kurz wurde. Die Bandbusse sind beladen, wir stehen vor dem Club, Sänger Mike kickt etwas mit seinem Fußball herum, aufbrechen ins Nachtquartier will man noch nicht so wirklich. Vojta schwingt sich auf sein Longboard und fährt davon, seine Bandkollegen störts nicht. Vojta braucht auch gar nicht lange, um zu finden, was er sucht: Unten im großen Saal des E-Werks findet nämlich die allseits beliebte Immergutrocken Party statt. Er alarmiert die Jungs die sofort begeistert sind und den Weg zum Eingang quasi spurtend zurücklegen. Mike bleibt bei mir schaut mich etwas genervt an. Dann sagt er “Fuck the ball” und kickt den Fußball in die Pampa, ganz grob Richtung Bandbus.
Später am Abend finden wir ihn natürlich nicht mehr. Wir folgen den Jungs, die bereits diskutieren, ob sie den Eintritt bezahlen wollen, aber Mike macht dem ein Ende “I don’t pay for that shit”. Also gehen wir zum Hintereingang, quatschen mit ein paar Typen und wir sind drin. Vojta schreit nur “Meet you in three hours” und verschwindet in der Menge. Die andern folgen nach und nach, nur Mike bleibt bei mir, dem die Party tatsächlich keinen Spaß macht. Nicht mal ein Bier will er trinken.
Wir setzen uns auf ein Sofa und unterhalten uns über seine Vergangenheit in Amerika und wie er die Jungs aus der Tschechei kennen gelernt hat. Er erzählt mir, dass es kein Problem ist, in Tschechien zu wohnen und nur englisch zu sprechen, erzählt von den Jobs seiner Bandkollegen und macht deutlich, dass die Zeile “there is nothing I can call my own” aus dem Song Kensington Club sehr ernst zu nehmen ist. Er ist der Einzige ohne Nebenjob, das Geld, das die Band macht, reicht immerhin für die Miete und meistens auch für Essbares.
Wir finden uns tatsächlich wieder und tanken doch noch ein paar Mützen schlaf. Die Jungs sind sehr höflich und friedlich, klimpern am nächsten Morgen ununterbrochen auf allen Instrumenten herum, die meine bescheidene Bude zu bieten hat, bedanken sich geschätzte 20 Mal fürs Frühstück und vertreiben sich dann die Zeit, sich königlich über die Bilder in einem Chili Peppers Buch zu amüsieren. Es geht weiter nach Heilbronn, die Jungs jammern ein wenig, weil wir schon um drei Uhr vor Ort sein sollen. Und dann geht die Geschichte im Grunde von vorne los. Alle fünf werden immer weniger aktiv, hängen nur rum und schauen sehr, sehr müde aus. Irgendwann nach Zwölf explodiert dann aber der Vulkan.
In Heilbronn ist allerdings keine Party auszumachen. Tja, dann lohnt sich auch das übernachten nicht und die Jungs fahren spontan Nachts noch nach Hause.


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