Off Limits ~ liveproof (2008)
von celtic-rock
Einigen unter uns ist die Band Lack of Limits sicherlich ein Begriff. Nachdem es bei Lack of Limits vor geraumer Zeit einige Besetzungswechsel gab und Musiker ausscheiden mussten, treffen wir nun Marco Neumann, einen der ausgeschiedenen Musiker, bei Off Limits wieder. Off Limits sind der besagte Marco Neumann, Marcus Friedeberg, Anne Hoeltzenbein, Mark Winkler und Jörg Müller. Erst 2008 gegründet, erschien recht schnell schon das erste Livealbum dieser neuen Formation. Aufgenommen wurde diese Platte Ende August 2008 in Oldenburg. Auf ihr befinden sich 10 Lieder mit einer Gesamtspielzeit von ca. 50 Minuten. Neben dem ein oder anderen Cover und Traditional tummeln sich auch einige eigene Lieder auf diesem Silberling.
Mit “liveproof” hat dieses Album einen sehr bedeutungsvollen Namen erhalten. Was will uns dieser Titel sagen? Ist er ein Wortspiel zum Film “Proof of life” , dessen deutscher Titel “Lebenszeichen” ist? Dies kann durchaus zutreffen, denn als neu gegründete Band möchte man der Welt gerne zeigen, dass man da ist. Oder wollen sie mit dem Namen einfach passender Weise den Beweis (proof) antreten, dass sie eine Liveband sind? Man weiss es nicht. Wie dem auch sei, dieses musikalische Lebenszeichen beweist auf jeden Fall, dass Off Limits da sind und ihre Musik live sehr gut transportieren und präsentieren können.
Schon der Opener “Evacuate the festival” zeigt, was Off Limits ausmacht – Multiinstrumntalisten die ihre Instrumente allesamt beherrschen, groovender Sound, teils rockig, teils ruhig – das Ganze gepaart mit einem sehr einprägsamen Gesang. Lieder wie “Geigentanz” oder “Calling Witchcraft” schließen sich nahtlos an, rocken ohne hart zu sein und sind dabei immer wieder melodiös und tanzbar. Beim Lied “Own the day” fiel mir beim Hören der ersten Töne sofort Peter Steele von Type o Negative ein. Ein sehr weit hergeholter Vergleich, aber die ersten Sekunden erinnern mich irgendwie an den Anfang von “Christian Woman” des 93′er Albums “Bloody Kisses”.
Ganz so düster uns sakral wie bei Type o Negative geht es dann allerdings nicht weiter. “Own the day”, aber auch Songs wie “Billy’s pain”, “Davy Jones” oder “Farewell to bodmin moor” sind dann typische Folkrocksongs, die die Wurzeln des Folks mit der Energie des Rock und Funk vereinen. Letztgenannter gehört neben “Wenn ich tot bin” zu meinem Lieblingsstücken auf diesem Album. Als traditionelle Stücke haben sich Off Limits dann “(Follow me up to) Carlow” und “Vargtimmen” ausgesucht. Ich denke, beinahe jede Folkrockband hat “(Follow me up to) Carlow” irgendwie in ihrem Repertoire, Off Limits spendieren uns aber neben E-Gitarre und Drums immerhin noch einen Dudelsack bei dem Lied. “Vargtimmen” indes ist kein so oft gehörtes Lied in der Szene, Schandmaul Fans jedoch sollte diese Melodie bekannt vorkommen. Auf ihrem 99′er Album “Wahre Helden” veröffentlichten sie das Lied unter dem Namen “Dudelzack”. Letztes Stück ist das bereits von mir erwähnte Lieblingsstück “Wenn ich tot bin”. Eine sehr überzeugende Coverversion des gleichnamigen Luna Luna “Klassikers”.
Insgesamt ist “liveproof” ein gelungenes Livealbum. Die Atmosphäre von Konzerten auf CD zu bannen ist immer ein zweischneidiges Schwert. Diese Platten kommen nur selten an den Livegenuss heran, jedoch präsentieren sich die Bands so, wie man sie von den Konzerten her kennt. Ich denke, als Debüt gleich mit einem Livealbum zu starten ist riskant, Off Limits ist es aber dennoch ganz gut gelungen. Man kann gespannt sein, wann der erste (Studio)Longplayer das Licht der Welt erblickt.
Trackliste
- Evacuate the festival
- Geigentanz
- Calling (Witchcraft)
- Own the day
- Billy’s Pain
- Davy Jones
- Farewell to bodmin moor
- Carlow
- Vargtrimmen
- Wenn ich tot bin
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Eine kleine Berichtigung der Fakten:
Die Band “Lack of Limits” hat keine Mitglieder rausgeschmissen, sondern es gab unstimmigkeiten innerhalb der Band, da sich die Musiker nicht einigen konnten haben Marco Neumann und Marcus Friedeberg, die beide ehemalige Mitglieder von Lack of Limits sind, sich entschlossen unter dem Namen “Off Limits” eine neue Band zu starten. Dabei spielen sie auch alte Lack of Limits klassiker, nur inzwischen etwas härter getreu dem Motto: “Der Lack ist ab!”
Und was den Albumnamen angeht wäre hier als interpretation eher das Lebenszeichen zu sehen, da die Musiker nach einiger Zeit der unklarheiten endlich wieder auf der Bühne sein konnten.