Acoustic Revolution
Acoustic Revolution

Hat Trickers & Pipes and Pints in Stuttgart, 24032010

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In guter alter Tradition vergangener Jahre gingen wir endlich mal wieder auch an einem Wochentag zu einem kleinen Konzert unserer Wahl. Waren die 3 Konzerte um St. Patricks Day (The Krusty Moors und die 2 Jubiläumskonzerte von Fiddlers Green) vergangene Woche noch sehr traditionell angehaucht, stand dieser Mittwoch Abend ganz im Zeichen des Punk Rock. Hat Trickers, Pipes and Pints und die regionale Band Überdosis sollten uns eine gehörige Portion Punk um die Ohren hauen.

Direkt von der Arbeit aus 150 km gefahren, das Ganze mit nervigem Feierabendverkehr, einer Tanknadel im roten Bereich und die Zeit im Nacken standen wir dann doch irgendwie pünktlich vor diesem kleinen alternativen Laden in Stuttgarter Zentrumsnähe. Zu diesem Zeitpunkt versammelte sich erst eine Hand voll potentieller Gäste im Eingangsbereich – überwiegend Punks. Man teilte uns mit, dass es sich noch verzögert, da die Bands erst spät eingetroffen sind. Kam uns ganz gelegen, denn die hungrigen Mäuler mussten noch gestopft werden. Zurück im Zwölfzehn bezahlten wir die spontan festgelegten 10 Euro Eintritt und schauten uns kurz um. Nichts los, also raus und was trinken bzw. eine Kippe rauchen. Passend zum Outfit und dem musikalischem Konzept des Abends schnorrte uns ein Punk nach ein bisschen Geld an, um ebenfalls rein zu kommen. Wie wir später feststellten ist ihm dieses Unterfangen bettelnder Weise sogar gelungen.

Irgendwann betraten Überdosis die Bühne in dem überaus passendem Club. Nach 2 Liedern zog es uns schon wieder raus in die lauhe Frühlingswärme. Diese Band praktizierte Punkrock in Reinkultur – minimale Instrumentierung, sehr einfache und monotone Kompositionen mit sinnlos anmutenden Texten und jedes Lied im “drei Akkorde – Stil”. 1-2 Lieder konnte man sich die Mucke anhören, danach war es für unsere “sensiblen” Ohren nur noch schlecht. Aber wir standen nicht alleine da, der Beifall … ach ne – es gab ja gar keinen Beifall!

Danach sollte die Band spielen, für die ich 4,5 Stunden Schlaf in dieser Nacht, auf mich genommen habe. Verhielten sich die Jungs von Pipes and Pints vorher noch zurückhaltend, ruhig, fast schon ein wenig lethargisch … spätestens beim ersten Ton des Intros war die Metamorphose in einen verrückten Haufen vollzogen. Vojta, Tomas, Vinca, Syco Mike und Ondra waren plötzlich sehr lebendig, aggressiv und in Feierlaune. Leider konnte man das nicht von den anwesenden Zuschauern sagen. Nur langsam tauten einige auf und bewegten sich ein wenig vor der Bühne. Wie uns Pipes and Pints in einem Interview kürzlich verrieten, wollen sie Spaß haben auf den Konzerten. Dafür taten sie alles. Sie sprangen in den Zuschauerraum, stürzten sich auf Zuschauer und inizierten ein wenig Popo. Dies und ein paar politische Botschaften kamen dann auch ganz gut an. So schnell der Auftritt begonnen hatte, so schnell war er dann auch schon wieder vorbei. Ganz ohne Zugabe lies man die 5 Tschechen nicht ziehen, danach war aber endgültig Schluss.

Die Umbaupause für die letzte Band war dann glücklicherweise sehr kurz. Eine Plane als kleiner Vorhang, gehalten von 2 Zuschauern, machte die Sache spannend. Als sie fiel sah man diese, mir bis dato unbekannte Formation, und war ein wenig vom Outfit überrascht. Hat Trickers sind eine japanische (!) Skinhead-Band, die auf den “Clockwork Orange”-Look setzt – weiße Klamotten, Masken, Schminke und eine leicht theatralische Show. Da der Sound nicht der Beste war und die Zeit ebenfalls ins Land gezogen war, hörten wir uns nur 4-5 Lieder an und fuhren frühzeitiger nach Hause.

Auch wenn das Aufstehen heute mühselig war und die körperliche Konstitution nicht die Beste, hat sich dieser Abend gelohnt. Kleiner Laden, alternatives Publikum und als Bonbon eine meiner Lieblings-Live-Bands on stage. Was will man mehr? Im Mai schauen wir uns dann Pipes and Pints im Rahmen der Boggin Leprechaun CD-Release-Party in Erlangen erneut an. Das wird bestimmt ein noch besserer Abend!


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(Text und Fotos: Sören)

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