Shamrock Castle 2012
Shamrock Castle 2012

Celtic Folk Night in Schramberg, 13032010

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Ein wenig schottisches Lebensgefühl und irische Sounds erwarteten uns am 13.03.2010 bei der “Celtic Folk Night” in Hardt bei Schramberg. Zum vierten Mal wurden hier in dörflichem Ambiente Freunde der Bagpipes, Tin Whistle und Bódrhan empfangen, eine “Schottenparty” zu feiern. Insgesamt vier musikalische Gruppierungen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die zahlreichen Gäste aus naher und ferner Umgebung mit Musik und Tanz zu unterhalten. In der Eingangszone wurden unsere Namen schnell auf der “VIP Liste” gefunden, wir waren Gäste von Cromdale, ein Dank dafür nochmal! Austragungsort der schottisch-irischen Begegnung war die örtliche Turnhalle, die im Rahmen der Möglichkeiten durchaus liebevoll dekoriert war. Von schottischen Fahnen umgeben, stärkten wir uns zuerst mit einer Portion Lachs und Nudeln.

Noch während die letzten Bissen des rosa Meeresbewohners ihren Weg durch die Speiseröhre suchten, ertönten die ersten Töne der Pipes & Drums Band Caverhill Guardians. Als Gastgeber der Schottenparty eröffneten sie mit den altbewährten Melodien das Musikspektakel im Zeichen des Kilts. Der Übergang zu den ersten Künstlern auf der Bühne war damit gelungen. Tune up, eine zwei Generationen Band aus dem Raum Aalen-Heidenheim, spielten dem anwesende Publikum mithilfe umfangreichen Instrumentariums Jigs, Reels und klassische Balladen. Die klaren Seen Schottlands und die Nestwärme uriger Pubs wurden bei diesem “Familienunternehmen” durch ruhige Töne und gediegene Melodien transportiert. Gewisse Parallelen zu einer irischen Musikerfamilie aus dem Popbusiness drängten sich beim Beobachten der gewandeten Musiker auf. Dem Publikum schien es aber 100%ig zu gefallen und so mancher fühlte sich zu mäßig koordinierten Irish Dance Darbietungen angespornt.

In einer Pause, erfreuten wir uns ein weiteres Mal der ozeanischen Gaumenfreuden und das, obwohl nicht nur die Speisen, sondern auch die Preise gepfeffert waren. Rustikale Osterdeko auf den Tischen schufen Gemütlichkeit, Tischgespräche mit Ortsansässigen sorgten für Spaß auf beiden Seiten.

Die zweite Band an diesem Abend, waren die “Folk Senioren” Bachelor’s Walk, die neben perfekt harmonierenden Stimmen und sicher gespielten Instrumenten auch durch humorvolle Ansagen und Mini-Showeinlagen zu unterhalten wussten. Das charmante Quintett überzeugte musikalisch, auch wenn das Tempo sich hier ebenfalls nicht gerade überschlug.

Nach so viel Ruhe und Entspannung brannten wir dann schließlich auf Cromdale, die als Kontrastprogramm zu den Vorgängern, gewohnt schnellen und eingängigen Celtic Folk Rock in den Zuschauerraum schmetterten. Der Publikumswettkampf beim Gröhlen des allseits beliebten Drunken Sailor durfte ebenso wenig fehlen wie das pantomimische Darstellen des Songs I know I have to die. Besonders der donnernde Bass und das rasante Schlagzeugspiel haben dafür gesorgt, dass im Vergleich zu den Vorgängern auf der Bühne, die Schallmauer beinahe durchbrochen wurde. Spätestens wenn dann in der Turnhalle die Funken der Pyroeffekte an die Decke schossen, war klar, dass hier eine etwas rockigere Schiene gefahren wird.

Auch den Woodstock-Gedächtnis Tänzern vor der Bühne schienen die schnellen Songs zu gefallen. Haare wirbelten, die in Samt geschmiegten Beine kreisten und es war klar, dass die New Wave Generation scheinbar noch nicht ausgestorben ist. Als dann das lateinische Gaudete mit seinem choralen Gesang erklang, mündete diese Tanzbegeisterung in ein Gebären, dass teilweise an kultische Sektenrituale erinnerte. Dass nicht nur Opiate berauschende Wirkung haben können, sondern auch guter Celtic Rock, war uns ja schon immer klar, nun hatten wir den esoterischen Beweis. Uns hat Cromdale natürlich wie immer auch gefallen und wir waren froh, dass sie die achtstündige (!) Anfahrt nach Hardt auf sich genommen hatten, um die “Celtic Folk Night” zu bereichern.


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(Text: Jessica Naun)
(Fotos: Sören)

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