Acoustic Revolution
Shamrock Castle 2012

DROPKICK MURPHYS ~ INTERVIEW HAMBURG FEB 03 2010

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Vor zwei Jahren spielten die Dropkick Murphys noch in der mit 1900 Personen ausverkauften Großen Freiheit 36. Diesmal füllen sie die Sporthalle (Kapazität 7000). Ein großer Sprung und das ohne neues Studioalbum. Vor der Show sprach Marcel Backstage mit Dudelsack- und Whistlespieler Scruffy Wallace.

Hey, wie geht’s? Wie läuft die Tour bisher?

Sehr gut. Vielen Dank! Wir reisen relativ stressfrei durch Europa und haben immer wieder Tage frei, an denen wir uns die Städte ansehen können. So waren wir schon zum Beispiel auf dem Eiffelturm und im Münchner Hofbräuhaus. Das ist normalerweise selten bei unseren Terminplänen. Heute Hamburg, Morgen noch Düsseldorf, dann geht’s schon wieder nach Hause, zurück nach Boston.

(Tour Diary clips unter www.dropkickmurphys.com/news/; Anm. d.R).

Nach eurer letzten Show in Hamburg hab ich dich später im Jolly Roger (Fankneipe des FC St. Pauli) getroffen. Wie kam es, dass du ausgerechnet da gelandet bist?

Keine Ahnung, wie ich da hingekommen bin. Das Bier hat mich wohl dahingetrieben,  zu den verrückten Fans von FC St. Pauli. Die Show damals war klasse, ich hab mir auch noch das Stadion vorher angesehen.

Hat sich irgendwas verändert zwischen der letzten Tour, dem letzten Album und der aktuellen Tour?

Eigentlich nicht. Wir machen immer weiter, spielen Shows, trinken Bier und haben die beste Zeit unseres Lebens.

Spielt ihr schon neue, bisher unveröffentlichte Songs?

Nein, live noch nicht. Es gibt zwar schon neues Material, aber wir sind derzeit noch nicht so weit, dass wir davon etwas live spielen. Das bewahren wir uns dann für das neue Studioalbum auf. Dafür spielen wir auf dieser Tour Songs, die wir seit vielen Jahren nicht mehr gespielt haben. Du kannst also davon ausgehen, dass es einige Überraschungen heute Abend geben wird und du wirst sagen: „Holy shit“, das habe ich aber lang nicht mehr gehört. Außerdem stellen wir immer sicher, das wir nicht die gleiche Setlist in einer Stadt spielen.

Was machst du während der Tour, wenn du nicht auf der Bühne bist?

Was mach ich? Also für mich ist Reisen ein großer Spaß und ich informiere mich vorab, was ich in einer bestimmten Stadt sehen möchte. In München wollte ich ins Hofbräuhaus, um ein paar große Biere zu trinken. Da blieb ich dann für den Rest des Tages, was ich gar nicht erwartet hatte. An anderen Tagen gehe ich in ein Museum oder gucke mir Gebäude an. So kann ein Tag ganz unterschiedlich ausfallen, auch wenn ich in einer Stadt bin, in der ich schon mal war. Zwischendurch lese ich, höre Musik oder gucke einfach Fernsehen.

Hast du immer noch Spaß mit deinen Bandkollegen, versteht ihr euch immer noch gut nach all den vielen gemeinsamen Jahren?





Marcel und Scruffy Wallace vor der Show in Hamburg




Aber sicher. Wir könnten nicht in der Band sein, ohne eine gemeinsame gute Zeit zusammen zu haben. Necken und so was gehört natürlich auch dazu.

Normalerweise zählt der Prophet im eigenen Lande nichts aber die Dropkick Murphys haben eine starke Verbindung zu ihrer Heimatstadt Boston und werden auch in der Stadt sehr akzeptiert. Was ist aus deiner Sicht der Grund dafür?

Ich denke, dass 2004 etwas damit zu tun hat. Viele Leute denken, dass unser Song „Tessie” vielleicht bewirkt hat, dass die Boston Red Sox nach 86 Jahren die Baseball-Meisterschaft gewonnen haben und endlich den Fluch besiegt haben. Wir leben auch einfach gern in Boston und wenn wir unsere Shows spielen, kommen alle Freunde und unsere Familien. Und das sind für uns echt die besten Konzerte auf dem ganzen Planeten.

Kannst du dir vorstellen, dass sich Dropkick Murphys in New York City zusammen gefunden hätten, mit dem gleichen Erfolg?

Nein, niemals. Ich denke, dass dort nicht diese Magie wäre. „The evil Empire York“, haha.

Promotet ihr mit dieser Tour eigentlich die noch nicht veröffentlichte Live CD/DVD (Live On Lansdowne, Boston, MA: March 12-17, 2009 Seven Shows, Six Nights was recorded during their St Paddy’s Day 2009)? Sollte die eigentlich schon veröffentlicht worden sein?

Nein, wir haben allerdings so viel Filmmaterial von der Woche, in denen wir acht Konzerte spielten, gehabt, das uns einige Zeit gekostet hat, alles zu editieren. Wir wollen nicht eine DVD veröffentlichen, auf denen überflüssige Sachen zu sehen sind, wie ein langer Soundcheck oder so. Ich hab die Endfassung gestern Abend zum ersten Mal mit Kenny geguckt und bin sehr zufrieden. Man sieht viel Publikum und es vermittelt einem gut das Gefühl, wie es ist, dabei zu sein.

Glaubst du, dass Dropkick Murphys den Höhepunkt ihrer Karriere bereits überschritten haben?

Gott, ich hoffe doch nicht. Ich wollte das hier noch mindestens 10, 15 oder 20 Jahre machen, wenn ich kann. Ich meine wir reisen rum, lernen neue coole Leute kennen und das ist einfach die beste Zeit, die man haben kann.

Also was können wir in Zukunft, sagen wir den nächsten zwei Jahren von euch erwarten?

Mehr Songs, mehr Rock ‘n Roll. Wir werden immer weiter machen so wie bisher.

Was glaubst du, warum ihr so erfolgreich seit, Speziell in Deutschland?

Wir sind gesegnet, solche tollen Fans zu haben. Die sind verrückt nach uns. Das ist eine Art Mysterium, dass ich gar nicht verstehen, sondern genießen möchte. Man sieht die selben Kids immer wieder bei den Shows.

Bist du aktiv am Songwriting beteiligt? Wenn ja, was inspiriert dich dazu?

Jeder ist am Songwriting beteiligt. Ich schreibe natürlich eher Melodien für den Dudelsack und bin nicht so sehr bei den Lyrics involviert, ganz selten mal. Das machen Al und Kenny. Aber alle schreiben aktiv bei den Songs mit. So funktioniert es.

Das irische Gangstergenre war in Hollywood ein Schlager in den 30/40ger Jahren und Cliche für amerikanische Härte. Inwiefern spiegeln aktuellere Filme wie „The Departed“, „Southie“ oder „Boondock Saints“ die Realität in Boston wieder?

Ich denke, die klassische, alte Zeit ist nicht mehr vorhanden. Das war vielleicht noch bis in den 80ern so in South Boston, aber in Bezug auf irische Gangs oder so, ist das längst vorbei.

Was hörst du derzeit an Musik?

Das neue Slayer Album ist groß. Ich bin schon lange Fan von Slayer. Außerdem habe ich das neue Album von Chuck Reagan, der von „Hot Water Music“, gekauft. Es ist ein rein akustisch Album, aber echtes Dynamit. Ich höre vieles gern, von Klassik über Country, Bluegrass, Folk, bis eben hin zu Speedmetal, je nach Stimmungslage. Das ist das schöne universelle an Musik.

Letztes Jahr haben euch gute Kollegen von mir in Boston supportet, die Londoner „Biblecode Sundays“. Hast du die Show gesehen?

Nein, leider nicht. Wir spielen sieben Shows hintereinander und jeden Tag spielen zwei andere Supportbands.

Diese St. Paddies Day Woche ist so verrückt, das man gar keine Zeit für alles hat. Es sind so viele Leute da, die was von einem wollen, so viele Zusatzaktivitäten, de man machen muss, das macht es sehr schwer, immer zu verfolgen, was auf der Bühne passiert. Selbst für uns ist es manchmal schwer da raus zu kommen, wenn es dann heißt, in fünf Minuten beginnt die Show. Mist, schnell umziehen.

Ok, was wirst du heute nach der Show noch machen?

Och, da wir später noch nach Düsseldorf fahren, wohl nur noch Backstage ein paar Bier trinken, ein wenig Eishockey gucken oder so. Lohnt sich heute wohl nicht mehr irgendwo hinzufahren.

www.dropkickmurphys.com

Fotostrecke


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Über Marcel

Shamrocknroll, FC St. Pauli, In Search Of A Rose

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