Shamrock Castle 2012
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The Ceili Family – Robin Hiermer im Interview

von

RobinEndlich ist sie da! Die neue CD der Ceili Family! Handgefertigte Perlen irischer Braukunst … diesmal ausschließlich aus eigener Feder! Nach der ersten CD „Don’t eat yellow snow!“ mit Liedern von Christy Moore, den Dubliners und den Pogues. Nach der 10-Jahre-Geburtstags-CD „tooraloo“ mit dem eigenen Stück „Fall Face First“, das nicht zuletzt in den internationalen Reviews vor allem gelobt wurde. Jetzt also The Ceili Family in Reinkultur! „Tory Kings (+ Gewinnspiel bis 31.01.2010)“! Irisch-inspirierte Musik, wie sie 2009 klingen sollte. Passend dazu nahm sich Robin Hiermer, Sänger und Gitarrist der Ceili Family, ein wenig Zeit uns Rede und Antwort zu stehen.


(celtic-rock.de) Hi Robin, danke dass du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Wie immer am Anfang, ist es nicht verkehrt die Band unseren Lesern kurz vorzustellen. Wer sind “The Ceili Family“? Wie lange gibt es euch? usw.?

(Robin) Wir sind seit 1996 on „tour-a-loo“. Haben als Pub-Trio angefangen. 2001 dann die Verstärkung durch Bass und Schlagzeug. 2006 kam Erik, der Wikinger mit seiner Geige dazu. Wir spielen von Anfang an unsere Lieblingsstücke von Pogues, Dubliners & Co. und haben mittlerweile auch ein ordentliches, eigenes Repertoire. Live kratzen wir schon mal ganz gerne an der 3-Stunden-Marke, wenn alles passt und wir sehen zu, dass es auch zwischen den Liedern unterhaltsam ist. Kann schon mal ausarten, ist aber immer ein Spektakel, hoffe ich !

(celtic-rock.de) Auf celtic-rock.de wurde euer neues Album “Tory Kings” ja schon angekündigt und ein kleines bisschen beworben. Kürzlich habt ihr es veröffentlicht. Erzähl uns ein bisschen was über das neue Album! Gibt es schon erste Reaktionen, wie ist die Resonanz bis jetzt?

(Robin) Erst mal vielen Dank für den Support ! Also: das Ziel war eine Platte mit ausschließlich eigenem Material. Es hatte sich mehr als genug angesammelt. Und wurde fast schon schwierig, Stücke auszusortieren. Die ersten Reaktionen auf die Vorab-Single und das Video „Tory King“ waren schon echt toll. Sogar auf shanemacgowan.com und im Forum dort richtig nette Kommentare. Mindestens genau so wichtig: ich bin selber auch richtig zufrieden mit „Tory Kings“ !

(celtic-rock.de) “Tory Kings”, was hat es mit diesem Namen auf sich? Kam der Name spontan, wie seit ihr darauf gekommen und gab es andere Albentitel, die zur Auswahl standen? Was gab letztendlich den Ausschlag dafür, dass es eben “Tory Kings” wurde?

tory_kings_cover(Robin) Albumtitel haben wir für die nächsten 80 Platten. Wollten zum Beispiel zeitweise auch auf den Opener „Win the Lottery“ abheben. Aber irgendwann hat sich dann herauskristallisiert, dass „Tory King“ eins der herausstechenden Stücke ist. Wegen des Gälisch-Gimmicks an Anfang und Ende und wegen der Gast-Flöte Thomas Rünker von Kings and Boozers. Und irgendwie finden wir die Geschichte vom König von Tory Island sehr sympathisch und typisch irisch. Die hocken da auf der Insel und feiern jeden Abend eine Party. Und Patsy Dan ist König, weil kein anderer den Job machen will. Und es gibt nicht einen einzigen Baum auf Tory Island… Wir brauchen mehr Tory Kings in der Welt !

(celtic-rock.de) Wie man auf dem Album hören kann, habt ihr jetzt nur eigene Songs auf die Platte gepackt? Warum gab es jetzt keine Cover mehr? Hattet ihr die (traditionellen) Songs satt oder wolltet ihr endlich mal zeigen, was wirklich in euch steckt? Ich persönlich finde die Songs ja klasse!

(Robin) Danke für die Blumen ! Es war einfach Zeit für Ceili Family pur ! Die Covers gehören nach wie vor zu uns und werden live gespielt. Viva la quinte brigada, Streams of Whiskey, Jack’s heroes und co. gehören zu einer Live-Party einfach dazu. Aber wir wollten damit auch zeigen, was die Ceili Family 2009 ausmacht. Es hätte im Grunde nichts dagegengesprochen, ein oder zwei Covers mit drauf zu packen. Aber die Reaktionen auf „Fall face first“ – unser eigenes von der „tooraloo“ – haben uns ermutigt. Die Kollegen von shitenonions.com haben damals zB geschrieben, das Verhältnis von 8 Covers zu einem eigenen solle doch bitte bei der nächsten Platte umgekehrt sein. Pah, die haben wir im Sack…

The_Ceili_Family__1(celtic-rock.de) Eigene Lieder zu schreiben ist ja ein wenig schwieriger als Songs nachzuspielen! Wie entstehen / entstanden denn die Songs? Wart ihr gut vorbereitet bevor es ins Studio ging oder sind Songs erst im Studio entstanden?

(Robin) Gut nachspielen ist aber auch nicht so leicht. Wenn man den Stücken einen eigenen Dreh geben will. Naja, also wir waren fürs Studio so gut wie nie vorbereitet……..dachten wir. Als es dann aber um das endgültige Arrangieren der verschiedenen Parts und Melodien ging, haben wir noch mal total viel umgeschmissen und im Studio gebastelt. Es gibt Dinge, die hört man im Proberaum einfach nicht, wenn man die Lieder immer und immer wieder spielt. Da braucht es die Studio-Situation und „externe Ohren“. Die Stücke bringen ich und zum Teil Salzer (Akkordeon) größtenteils fertig mit in den Proberaum. Dann geht’s daran, sie zu einem Ceili-Stück zu machen. Das geht manchmal durch häufiges Ausprobieren, manchmal merkt man aber auch: Nee, das wird nix…

(celtic-rock.de) Wovon handeln eure Texte, was inspiriert dich/euch wenn du/ihr Lieder schreibt? Wie beschreibst du den musikalischen Stil?

(Robin) Ich erzähle gerne Geschichten. Bei „Tory King“ war es ein kurzer Abschnitt in irgendeiner Zeitung. Dass es eine Insel vor der irischen Küste gibt, wo es nicht einen einzigen Baum, aber einen König gibt. Und dann fängt’s im Kopf an zu arbeiten. Und geht manchmal ganz schnell. „Fall face first“ ist eine Geschichte aus Shanes Autobiographie. Über den Typen, der nach 27 Gin und 7 Pints of Stout unter Applaus den Pub verlässt…und draußen mit dem Gesicht zuerst auf den Bürgersteig klatscht. Es kann aber auch mal um banalere Dinge gehen, um das Ausdrücken eines Lebensgefühls oder ähnliches. Oder einfach mal eine skurrile, wahnwitzige Geschichte, die töfte zur Musik passt. Den Stil zu benennen, ist schwierig. Wir sagen ja scherzhaft gerne „Irish Entertainment Folk’n’Roll“…da steckt irgendwie alles drin.

(celtic-rock.de) Wie wir alle in eurem Studioreport hier auf celtic-rock.de lesen konntet, habt ihr euch Unterstützung von Thomas Rünker (Kings and Boozers, Lady Godiva) geholt. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und konnte auch er neue Ideen mit in die Lieder einbringen?

(Robin) Lady Godiva haben wir 2001 im KuZ Pelmke in Hagen kennengelernt. Wir haben uns backstage die ganze Zeit schlappgelacht und sofort gemerkt, dass die Chemie stimmt. Haben in den letzten Jahren häufiger zusammen Auftritte gehabt und auch mit dem Nachfolgeprojekt Kings and Boozers ist das immer eine Art Familientreffen. Mit Bands, die so drauf sind, macht das einfach eine Menge Spaß. Kleine Egos, keine Zickerein – einfach Bock aufs gemeinsame Musizieren und Feiern. Thomas hatte Demos von „Tory King“ bekommen, kam top vorbereitet ins Studio und dann haben wir das Ganze super in den Kasten bekommen. Es stand im Grunde von vornherein fest, dass wir ihn wieder einladen. Er hat ja schon „Jack’s heroes“ auf der „tooraloo“ veredelt, der alte Flötenkönig !

(celtic-rock.de) Extrapersonal kostet normalerweise Geld! Stichwort Geld – wie habt ihr euer Album finanziert? Habt ihr die letzten Jahre sämtliche Gagen zurück gelegt oder geht ihr alle persönlich in Vorkasse mit der Hoffnung, dass das Geld wieder rein kommt? (Zahlen müssen natürlich nicht genannt werden!)

(Robin) Frag nicht ! Zum Glück hat Thomas ehrenamtlich gearbeitet, das wird höchstens noch die eine oder andere Getränkerechnung nach sich ziehen… Wir hatten das Ganze natürlich mal wieder zeit- und kohletechnisch unterschätzt. Als sich aber abzeichnete, wie gut sich die Aufnahmen entwickeln würden, haben wir so eine Art „Augen zu und durch“-Mentalität an den Tag gelegt. Kurz: wir haben drauflegen müssen. Unsere Familien unterstützen uns da auch großartig. Und nach und nach werden wir das alles wieder reinholen. Das eine oder andere schöne Konzert für 2010 steht ja schon jetzt fest…

(celtic-rock.de) Was sind die Ziele mit “Tory Kings”? Peilt ihr eine gewisse Verkaufszahl an? Plant ihr sonst irgendwas, um “Tory Kings” unter die Leute zu bringen? Viele Bands, gerade in dem Genre, berichten sehr oft, dass sie die meisten Platten (dann doch eher) auf den Konzerten verkaufen!

(Robin) Wir wollen allen, die sich die Platte anhören, eine richtig gute Zeit bescheren. Verkaufszahlen sind völlig zweitrangig. Die „Propaganda“ läuft über die szenebekannten Seiten, Foren, Online-Radios. Ohne jetzt rumzuschleimen, ist natürlich so etwas wie celtic-rock.de für Bands unseres Schlages super, um die Leute überhaupt erstmal auf sich aufmerksam zu machen. Und da selbst die großen Plastik-Künstler aus den Charts kaum noch Platten verkaufen, machen wir uns da auch keine falschen Hoffnungen. Wir verschicken die eine oder andere CD in alle Welt, verkaufen sie bei Konzerten…und vielleicht nutzt der eine oder andere Fan auch die Download-Möglichkeit,…wenn er das wirklich tolle Tory-Kings-Booklet verpassen will…

(celtic-rock.de) Leider sieht man euch eher selten auf den “Brettern, die die Welt bedeuten”, sprich ihr habt relativ wenig Konzerte? Woran liegt das? Seid ihr beruflich und privat zu sehr eingebunden oder reichen euch die Auftritte? Fehlt eine Booking Agentur oder ignorieren euch die Veranstalter einfach?

(Robin) Wir wollen jedes Konzert zelebrieren. Ich weiß natürlich, dass andere Bands ausgiebiger touren und reihenweise komplette Wochenenden unterwegs sind. Für uns ist das aber eher nichts. Auch, weil wir alle beruflich viele Baustellen haben und privat glücklicherweise auch eingespannt sind. Wir spielen daher ausgesuchte Konzerte und freuen uns, dass da regelmäßig wahre Highlights dabei sind. Unsere jährliche Paddy’s Day-Party im Wasserschloss Werdringen oder das anstehende Irish Folk Festival in Volmarstein, wo wir die Ehre haben, die einzige rein deutsche Band zu sein. Gerne denken wir auch an unsere Gastspiele bei den Castellans in Hörstel (wird mal wieder Zeit) oder das Burgbergfestival Homberg. Solche Konzerte machen unheimlich viel Spaß. Wenn man dann aber beim Konzert denkt: „Scheiße, gleich noch 200 Kilometer fahren und morgen in xy spielen…“ geht irgendwie ein bisschen der Spaß flöten. Booking Agenturen verzweifeln an uns…das kann ich Dir sagen…

(celtic-rock.de) Wie organisiert ihr euch? Wie oft probt ihr? Wer ist z.B. für das Booking verantwortlich? Habt ihr eine klare Aufgabenverteilung innerhalb der Band?

(Robin) (längere Schmunzelpause) Ich würde mal sagen: organisiert ist was anderes. Wir proben regelmäßig unregelmäßig. Im Schnitt so einmal die Woche, aber mit „Kunstpausen“ zwischendrin. Sind ja schließlich auch schon seit 1996 zugange. Was das Booking angeht, so läuft das meistens bei mir auf. Hat sich irgendwie so ergeben. Heißt aber nicht, dass nicht auch andere Ceilis Auftritte anschleppen dürften. Ansonsten hat jeder so seine Spezialgebiete. Der eine verkabelt ganz töfte unsere Anlage, der andere macht Artwork für die CD oder denkt sich eine Choreo für den nächsten Auftritt bei Carmen Nebel aus…

(celtic-rock.de) Würdet ihr auch für ein “Appel und ein Ei” auftreten oder verlangt ihr eine feste Gage, die Veranstalter ggf. ein wenig abschreckt? Es gibt ja Bands, die alles spielen, würdet ihr das auch machen?

(Robin) Das Paket muss stimmen. Entweder eine Band, mit der wir unbedingt zusammenspielen wollen. Oder ein Low-Budget-Festival, das aus anderen Gründen einfach unseren Support verdient. Wenn es darum geht, eine gute Sache zu unterstützen oder das Ganze ein großer Spaß zu werden verspricht. Was aber eben auch nicht heißt, dass wir „n Appel und ein Ei“ für die beste aller Gagen-Formen halten. Wenn das Publikum stundenlang Spaß mit uns hat, der Veranstalter ordentlich Ticketgeld und Getränke-Umsatz hat…dann wollen wir da halt auch unseren Teil…

(celtic-rock.de) Gibt es eine Band oder einen Musiker, mit dem du/ihr gerne mal auf der Bühne stehen würdest oder ein Festival auf dem du/ihr gerne mal spielen möchtest?

(Robin) Den Dubliners waren wir ja schon mal ziemlich nahe, als wir Vorprogramm und After-Show-Party für sie spielen durften. Banjospieler Barney wollte auch noch für eine kurze Session vorbeikommen, dazu ist es aber irgendwie nicht mehr gekommen. Zumindest haben sie uns in ihrem Set „The auld triangle“ gewidmet. Eine Jamsession mit den Pogues wäre natürlich auch geil, oder ein „Stuhlkreis“ mit Christy Moore. Mal sehen, was noch kommt…

(celtic-rock.de) Ihr habt ja den legendären Pogues-Sänger Shane MacGowan tatsächlich mal getroffen ? Wie kam es dazu ?

(Robin) Über Ingrid Knetsch (die seit vielen Jahren die „Friends of Shane“ macht, inklusive der Seite shanemacgowan.com) hatte ich 1998 von dem Promo-Termin für seine Solo-Platte „Crock of Gold“ gehört. Also sind Salzer und ich hin. Shane kam mit Paul und Tommy von den Popes natürlich Stunden zu spät und ordentlich angetüddelt in die Jameson Distillery nach Köln. Mit groß Werbung machen oder gar musizieren war nicht mehr viel. Das Interview (Link »), das ich damals mit ihm gemacht habe, habe ich erst viel später endgültig entziffern können. War aber ein denkwürdiger Moment, diesen Spezialisten mal zu treffen ! Und immer wieder lustig, in die Aufnahmen reinzuhören…

(celtic-rock.de) Was waren bis jetzt die Highlights für dich in den vielen Jahren mit der The Ceili Family? Irgendwelche besonderen Erinnerungen oder Ereignisse, die du nicht mehr missen möchtest? Gab es besondere Konzerte oder besondere Momente?

The_Ceili_Family__2(Robin) Die Bootstaufe in Holland war cool. Wir wurden gebucht, um bei den Feierlichkeiten zu spielen. Und bei einem Tagesausflug vorher auf einem Plattbodenschiff. Da gab es „Vormann Alt“ vom Fass und wir haben unplugged drauflos gezockt. Sowas ist super. Oder auch nette Bands, die man trifft. Und natürlich Konzerte und Festivals, wo man merkt, dass die Veranstalter und das ganze Team mit unglaublich viel Engagement etwas stemmen – und dann entsteht daraus ein super Abend mit viel Spass inne Backen…

(celtic-rock.de) Wie ich immer wieder feststelle, engagierst du dich mit Herzblut für deine Band? Teilen deine Kollegen diesen Enthusiasmus?

(Robin) …klar, die können das nur nicht richtig zeigen, hehe. Nee, ich kann ja im Grunde nur für mich sprechen. Mir macht das einfach eine Menge Spaß, kreativ zu sein. Ob das dann ein Lied ist, was man schreibt. Oder ein Demo, das man zuhause alleine produziert. Oder die Homepage, an der man schraubt. Oder auch die anderen Projekte, die ich neben der Musik mache. Ich glaube, es gibt in Bands oder auch anderen Zusammenhängen immer Leute, die sich mehr kümmern als andere…

(celtic-rock.de) Wie wichtig ist dir/euch Erfolg mit The Ceili Family? Was wollt ihr noch erreichen? Habt ihr musikalische Ziele, die ihr verwirklichen wollt oder ist die Musik zu speziell um damit großen Erfolg zu haben?

(Robin) Ich glaube, „Erfolg“ ist nicht die richtige Kategorie für uns. Mir würde es schon reichen, wenn alle, denen wir wie auch immer über den Weg laufen, hinterher denken: „Jawoll, die machen ihr Ding !“ Und mit unserer Musik Spaß haben und dem, was wir auf der Bühne machen. Dass wir das alles halt auf unsere Art und Weise machen.

The_Ceili_Family__4(celtic-rock.de) Du arbeitest ja im Radio? Das bietet sich an mal nachzufragen. Du selbst, denke ich mal, bist aktiv an der redaktionellen Arbeit bei der Programmgestaltung beteiligt – deiner Einschätzung nach, wieso wird Celtic Rock, Irish Folk, Mittelalterrock usw. von den Radiostationen ignoriert? Wo siehst du persönlich die Probleme oder Gründe dafür?

(Robin) Ich bin zum Glück nicht in einer Musik-Redaktion tätig, sondern als Moderator einer täglichen Nachmittagssendung hier in Hagen. Bei uns privaten Radios regiert halt das sogenannte Musik-Format. Wir müssen anders als die Öffentlich-Rechtlichen ohne GEZ-Gebühren auskommen. Die Verantwortlichen für das Musikprogramm vermeiden daher Experimente. Das kann man gut oder schlecht finden. Solange ihnen der Erfolg Recht gibt, wird sich das nicht ändern. Für „special interest“ sind Angebote wie euer Webradio oder Kollegen wie Paddy Rock Radio genau die richtige Antwort !

(celtic-rock.de) Ich persönlich finde, dass Mainstream und Spartenmusik nicht wirklich zusammen in ein Programmschema passt? Meinst du, dass sich das je ändern wird? Wünschst du dir gerne auch mal “unsere” Musik im Radio (ausgenommen Spartensender!)? Welchen Einfluss haben die “großen Plattenfirmen” deiner Meinung nach?

(Robin) Ich glaube schon, dass man das passend machen könnte. Theoretisch zumindest. Mit guten Moderatoren mit musikalischem Background und einem klugen Programmkonzept. Das Problem ist, dass das Ganze von irgendwem finanziert werden muss. Oder vom Steuerzahler subventioniert. In meiner Sendung biete ich Bands, die in Hagen spielen, ein Forum. Mache Hinweise, kleine Interviews und/oder spiele deren Musik an. Auf unserer Homepage haben wir außerdem eine kleine „Unplugged“-Abteilung. Die „großen Plattenfirmen“ haben schon eine Menge Einfluss, klar. Aber der hilft ihnen auch nicht immer. Beispielsweise laufen bei uns einige sehr erfolgreiche Bands nicht, weil sie eben nicht ins Format passen…Tokio Hotel, DJ Ötzi und solche Konsorten…

(celtic-rock.de) Da wir uns hier “online bewegen” und unser Magazin nur im WorldWideWeb erscheint, stelle ich gerne dir Frage, was Bands von den neuen Medien halten? Web 2.0 ist das ein Begriff? Wie sehr nutzt ihr dieses Medium (MySpace, YouTube, Facebook & Co.)?

(Robin) Dieses ganze Gedöns ist schon eine ziemlich gute Möglichkeit, die frohe Botschaft zu verkünden. Unser „Tory King“-Video haben sich innerhalb von zwei Wochen weit über 500 Leute bei youtube angekuckt, Tendenz steigend. Früher hätten wir denen allen ein VHS-Tape mit dem Video vorbeibringen müssen. Und über myspace kam der Kontakt zu Paddy Rock Radio, wo wir häufiger gespielt werden und auf dem letzten Sampler vertreten sind. Sowas nicht zu nutzen, wäre ganz schön dumm. Allerdings glaube ich nicht so wirklich an den Erfolg des 1000. Myspace-Bulletins, in dem es darum geht, Band xy zum Nachwuchsfestival yz zu voten…

The_Ceili_Family__3(celtic-rock.de) Was ist dein persönlicher Musikgeschmack? Wenn du z.B. das Seegeflüster moderierst kommst du gezwungenermaßen auch mit anderen Bands und Musikstilen zusammen! Was davon gefällt dir? Ist das nur Arbeit oder blickst du auch gerne über den musikalischen Tellerrand hinaus?

(Robin) Mein Musikgeschmack ist einigermaßen breitgefächert, denke ich. Die Ramones waren die absoluten Helden meiner Jugend. Tom Waits ist großartig. NOFX, Die Goldenen Zitronen. Hab auch eine große Sammlung von Elvis-Konzerten. War auch ein Großer. Und dann natürlich noch die ganzen irischen Großmeister: Ronnie Drew, Christy Moore, die Pogues und Shane solo… Beim Seegeflüster finde ich super, die verschiedensten Künstler zu sehen und auch hinter der Bühne zu erleben. Das muss mir dann nicht alles 100%ig musikalisch gefallen. Aber vieles ist auch richtig gut: das 1000. von Extrabreit 2005, die Gastspiele von Guildo Horn oder im letzten Jahr das äußerst schräge und genau so charmante Set der Wohnraumhelden. Kann man übrigens zum Teil auch bei youtube sehen. Haben letztes Jahr das Internet-Angebot „SeeTV“ gestartet.


Zum Schluss noch ein paar typische (celtic-rock) Standardfragen:


(celtic-rock.de) Whisky or Guinness?

(Robin) Guinness

(celtic-rock.de) Live or album?

(Robin) Live ist das Größte. (Album erst so anstrengend und irgendwann später das Größte).

(celtic-rock.de) Vinyl oder digital?

(Robin) Plattenspieler hab ich leider nicht mehr, Platten jede Menge !

(celtic-rock.de) Weißt Du noch, welches dein allererstes Album war?

(Robin) Maxi-Single Europe „The Final Countdown“ – hat mich weder modisch noch musikalisch geprägt…

(celtic-rock.de) Was ist der Klingelton von deinem Handy?

(Robin) NOFX – My orphan year (acoustic version)

(celtic-rock.de) Gibt es irgendwas, was du den Lesern von celtic-rock.de am Ende noch sagen möchtest?

(Robin) Don’t eat yellow snow !! Und supportet die Szene, wo immer es geht !

Vielen Dank für das Interview und das beantworten unserer Fragen. Wir von celtic-rock.de wünschen natürlich viel Erfolg mit “Tory Kings” und hoffen, dass man euch in Zukunft öfter live erleben kann (und zwar in allen Regionen in Deutschland).

(Interview Sören Wittmann)

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Autor/in: 186 Beiträge | » Website

3 Kommentare
  1. Jani sagt:

    8-O  Hab grad im Online Radio nen song gehört….Maaaannnn.. echt saugeil! Brauch die CDs!!

  2. Robin sagt:

    …da können wir Dir doch helfen !

    Entweder hier gewinnen:
    http://www.celtic-rock.de/archives/4396

    Oder eine Mail an uns schreiben !!

    Tooraloo !!

    Robin

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