Aisleng ~ The story of Will the sailor (2008)
von celtic-rock
Schon als alte Hasen im Geschäft können sich Aisleng wahrlich titulieren. Bereits im Frühjahr 1990 wurde die Band durch Stony Waters und Wolfgang Bauer gegründet. Damals noch als Duett wuchs die Band im Laufe der Jahre. Heute sind Aisleng eine bunte Mischung als Jung und Alt. Aisleng, was so viel bedeutet wie “Traum” oder “Traumwelt” spielen Irish & Scottish Folk. Aisleng greifen meist auf alte, teilweise aber auch auf moderne irische und schottische Folksongs zurück. Sie decken mit ihrem Repertoire die gesamte Palette der vielgestaltigen keltischen Folkmusic ab.
Aisleng können heute auf etliche eigene Veröffentlichungen zurück schauen. So spielte man bereits 1993 das erste kleine Album ein. Es folgen Platten wie “Come by the Hills” (1994), “Land of McLeod” (1998), “Lord of the Dance – Live” (2000), “The Maid behind the Bar” (2003), “Down At Dunbar” (2005) und mit dem vorliegendem Album “The Story of Will the Sailor” (2008) das vorerst letzte Album. Auf “The Story of Will the Sailor” befinden sich 13 Lieder mit einer Gesamtspielzeit von ca. 43 Minuten. Es dürfte sich um das bis dato abwechslungsreichste Album der sympathischen Hohenloher handeln. Eigene Songs, aus der Feder von Wolfgang Bauer und Hedy Mühleck, allseits bekannte Traditionalls, 2 gecoverte Stücke von Ritchie Blackmore und einige Pipe-Stücke machen die CD abwechslungsreich und zu einer runden Sache. Die Songs erzählen von Heimatverbundenheit und Wanderschaft, von den Schrecken eines Krieges, von Whiskyschmugglern und natürlich von der unerfüllten Liebe eines “young scotsman”.
Viele Bands, welche irische und schottische Songs traditionell interpretieren, gleichen sich musikalisch wie ein Ei dem anderen. Oftmals würde es reichen einfach den Namen auf dem CD Cover auszutauschen. Aisleng kommt es, so Wolfgang Bauer, nicht auf die traditionelle Interpretation der Folksongs an. Vielmehr wollen sie mit unkonventionellen Instrumenten experimentieren. Eindeutig hervorzuheben ist da wohl das für die Musikrichtung eher untypische Keyboard. Der Sound unterscheidet sich daher sehr von den bereits erwähnten “Klonen der Folkmusik”. (Folk)Hardliner könnten so zwar sehr einfach Angriffspunkte finden, ich persönlich finde diesen Mix aus Keyboardsond und klassichen Instrumenten aber gelungen. (Live noch mehr, als auf Platte!)
Lieder wie “Praise the champions“, “The oak and the ash“, “The story of Will the sailor” usw. erhalten so einen neues und ungewöhnliches Klangbild, welches die Charakteristik der Songs nicht negativ beeinflusst. Auch die Ritchie Blackmore Cover “Be mine tonight” und “Cartouche” werden ein wenig entstaubt und in ein leicht verändertes Gewand gesteckt. Ein großer Pluspunkt auf der Platte ist der mehrstimmige Gesang. In ihren Liedern wechseln sich Stony Waters (rauher Gesang), Wolfgang Bauer und Conny Schuller (klare Folkstimme) ab oder interpretieren sie Lieder gemeinsam.
Die CD dürfte beim ersten Hören für Verwunderung sorgen und mitunter zum überhasteten Verurteilen führen. Der ungewöhnliche Keyboardsound könnte einige Abschrecken. Von daher rate ich die CD mehrfach zu hören und ihr eine Chance zu geben. Auch wenn ich mehr der Rock- und Folkpunk Liebhaber bin, war ich vor ein paar Jahren (beim hauseigenen Festival “Folk in Braunsbach“) beim ersten Hören trotzdem überzeugt. Aisleng laden nicht zum rocken und Pogo tanzen ein, vielmehr sollte man sich eine Kerze anmachen, die Augen schließen und sich beim Hören zurücklehnen.
Trackliste
- Praise the champions
- The oak and the ash
- Be mine tonight
- Setting Sail
- Neill’s Barn
- The dragon and the phoenix
- Cartouche
- The story of Will the sailor
- Jock Stewart
- Mc Farmer’s Dance
- Meet me on the corner
- Farewell to Camraw – The Glasgow City Police Piper – Banjo Breakdown
- The joiner’s fantasy
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