The Paperboys in Pforzheim
von Jessy
Ein Hauch von lateinamerikanischer Lebensfreude und keltischen Klängen fegte am Samstag durch das Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim. Gitarrenriffs, die scheinbar direkt aus Mexiko importiert wurden, dazu melancholisch-keltische Rhythmen sorgten auch bei uns deutschen Besuchern für Sommerstimmung und gute Laune.
Nachdem wir am Freitag mit Fiddler’s Green noch das andere (und im wahrsten Sinne des Wortes heiß geliebte) Extrem erlebt hatten, ging es am Samstag ins Kulturhaus Osterfeld nach Pforzheim (meine Geburtsstadt übrigens). Dort sollten „The Paperboys“ oder, wie sich die Band selbst klangvoller nennt, „Los Paperboys“ die Besucher mit ihrem “Celtic Latin Folk” unterhalten.
Das gesamte „Event“ war wie schon der Veranstaltungsort selbst von eher edlerer Natur. Kein abgewrackter Laden mit dem typischen Rockn’Roll- Charme, wie wir sie sonst so gerne besuchen. Stattdessen erwartete uns ein geschmackvolles Ambiente inklusive etwas reiferen Publikum. Auch mal eine schöne Abwechslung angesichts mancher Entwicklungen bei anderen Konzerten, wo selbst ich mich mit meinen jungen 23 Jahren manchmal schon zum „alten Eisen“ zähle.
Dem Publikum und der Location angepasst, waren dann auch die vor der Bühne aufgereihten Stühle nicht verwunderlich, wenn für uns doch gleichsam ungewohnt. Die Sitzgelegenheiten wurden zum Glück (auch nach deutlicher Aufforderung durch die Band) zumindest teilweise aufgegeben, um das Tanzbein zu den lebensbejahenden Rhythmen der Kanadier zu schwingen. Die teils auf englisch, teils auf spanisch gesungenen Songs waren von beschwingt-fröhlich bis zu melancholisch durchweg schön arrangiert und zeugten von dem Abwechslungsreichtum der Gruppe.
Vor allem aber war den auf der Bühne Beteiligten anzusehen und zu -hören, dass sie Spaß an der Sache haben (und nicht nur an dem viel gelobten deutschen Bier und “S’weine-S’nitzel). Die Energie, die die Musiker auf der Bühne zeigten sprang allmählich auch auf das Publikum über und sorgte dafür, dass alle Anwesenden (Ich und Sören inklusive) einen schönen Abend verlebten. Los Paperboys haben uns „Rockern“ gezeigt, dass es nicht immer “Moshpit” und durchgetanzte Schuhe sein müssen, die ein Konzert zum Erlebnis machen. Ein Konzertgenuß „light“, der dennoch rund war.
(jn)
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