Silent Poem (D) – Sucht und Ordnung (2007)
von celtic-rock
In Sachsen soll es nicht nur die schönsten Frauen geben (sagt man zumindest), nein – auch sehr talentierte junge Musiker bereichern die Musikszene mit ihrer Musik. Dazu zählen eindeutig auch Silent Poem. Silent Poem kann man fasst noch zur Abteilung “Jugend musiziert” dazuzählen. Das Durchschnittsalter der 4 Musiker dürfte heute so um die 20-22 Jahre liegen – wenn man bedenkt, dass das erste kleine Album (Crispy coffy) aus dem Jahre 2002 stammt, braucht man keinen Taschenrechner um herauszufinden, seit wann sie gemeinsam Musik machen. In den vergangenen Jahren standen sie schon auf den großen Bühnen Ost-Deutschlands und haben schon mit Bands wie Letzte Instanz, Silbermond, Liquido, Keimzeit, Bananafishbones, Mutabor, SPN-X, Die Elenden oder Die Schnitter zusammen gespielt.
Sucht und Ordnung ist nach dem genannten Album “Crispy coffy (2002)”, dem Album “Ohne Luft (2004)” und der Maxi “Little Wing Chopper (2005)” die bereits vierte Veröffentlichung von Silent Poem. Diese Alben wussten musikalisch bereits zu überzeugen (Anm. des Verfassers, ich habe die Alben in meinem heimischen CD-Regal stehen), Sucht und Ordnung, welches bereits im Jahre 2007 veröffentlicht wurde, überzeugt vom ersten Ton an und ist nochmals eine Steigerung zu den (vorher genannten) gelungenen Machwerken der Band.
Nach dem kurzen Intro Einführung folgt mit Bäähmmmm bereits der erste kleine Höhepunkt auf dem Album. Gitarren, Drums und Gesang kommen rockig daher. Der zweite Song Mein Kopf ist ein textlich gelungener Rocksong, der rein haut und einfach nur gut abgeht. Beim dritten Lied handelt es sich um eine Coverversion vom Lied “Goldener Reiter“. Die Interpretation, des aus dem Jahre 1980 stammenden Songs von Joachim Witt’s Album “Silberblick”, ist wahrlich gelungen. Damals wurde das Lied der größte Erfolg von Joachim Witt, Silent Poem geben der Neuen Deutschen Welle von damals die notwendige Härte von Heute. Super Song, sehr gut umgesetzt.

Bei Lied vier Häwelmann handelt es sich um eine sehr intensive Rockballade. Inhaltlich könnte man es als eigene Interpretation von Theodor Storms Kinderbuch “Der kleine Häwelmann” betrachten. Echt gelungener Song, den man gleich 2-3 hinter einander hören muss. Das folgende Stück Amoktango erinnert mich, trotz leichter Tangorhythmen, ein wenig an manch einen Song früherer Letzte Instanz Alben. Krötenwanderung geht recht ruhig los, entwickelt sich aber schnell zu einer harten Nummer, welche zwischenzeitlich zum Headbangen einlädt. E-Gitarre, Frauen- und Männergesang, Geige und Drums harmonieren auf ganzer Linie. Wunderbares Wallen, Song Nummer 8 erinnert mich wieder an die Letzte Instanz vergangener Jahre. Innovatives Gitarrenspiel, gelungene Geigenlinie und die notwendige Intensität eines Rocksongs.
Äußerst Seltsam geht leicht jazzig los und zeigt das musikalische Spektrum der jungen Band. Ähnlichkeiten mit der Band Honigdieb sind nicht von der Hand zuweisen. Nach diesem stilistisch etwas aus der Reihe fallendem Song folgt mit T.M.F. wieder eine Nummer, die größtenteils abgeht und Live die Leute zum Hüpfen und Tanzen bewegen könnte (und dies bestimmt auch tut). Geige, Drums und Gitarre gehen eine hervorragende Symbiose ein. Nach diesen härteren Nummern folgt mit Mutter Angst wieder ein ruhigeres Stückchen, bevor bei Parasit das Tempo wieder ein wenig gesteigert wird. Letztes Stück auf dem Album ist die Unplugged-Version des gleichnamigen Titelsongs vom Album “Ohne Luft“. Sehr geigenlastige Version, die Original-Rockversion gefällt mir etwas besser, aber dennoch ein schönes Ende eines gelungenen Albums.
Insgesamt ist Sucht und Ordnung ein sehr hörenswertes Album, welches in keinem gut sortiertem CD-Regal fehlen sollte. Die Platte ist über ihre gesamte Spieldauer sehr abwechslungsreich – mal rocken sie Songs, mal sind sie eher ruhiger Natur, auch die Texte sind für eine so junge Band sehr gelungen. Diese Band sollte man im Auge behalten, man kann nur hoffen, dass sie trotz Schule, Studium oder Arbeit weiterhin gemeinsam Musik machen. Mittelalterrock, Geigenrock usw. sind heutzutage etwas überlaufende Genres, viele Bands überzeugen dort nur noch durch Quantität statt Qualität. Neben dem vielen musikalischem Einheitsbrei, der einem dabei geboten wird, stechen Silent Poem aus der Masse hervor.
Trackliste
- Einführung
- Bäähmmmm
- Mein Kopf
- Goldener Reiter
- Häwelmann
- Amoktango
- Krötenwanderung
- Wunderbares Wallen
- Äußerst seltsam
- T.M.F.
- Mutter Angst
- Parasit
- Ohne Luft (accoustic)
Homepage | Myspace | Bestellen | Medienbox | Über Rezensionen


Mai 2012:
April 2012:
März 2012:













Mal wieder ein schöner Tipp!

Ich weiß nur nicht, was ich von dem Gesang halten soll, der (unter anderem) gibt dem ganzen teilweise einen Gothic-Touch, an den ich mich erst gewöhnen muss. Aber ich gebe der Myspace-Playlist sicher noch einige Durchläufe, um mich zu überzeugen.
Eine großartige Band – die sollte man unbedingt mal live erleben! Einige Live-Impressionen gibts unter diesem Link: http://bit.ly/2oyQth
Klasse Videos
Danke für den Link…