Volksfeste mit Speedfolk und Irish Folk Punk
von celtic-rock
Wieder mal sollte ein Wochenende mit einer Menge Live-Mucke auf dem Programm stehen. Geplant war die Irische Nacht in Usingen mit Fiddlers Green, The Krusty Moors und 2 anderen Acts sowie der Auftritt von The Porters beim Altstadtfest in Goslar.
Fiddlers Green & The Krusty Moors in Usingen
11. September 2009
Freitag ging es sehr früh Richtung Usingen, denn die Staugefahr in diese Richtung ist nur allzu bekannt. Und genau so kam es auch. Kleiner Stau bei Karlsruhe, kleiner Stau bei Heidelberg und Stau bei Frankfurt. Aber letztendlich kamen wir 18:55 Uhr in Usingen an. Also super geplant! In Usingen selber gab es aber nicht ein einziges Schild bzw. Hinweis bzgl. der Irischen Nacht, aber nach 3 Runden durch Usingen fanden wir das Gelände. Zu unserer Überraschung fand dieses Event im Rahmen eines Volksfestes statt, was man auch gleich auf dem Weg zum Zelt sah. Kleine Kinder mit Alkohol in den Händen, Autoscooter und andere Attraktionen machten nicht gerade Lust auf solch einen Abend.
Pünktlich 19 Uhr wurden wir in das große … sehr große Festzelt gelassen. 15 Euro Eintritt und schon waren wir drin. Zu dem Zeitpunkt verirrten sich recht wenige Leute im Zelt, aber nach und nach wurde es betriebsamer. Wir schauten uns erstmal um, machten uns mit dem Pfand- und Essensmarkensystem bekannt und aßen n’ Currywurst mit Pommes. Nebenbei absolvierten The Krusty Moors noch ihren Soundcheck.
Kurz danach, vor noch recht wenig interessierten Zuschauern, begann Scoirish, ein einzelner Künstler mit Schottenrock, sein Programm zu spielen. Dieser “Alleinunterhalter” widmet sich der traditionellen schottischen und irischen Folk Music. Er konnte aber auf ganzer Linie NICHT überzeugen. Er hat sich bemüht, aber die Lieder spielte er viel zu langsam und es war einfach nur langweilig. Auch dem Dudelsackspiel sollte er sich noch viel mehr widmen. Das klang mitunter fast schon zum weglaufen. Laut Veranstalterhomepage sollte er das Publikum einheizen, das gelang allerdings überhaupt nicht. Aber gegen 20 Uhr war das Spektakel endlich vorbei.
Eigentlich begann für uns jetzt erst der eigentlich Abend. The Krusty Moors enterten recht schnell die Bühne. Das war schon der dritte Auftritt für uns in den letzten Wochen. Gesehen hatten wir sie schon in Zaisersweiher im Vorprogramm von The Seer und beim Altburgfestival in Bundenbach. Diesmal war der Sound alles andere als perfekt, denn das große Zelt sorgte für doppelten Sound. Einmal von vorne und einmal von hinten. Irgendwie kam auch keine Stimmung auf, was ich recht schade fand. Aber das war ja zu erwarten bei so einem Volksfest. Trotzdem spielten The Krusty Moors wie immer ihre spannende Mischung aus traditionellen Folksongs und Stücken, die ihre Wurzeln in der reichen Musikgeschichte Irlands, Schottlands und anderen Ländern keltischen Ursprungs haben. So schnell, wie der Auftritt begann, war er dann auch wieder vorbei.
Nach einer recht kurzen Umbaupause ertönte endlich, das so geliebte Intro der aktuellen Fiddlers Green Konzerte. Endlich sah man auch ein paar Fiddlers Green T-Shirts im Publikum und es wurde etwas munterer vor der Bühne. Allerdings herrschte immer noch viel Platz zwischen den anwesenden Zuschauern. N’ handvoll junger Zuschauer hüpfte und tanzte trotzdem. Dann wurden Lieder wie Life full of pain, Sporting day, Folk not dead, Highland road usw. dargeboten. Immer wieder musste Albi, der Sänger von Fiddlers Green, die Leute auffordern etwas nach vorne zu kommen. Bei Rocky road to dublin allerdings wurde die Wall of folk von fast allen Zuschauern zelebriert, das war das eigentliche Highlight dieses Abends. Nach dem Ende des eigentlichen Konzertes gab es noch die typischen Zugaben Irish Air, Shut up and dance und zu guter letzt Blarney Roses.
Danach wurde es recht schnell leer im großen Zelt. Kurze Zeit später gesellte sich noch Stefan Klug zu mir und man quatschte ein wenig über das Music Buisness, diverse andere Szenegrößen und über celtic-rock.de. Nach Fiddlers Green sollte aber noch eine Band ihr Können zum Besten geben – Gerry Doyle & Oldtown. Wir waren neugierig und warteten, vielleicht kommt da ja noch ein Schmankerl. Dem war dann nicht so, dem Auftritt fehlte es etwas an Pepp und Würze. Dargeboten wurden zwar Klassiker der grünen Insel, aber überzeugt hat es uns nicht. Wir haben dann den Abend vor Ort beendet und sind wieder nach Hause gefahren. Wie sich im Nachhinein raus stellte, war das eine richtige Entscheidung, denn gegen 2:15 Uhr kam es zum Streit von mehreren Leuten, in dessen Folge ein 20-jähriger junger Mann mit mehreren Messerstichen erstochen wurde. Kein schönes Ende für ein freudiges Fest!
Zusammenfassend kann man sagen, dass es ein netter Abend war, allerdings dürften die Clubkonzerte in ein paar Wochen wieder mehr eingefleischte Fiddlers Green Fans anlocken. Darauf freuen wir uns jetzt schon, da wird dann wieder richtig gerockt!
The Porters beim “Altstadtfest” in Goslar
12. September 2009

Weitergehen sollte es am Samstag mit dem Auftritt von The Porters beim Altstadtfest in Goslar. Allerdings hatte ich vorher (nach 15 Jahren) noch Klassentreffen. Auch wenn es mit den alten Schulfreunden echt lustig war, brachen wir 21 Uhr auf Richtung Goslar (die Konzertsucht muss ja gestillt werden). Was folgte war eine recht flotte 1,5 Stunden dauernde Fahrt durch den Harz. Das reichliche Buffet des Klassentreffens und die vielen Kurven auf der Fahrt harmonierten nicht sonderlich gut, Details werden aber an dieser Stelle ausgeblendet! 22:40 Uhr sollten The Porters auf der “Jungen Bühne an der Hauptschule” beginnen, 22:35 Uhr stellten wir erst unser Auto auf einem entlegenden Parkplatz ab. Da ich schon einige Altstadtfeste (früher besuchte ich Konzerte der Band Moskote) mitgemacht habe, wusste ich tendenziell den richtigen Weg. Zum Leidwesen von Jessy rannten wir förmlich durch halb Goslar. In Anbetracht dessen, dass sich wohl 10.000 Menschen und mehr in Goslar aufhielten, war ein Vorankommen am Ende nur schwer möglich. Etwas abgehetzt und mit 10 Minuten Verspätung standen wir vor der Bühne, auf der The Porters schon im vollen Gange waren.
Auf dem Schulhof der Hauptschule versammelten sich etliche Leute, ich schätze so 200-300. Trotzdem kam man recht leicht und schnell an das Absperrgitter am Bühnenrand. Der Großteil der Leute hielt einen gewissen Respektabstand, so dass ein paar Punks, Metaller und Rockabilly-Typen mit Bier in der Hand und Kippen im Mund tanzen konnten. Besagtes Unwohlsein aufgrund des Buffets lies mich jedoch recht schnell ein stilles Örtchen aufsuchen. Ich denke, ich sollte mich jetzt gegen sämtliche Krankheiten impfen lassen, denn die WC’s waren alles andere als einladend (auch hier erspare ich dem geneigten Leser weitere Details!)
Zurück an der Bühne rockten The Porters fleißig das Altstadtfest und schmetterten ihre Songs runter. Der Sound war gut, die Show auch und das Publikum war auch recht dankbar. Ich habe The Porters im März in Kassel noch in alter Besetzung gesehen, das war recht heftig damals (was auch an ein paar Nörten-Hardenberger Bieren gelegen haben kann). Auch die neue Besetzung weis zu gefallen, ich war begeistert. Kurz vor Mitternacht war der Auftritt schon vorbei, allerdings gab es noch ein paar Zugaben und ein paar Geburtsagsgrüße von der Bühne aus. Kurz nach Mitternacht war dann allerdings wirklich Schluss. Schnell wurde es ruhig, die Security sperrte sämtliche Eingänge ab und das Fest neigte sich dem Ende zu. Wir atmeten endlich mal durch, tranken noch ein bisschen was und genossen das herrliche Ambiente der Goslar’er Altstadt. 2 Stunden später fielen wir, geschafft von 2 Tagen on tour, etwas fertig und müde endlich in unsere Betten…
…
Weitere Artikel in dieser Serie:
- Das war Poyenberg 2009 (19. Juni 2009)
- Folk im Schlosshof 2009 (29. Juni 2009)
- Krêposuk live en Dannemarie (19. August 2009)
- Shamrock Castle 2009 (19. August 2009)
- GOD beim Sommerfest in Stuttgart (19. August 2009)
- I really enjoyed the party (4. September 2009)
- Singende Sägen, Irish Folk und Regenschauer (7. September 2009)
- Volksfeste mit Speedfolk und Irish Folk Punk(This post) (16. September 2009)
- Fiddlers Green in Karlsruhe / The Paperboys in Pforzheim (6. Oktober 2009)
- Rock an der Nagold mit Ahead to the sea (20. Oktober 2009)
- Across the border in Remchingen (2. November 2009)
- Mr Irish Bastard in Nürtingen, 07112009 (11. November 2009)
- The Shanes im "Pavillon" in Sindelfingen, 12122009 (13. Dezember 2009)
- Hat Trickers & Pipes and Pints in Stuttgart, 24032010 (25. März 2010)
- The Wakes - Glasgow Irish Folk'n' Roll in Stuttgart, 08042010 (12. April 2010)
- The Shanes in Freudenburg, 30042010 (3. Mai 2010)
- Irish Fight Night in Erlangen, 07052010 (12. Mai 2010)
- The Seer in Oettingen, 15052010 (17. Mai 2010)
- The Mighty Stef Band in Heilbronn, 29052010 (31. Mai 2010)
- Schotten im Stadion und Belgier in der Bar - drei Tage in Schottland! (28. September 2010)
- Backstage-Report: The Seer in Nattheim, 06112010 (11. November 2010)
- X-Mas-Irish-Folk-Punk-Night in Arnsberg, 20112010 (23. November 2010)
- BOGGIN LEPRECHAUN + Support am 15012011 in der "Cultfactory Luise" in Nürnberg (18. Januar 2011)
- Bastards on parade und Smokey Bastards in London, 01052011 (5. Mai 2011)


Mai 2012:
April 2012:
März 2012:













Liebe Leser, Verfasser,und andere,
ich habe heute per Zufall diesen Kommentar im I-Net über die Irische Nacht in Usingen gefunden. Ich bin der Musiker der als “Alleinunterhalter” unter dem Namen Scoirish auftrat. Ich muss dazu kommentieren, das ich selbst nicht sehr zufrieden mit dem Abend war. Der Soundcheck war ein Desaster (der “unwichtigste” wird nicht beachtet und obwohl ich um eine Monitorbox gebeten hatte (die auch da war) konnte ich mich darin leider selbst nicht hören. Für mich, der eigentlich immer nur in Irish Pubs und kleineren Kneipen/Lokalitäten auftritt war dies eine (wohl auch für die Zuhörer) schlechte Erfahrung. Aber das soll keine Entschuldigung sein! Anbei ein Link z einem Artiklel im Usinger Anzeiger der eigentlich wiedergibt wie meine Musik klingt und ist wenn ich in meinem “normalen” Umfeld auftrete.
http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/wirtschaft/7657631.htm
Sorry und liebe Grüsse,
Chris
P.S. Ich mache keinen Speedfolk sondern traditional Scottish & Irish Folk!