Ally the Fiddle ~ Red unicorn (2008)
von celtic-rock
Ally the Fiddle sind Ally (Fiddle/E-Violin), Robert Klawonn (Guitar), Diemo Heuer (Guitar), Thorsten Hartung (Bass) und Stefan “Huky” Hukriede (Drums). Mit „Ally the Fiddle“ hat sich die klassisch studierte Rockgeigerin Ally Storch-Hukriede 2008 den Traum erfüllt, mit eigener Band und eigenen Arrangements, bzw. Kompositionen ihr Publikum in den Bann zu ziehen. Bekannt ist die Geigerin u.a. durch ihre Mitwirkung als Gast- und Studiomusikerin bei so bekannten Bands, wie ASP, Haggard, Die Apokalyptischen Reiter, Chamber, Dezperadoz, Alf Ator (Knorkator)… Während Ally in den vergangenen Jahren in den verschiedensten Irish Folk Bands und auf unzähligen Folkfestivals Eindrücke und Kenntnisse von Irlands faszinierender Musik sammeln konnte, ist sie inzwischen genreübergreifend eine gefragte Gast- und Studiomusikerin. Wobei ihr nicht nur ihre besonderen Fähigkeiten als Folk-Fiddlerin zugute kommen, sondern auch ihr Improvisationstalent und ihre Wandlungsfähigkeit.
Auf dem ersten kleinen Longplayer “Red unicorn“, der Debüt-CD aus dem Jahre 2008, befinden sich leider nur 5 Stücke mit einer Gesamtspieldauer von etwas über 25 Minuten. Hier arrangiert und komponiert Ally – oft auf Grundlage der traditionellen Tunes – neue Songs, verbindet die Folk- und Rockgeige mit dem starken Sound einer Metalband und verknüpft sagenumwobene Themen mit aktuellem Stoff (im entsprechenden Rahmen auch im abgemilderten Folk-Rock-Gewand). Den besonderen Sound der Band prägt nicht zuletzt der Gitarrist Robert Klawonn mit seinen Riffs aus der „Schwedischen Schule“, erprobt in vielen „Arbeitsbesuchen“ bei den Gitarrenheroen Skandinaviens.
Bei “Red Unicorn” handelt es sich um ein rein instrumentales Album. Ich persönlich stehe solchen Alben immer etwas kritisch gegenüber, jedoch ist diese CD auch ohne Gesang sehr gelungen. Als Freund der härteren Metalklänge sowie traditioneller Folkmusik, trifft diese Mischung aus beiden Musikstilen genau meinen Geschmacksnerv. Beim Opener Catharsis wird das Geigenspiel auf gelungene Weise durch harten Gitarrensound unterstützt. Glenglass, Song Nummer 2 auf dem Album, ist eher ein ruhiges Stück. Zarte Geigenklänge, im Mittelteil einsetzende Gitarrenklänge, 5:38 Minuten Musik zum zurücklehnen und genießen – ein wunderschönes Lied!
The mason’s Apron, drittes Stück der CD kommt beschwingt daher – ein traditioneller irischer Tune mit virtuosem schnellem Geigenspiel. Der Song beweist, dass Ally ihre Geige beherrscht und ihr auch die schwierigsten Töne entlocken kann. Vorletzter Song auf dem Album ist Days of thunder, dieser hat aber nichts mit dem US-amerikanischen Spielfilm aus dem Jahr 1990 zu tun, vielmehr ist es wieder ein instrumentales Stück mit E-Geige, E-Gitarre und Double-Bass-Parts. Jedoch ist das Lied in 2 Teile aufgeteilt. 4:30 Minuten der Geigen/Gitarrensound, danach beschränkt sich das Stück auf reines Geigenspiel. Von ruhig bis dramatisch sind alle Facetten der Geige zu hören. Letztes Stück der CD ist der gleichnamige Titelsong Red Unicorn. Der Song basiert auf den 2 traditionellen Irish Tunes “Paddy Ryan’s Dream” und “The Bunch of Keys”. Er wird zusätzlich von einer Sprechstimme unterstützt, besticht sonst aber wieder durch eingängige Geigenmelodien und metal-lastige Gitarrenklänge.
In seiner etwas zu kurzen Gesamtheit, ist Red Unicorn ein wunderschönes Album mit 5 ausgewogenen Songs, die zeigen, dass Metalsound und Geige auch perfekt harmonieren können. All jenen, die solche Klänge mögen, sei dieses Album hiermit ans Herz gelegt.
Trackliste
- Catharsis
- Glenglass
- The Mason’s Apron
- Days of Thunder
- Red unicorn
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