Shamrock Castle 2012
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Great Highland Bagpipes ~ Instrumentenkunde Teil 4

von

BagpipesAls Instrumentenpate für die Great Highland Bagpipes stand uns diesmal Reinhard “Hardy” Herrmann von Aisleng zur Verfügung.

1. Warum Great Highland Bagpipes?

Als wohl bekanntester Vertreter der Gattung Dudelsack oder besser Sackpfeife, ist dies wohl eines der schicksalsträchtigsten Musikinstrumente, weil seine Lieder von Sieg und Niederlage der vergangenen Kriege erzählen aber auch von Heimatverbundenheit und alten schottischen Bräuchen. Die Musik der Great Highland Bagpipes verbindet Militärmusik und Folklore gleichermaßen und hat längst auch in der Rockszene und in der Weltmusik Einzug gehalten. Genauso wie es japanische Pianisten gibt, die auf einem europäischen Instrument Beethoven spielen, hat sich auch der schottische Dudelsack weltweit verbreitet, wobei das ursprünglich schottische Kleidungsstück Kilt (Schottenrock) sich als Teil der Musikertracht durchgesetzt hat.

In vielen Ländern, wie Holland, Dänemark, Schweden, so auch in Deutschland gibt es mittlerweile Dachverbände, die die Interessen der Piper und der ansteigenden Zahl der Pipebands vertreten und untereinander in engen Kontakten stehen, auch mit Schottland. Es werden unter den Pipebands und unter den Solisten national und international regelmäßig stattfindende Competitions (Wettkämpfe) ausgetragen, was das spielerische Niveau dieser anspruchsvollen Musik stetig verbessert. Außerdem gibt es zahlreiche Workshops und Sommerschulen, bei denen sehr gute Spieler aus dem In- und Ausland den anderen ihre Kenntnisse vermitteln. Als Dachverband für die deutsche Piper-Szene, veranstaltet die Bagpipe Association of Germany jedes Jahr die „German Summer School of Piping and Drumming“ auf der Burg Breuberg im Odenwald. Informationen hierzu gibt es auf www.bagev.de.

Die Great Highland Bagpipes ist ein sehr lautes und wohltönendes Instrument und daher sehr geeignet für das Spielen im Freien. Aber auch in größeren Sälen oder in Kirchen entfaltet es seine klangliche Brillanz. Der Vorteil bei diesem Instrument ist, daß der einzelne Spieler ohne Verstärker-Anlage auskommt und damit auch mobil bleibt und fast überall einsetzbar ist. Die Bagpipes ist ein hervorragendes Solo-Instrument und benötigt keine Begleitinstrumente. In einer Pipeband (Pipes & Drums) wird das für viele Spieler und Zuhörer erst das richtige „Gänsehaut-Feeling“. Die Kombination mit Blechinstrumenten und Schlagzeug ist auch sehr gut möglich. Es ist allerdings allgemein ziemlich schwierig, das Instrument mit anderen Melodie-Instrumenten in Einklang zu bringen, da die Bagpipes traditionell eine andere Stimmung aufweist und diese dann auch noch stark abhängt von Faktoren wie Temperatur, Luftdruck und Feuchtigkeit.

2. Worauf sollten Einsteiger achten?

Eine gute Einführung und wenn es irgendwie geht auch regelmäßiger Unterricht durch einen erfahrenen Piper sind unerlässlich, wenn man sich nicht gleich am Anfang grundsätzliche Fehler aneignen möchte. Diese lassen sich später nur schwer korrigieren.

Die wichtigsten Voraussetzungen:

  • Intakte Lungenverhältnisse
  • zwei gesunde Arme
  • Lern- und Übungsbereitschaft (das Wichtigste überhaupt!)
  • Viel Geduld ! (auch äußerst wichtig!)
  • Und natürlich die Liebe zu dieser besonderen Musik!

Darüber hinaus ist der schottische Dudelsack keineswegs reine Männersache! Gerade Frauen beweisen auf diesem Instrument eine vorbildliche Geschicklichkeit, so daß sie sich längst in der schottischen (und deutschen!) Piper-Szene etabliert haben.

Blockflötenkenntnisse sind übrigens nicht unbedingt von Vorteil, da es sich hier um ein völlig unterschiedliches Griffmuster und um eine grundlegend andere Blas- und Spieltechnik handelt. Allerdings sind musikalische Vorkenntnisse jeder Art für die rhythmische Umsetzung der Bagpipe-Musik durchaus förderlich.

Practice_ChanterDer Beginner benötigt zunächst einmal keinen Dudelsack! Alle Übungen werden auf der Übungspfeife, dem Practice Chanter, durchgeführt und werden den Einsteiger für die ersten Monate genügend in Anspruch nehmen. Dies ist ein Übungsinstrument, daß ungefähr die Größe einer Blockflöte hat und direkt angeblasen wird, ohne einen Sack als Luftreservoire. Der Practice Chanter ist sehr preiswert und körperlich nicht so anstrengend wie die Bagpipes. Aufgrund seines leisen Klangbildes, lässt sich das Üben auch in einem Mietshaus durchführen und durchaus auch mal in die Abendstunden verschieben. Erst nach ungefähr 12 Monaten intensiven Übens auf dem Practice Chanter, wird der Beginner in der Lage sein, auf dem eigentlichen Instrument, der “Great Highland Bagpipes”, die Übungen fortzusetzen.

Während dieser Zeit kann sich der Anfänger in Ruhe Gedanken machen, welches Instrument für ihn in Frage kommt.

Ganz wichtig!
Bitte keine Bagpipes ohne den Rat eines erfahrenen Pipers kaufen, schon gar nicht bei E-Bay! Es werden dort all zu oft Bagpipe-Attrappen angeboten, die zwar als „spielbar“ deklariert werden und relativ preisgünstig erscheinen, aber letztendlich nur einen relativ teuren Wandschmuck darstellen. Musik auf solchen Gegenständen zu machen, ist unmöglich.

3. Wo bekommt man Hilfe?

Wie oben schon erwähnt, gibt es die Bagpipe Association of Germany (BAG), die sich nachhaltig für die Interessen der Piper und auch der Neu-Einsteiger einsetzt. Auf deren Website www.bagev.de findet sich auch eine Liste der in Deutschland registrierten Pipebands, alphabetisch und auch nach Postleitzahlen geordnet. In den Pipebands findet man in der Regel immer den einen oder anderen erfahrenen Solo-Piper, der auch guten Unterricht erteilt. Meistens sind das die Pipe Majors (Anführer der Bands). Diese sind oft froh darüber, wenn jemand dieses Instrument lernen möchte und geben gerne auch weiterführende Ratschläge auch an Piper, die nur als Solisten spielen möchten.

Ein großer Teil der Piper kennt sich untereinander und tauscht Musik und Erfahrungen untereinander aus. Das Internet ist dabei eine große Hilfe. Das PD-Forum für Piper und Drummer www.pd-forum.de ist zum Beispiel eine gute Quelle, wo man gute Informationen über Spieltechnik, Wartung und Pflege des Instrumentes und auch über Workshops und Veranstaltungen bekommen kann. Eine Liste von guten Links, wo man gute Instrumente, CD’s, Noten und Lehrbücher bekommen kann, findet sich hier.

Über den Autor:

HardyReinhard Herrmann – „Hardy“ – spielt seit 1997 den schottischen Dudelsack, die Great Highland Bagpipes. Im selben Jahr begann auch seine Karriere als Folkmusiker mit der Band Aisleng, in der er außer Bagpipes auch verschiedene andere Instrumente spielt wie Tin Whistle, Blockflöte, Mundharmonika und Bodhràn. Seit dem Jahr 2000 gibt er auch Unterricht für Bagpipes und Solo-Auftritte zu allen möglichen Anlässen. Damals hat er seinen Beruf als Intensiv-Krankenpfleger aufgegeben und sich als Musiker selbständig gemacht. Er ist Mitbegründer der Pipeband “The Hohenlohe Highlanders Pipes & Drums” und leitet diese als Pipe Major seit ihrer Begründung im Jahr 2000. Maßgeblich geprägt wurde Hardy durch Pipe Major Bruce Hitchings . Aber auch David Johnston, Lindon Ingram, John-Angus Smith, Martin Kessler und Robert Watt zählen zu seinen Lehrern. Weitere Infos auch unter www.highlandpiper.de


Einmarsch der Hohenlohe Highlanders Pipes & Drums beim Ellwangen International Tattoo 2009
The Special Forces klein
http://www.youtube.com/watch?v=1QH7yPKAGtU


Wikipedia

~GetWIKI(Great_Highland_Bagpipes)~

Weitere Artikel in dieser Serie:

  1. Bodhran ~ Instrumentenkunde Teil 1
  2. Keltische Harfe ~ Instrumentenkunde Teil 2
  3. Banjo ~ Instrumentenkunde Teil 3
  4. Great Highland Bagpipes ~ Instrumentenkunde Teil 4(This post)
  5. Akkordeon ~ Instrumentenkunde Teil 5
  6. Mandoline ~ Instrumentenkunde Teil 6
  7. Geige ~ Instrumentenkunde Teil 7
  8. Bouzouki ~ Instrumentenkunde Teil 8
  9. Tin Whistle ~ Instrumentenkunde Teil 9
  10. Querflöte ~ Instrumentenkunde Teil 10
  11. Concert Flute ~ Instrumentenkunde Teil 11
  12. Akustische Gitarre ~ Instrumentenkunde Teil 12
  13. Uilleann Pipes ~ Instrumentenkunde Teil 13
  14. Kontrabass ~ Instrumentenkunde Teil 14

Autor/in: 186 Beiträge | » Website

Ein Kommentar
  1. wittmaso sagt:

    Hardy schrieb nochmal:

    Hallo Sören,

    Das Kompliment geht an Dich! Vielen Dank! Das habt ihr schön gemacht auf eurer Seite. Mich ehrt es, daß ihr den Text den ich geschrieben habe, genau so übernommen habt.

    Wir sehen uns (hoffentlich) in Elzhausen.

    Bis dann und schöne Grüße
    Hardy

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