Acoustic Revolution
Shamrock Castle 2012

Banjo ~ Instrumentenkunde Teil 3

von

BanjoAls Instrumentenpate für das Banjo steht uns Gran E. Smith von Mr. Irish Bastard zur Verfügung.

1. Warum Banjo?

Freunden und Kennern irischer Musik ist der durchsetzungsfähige und tolle Klang eines Banjos sicher bekannt. Wer freut sich nicht, wenn Barney McKenna bei seinen berühmt­berüchtigten Soli auf diesem fantastischen Instrument so richtig loslegt? Was Banjos von den meisten anderen Saiteninstrumenten unterscheidet ist vor allem die Art der Klangerzeugung und -verstärkung. Nutzen Gitarren, Mandolinen oder z.B. Geigen einen hölzernen Resonanzraum mit Schalllöchern, so ist beim Banjo ein Fell (ähnlich dem Schlagzeugfell) über einen Holz-oder Messingring gespannt. Durch diesen speziellen Aufbau kommt es zu der mitunter sehr hohen Lautstärke und dem besonderen Klang den ein Banjo ausmacht.

2. Worauf sollten Einsteiger achten?

Gute Banjos sind aufgrund der vielen Bauteile sehr teuer. Als Einsteiger kann man allerdings durchaus ein preisgünstiges Instrument diverser Auktions-oder Versandhäuser ausprobieren. Hier muss man jedoch deutliche Einbußen bezüglich des Klangs und der Bespielbarkeit machen. Vor dem Kauf sollte man sich zudem klarmachen welche Art von Musik man spielen möchte. Es gibt unzählige Banjovarianten wie z.B. Mandolinen-, Plektrum-, Bassbanjos etc.. Die beiden gebräuchlichsten sind das Tenor-und das 5-String-Banjo. Für Irish-Folk eignet sich vor allem das Tenorbanjo, da es wie eine Geige gestimmt werden kann (GDAE) und damit das Spielen von Jigs, Reels etc. wesentlich leichter von der Hand geht. Das 5-String-Banjo unterscheidet sich, wie der Name schon verrät, durch eine 5. zusätzliche Saite. Diese Saite ist kürzer als die vier anderen und sorgt für den typische Countrysound. Meistens wird ein 5-String mit Fingerpicks auf den ersten drei Fingern gespielt wodurch sehr schnelle Tonfolgen und Figuren möglich sind. Vor dem Kauf sollte man möglichst viele verschiedene Instrumente ausprobieren. Am Ende ist es reine Geschmacksache, ob man ein Instrument mit oder ohne Resonator, Flat-Top oder Arch-Top, Messing-oder doch lieber Holztonring usw. haben möchte. Das ist eine Wissenschaft für sich und jeder hat eine andere Meinung was denn nun besser sei. Interessiert man sich für Bluegrass/Country sollte es ein 5-String sein; Jazzern ist ein Plektrumbanjo und eben Freunden der irischen Klänge ein Tenorbanjo zu empfehlen. Firmen wie Deering, Gibson, Goldtone, Ome oder Stelling sind dafür bekannt sehr gute Banjos zu bauen.

3. Wo bekommt man Hilfe?

Am besten startet man auf einschlägigen Seiten im Internet wie z.B. www.banjoist.de oder www.banjohangout.org. Da kann man sich in Ruhe durchklicken und informieren. Auf der Suche nach einem Banjolehrer sollte man sich an den Musikladen des Vertrauens wenden und dort einfach mal nachfragen. Interessierte, die bereits Erfahrungen auf der Gitarre o.ä. gemacht haben können sicherlich ohne größere Probleme dem Umstieg wagen. Empfehlen kann ich außerdem noch die zahlreichen, teilweise hervorragenden Tutorials auf YouTube. Da sind einige sehr gute Erläuterungen zum Banjospiel zu finden und man erkennt schnell den Unterschied zwischen den verschiedenen Banjovarianten.

Über den Autor:

Gran E. Smith von Mr. Irish BastardGran E. Smith spielt seit 1990 das 5-String Banjo. Zum ersten Ausseneinsatz kam es 1991/1992 in der Erstauflage seiner heutigen Band „Mr. Irish Bastard“. Ab 1992 wurde zunächst das Banjo gegen eine E-Gitarre getauscht und Punkrock gespielt. Von 1992 bis 2002 war er Mitglied der Punkband „Haufen“ und 1995 Gitarrist in der Hardcore/Metalband „SMABP“. Gänzlich verstaubte das Banjo nie, da ab dem Jahre 1996 zweigleisig Musik gemacht wurde. So war er außerdem von 1996-2006 Mitglied der Irish-Folk Band „One 4 The Road“, wo wieder 5-String Banjo sowie die Mandoline bedient wurden. Ab dem Jahre 1999 kam zusätzlich das Tenorbanjo zum Einsatz. Seit 2006 spielt er bei „Mr. Irish Bastard“ Banjo und Mandoline. Die Band hat eine EP und ein Album in Europa sowie je eine Best-Of-Album in China und Japan veröffentlicht. „Mr. Irish Bastard“ ist kontinuierlich auf Tour. Neben den eigenen Bandverpflichtungen ist er gelegentlich als Produzent, Komponist und/oder Gastmusiker diverser Filmvertonungen, Werbespots oder Musikproduktionen zu hören.

Wikipedia

~GetWIKI(Banjo)~

Weitere Artikel in dieser Serie:

  1. Bodhran ~ Instrumentenkunde Teil 1
  2. Keltische Harfe ~ Instrumentenkunde Teil 2
  3. Banjo ~ Instrumentenkunde Teil 3(This post)
  4. Great Highland Bagpipes ~ Instrumentenkunde Teil 4
  5. Akkordeon ~ Instrumentenkunde Teil 5
  6. Mandoline ~ Instrumentenkunde Teil 6
  7. Geige ~ Instrumentenkunde Teil 7
  8. Bouzouki ~ Instrumentenkunde Teil 8
  9. Tin Whistle ~ Instrumentenkunde Teil 9
  10. Querflöte ~ Instrumentenkunde Teil 10
  11. Concert Flute ~ Instrumentenkunde Teil 11
  12. Akustische Gitarre ~ Instrumentenkunde Teil 12
  13. Uilleann Pipes ~ Instrumentenkunde Teil 13
  14. Kontrabass ~ Instrumentenkunde Teil 14

Autor/in: 186 Beiträge | » Website

3 Kommentare
  1. Joern sagt:

    Sehr interessant! Wenn ich das richtig verstanden habe, sind Tenorbanjo und Mandoline gleich zu spielen. Haben ja beide die gleichen Seiten (G, D, A, E), müsste also das selbe sein, oder?

  2. kuec sagt:

    Das Geheimnis der zupfenden Multiinstrumentalisten – gelüftet! Wenn man bedenkt, dass das Banjo siehe Text eine Oktave tiefer liegt, die Saiten länger und die Bundabstände daher deutlich größer sind. Aber für Männer mit großen Händen ist das wohl eher ein Vorteil…

  3. wittmaso sagt:

    Ein Dank an dieser Stelle nochmal an Gran E. Smith von Mr. Irish Bastard. Das war einer sehr gute Zuarbeit und Unterstützung…

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