The Seer ~ Live (2007)
von celtic-rock
Ich denke, den Wenigsten muss man The Seer eigentlich noch vorstellen, denn seit beinahe 2 Jahrzehnten zelebrieren die 5 Jungs aus Augsburg gemeinsam und immer noch in Originalbesetzung Rock- und Popmusik die ins Ohr geht.
In ihrer Karriere verkauften sie über 100.000 CDs, namen 5 Studio-Alben und 2 Live-Alben auf und gaben über 500 Konzerte in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Großbritannien. In ihrem musikalischen Lebenslauf stehen Support-Tourneen für ZZ Top, Fish, Gotthard und Schandmaul, ebenfalls gab es Support-Engagements für The Who, Huey Lewis & The News, The Hooters, Scorpions, Toto, Joe Cocker, Magnum, Simple Minds uvm. Ich denke, all das berechtigt dazu zu sagen, dass The Seer eine feste Größe im (Folk)Rockzirkus in Deutschland sind.
Nach ihrem ersten Live-Album “Organic” aus dem Jahre 1999, beschloss man 2006 ein neues Live-Album aufzunehmen. Als Ort des Geschehens wählten The Seer das Parktheater (dort fand nie zuvor ein Rockkonzert statt) in Augsburg aus und gaben an den Abenden des 01. und 02. Dezember 2006 gleich 2 ausverkaufte Konzerte vor einem begeistertem Publikum. Gleichzeitig wurden diese Konzerte von mehreren Kameras mit geschnitten, so dass nicht nur eine Live-CD sondern auch gleich noch eine dazugehörige DVD entstand.
Auf der vorliegenden CD befinden sich 14 Songs, die eine gute Mischung aus dem musikalischen Schaffen der Band darstellen. Es sind Lieder aus den Alben “Across the border” (1995), “Own World” (1997), “Liquid” (1998), “Arrival” (2005) und “Retrospective 2” (2006) zu hören. Nach einem kurzem Intro macht “Something in between“, in der Rockversion eins meiner Lieblingslieder, den Anfang der CD. Darauf folgt das eher ruhigere Stück “Man behind your sky” vom “Across the border”-Album. Mit “Nothing else” hat es (zum Glück) eins der wohl schönsten Lieder auf die CD geschafft. Wer schon mal bei einem The Seer Konzert war und in die freudigen Gesichter der Zuschauer während des Liedes geschaut hat, weis wovon ich rede. Der Mitsingteil des Publikums erzeugt bei mir beim Hören jedes Mal erneut Gänsehaut.

Wie es sich für solche besonderen Momente in einer Musikerkarriere gehört, hat man sich bei beiden Konzerten auch musikalische Gäste eingeladen. So unterstützt zum Beispiel Konrad Stock an den Whistles die Band bei “Unsaid“, “Wait for the day” und “New Day“. Bei “Wait for the day” greift man zusätzlich auf das Harfenspiel von Alexandra Hartmann zurück, welches den Song zu einer noch gefühlvolleren Ballade macht und zum Augen schließen und Träumen einlädt. Dazu schreibt die Band auf ihrer Homepage: “Erstmals dabei war Alexandra Hartmann (Harfe). Mit ihr zusammen performte Shook eine neue, akustische Version des Titels “Wait for the day” vom 95er Album “Across the Border”. Wir haben diesen Titel schon viele Jahre nicht mehr live gespielt. Umso schöner war es auch für uns, diesen Song in neuem Gewand wieder aufleben zu lassen.”
Mit “Ragged & Chained“, “Trail of Tears“, “Prayer” und “Please” folgen eher pop’igere Nummern, die mir als “Rocker” zwar gefallen, aber nicht an das danach folgende “Across the border” heranreichen. Letzteres Stück ist ein absolutes Livestück, vorher genannte Titel kann man sich (meiner Meinung nach) eher zu Hause auf der heimischen Couch anhören. Bei “Across the border” ist das Publikum gefragt, welches sich im Parktheater auch nicht zweimal bitten lies. Nach dieser rockigen Nummer folgt mit “New day” wieder eine ruhige Ballade. Wunderschöne Melodie – das Lied höre ich wirklich gerne. An dem Abend wurde dann mit “Sharon” auch ein bis dato unveröffentlichtes neues Intrumental gespielt, welches The Seer erst Wochen zuvor im Rahmen der Vorbereitungen auf die damals stattfindenden November Konzerte geschrieben und arrangiert haben. Das letzte Lied der CD, welche eine Spielzeit von über 70 Minuten hat, ist das beschwingte Stück “Esmeralda’s Story“, ein wahrlich schönes Ende einer CD.
Ich denke, die passenden abschließenden Worte kann nur die Band selber sagen. So schreiben sie auf ihrer Homepage dazu: “(…) Als am Freitag die ersten Töne unseres Intros erklangen und sich kurz danach der Vorhang öffnete, waren wir für einige Sekunden allesamt erst einmal “geplättet”. Uns kam eine regelgerechte Wand der Euphorie entgegen, und die Kulisse sah aus Sicht der Musiker einfach wunderbar aus. Es war wirklich einer der tollsten Augenblicke dieser Tour (…)” Dem ist und bleibt einfach nichts hinzu zu fügen. Empfehlenswert ist die CD allemal, ans Herz gelegt sei aber jedem, sich die dazugehörige Live-DVD zu kaufen. Darauf befindet sich das ganze Konzert mit insgesamt 24 Stücken, wovon ich mir einige Stücke lieber auf der CD gewünscht hätte. Ich finde Lieder wie “Take a walk with me“, “Ferryman” und “King without a throne” hätten noch mehr das rüber gebracht, was The Seer ausmacht … nämlich die tolle Live-Atmosphäre, so wie die Energie und Lebensfreude auf der Bühne.
Bandmitglieder:
Shook – Guitar, Lead-Vocals
Jo Corda – Guitar, Mandolin, Violin, Vocals
Jürgen Möller – Bass
Peter Seipt – Keyboards, Accordeon, Vocals
Michael Nigg – Drums
Trackliste
- Intro / Something in Between
- Man behind your sky
- Nothing else
- Unsaid
- Own world
- Wait for the day
- Ragged & chained
- Trail of tears
- Prayer
- Please
- Across the border
- New day
- Sharon
- Esmeralda’s story
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Hab The Seer neulich in Poyenberg das erste mal erleben dürfen, für mich also was ganz neues und war so begeistert, dass ich mir oben beschriebenes Album gleich am darauffolgenden Tag bestellt habe. Vor zwei Tagen ist es bei mir angekommen und seitdem hör ich es rauf und runter. Insbesonders die letzte Nummer “Esmeralda’s Story” hat es mir angetan.
Ich denke für jeden, der sich mit Folk-Rock beschäftigt, lohnt es, sich mit dieser Band zu beschäftigen und ich glaube mit dem Auftritt in Poyenberg haben sie viele neue Fans im Norden dazugewonnen.
Übrigens, netter Artikel.