Shamrock Castle 2012
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Paddy Goes To Holyhead

von

bandlogopgth2009Es gibt nur sehr wenige deutsche Irish Folk Bands, von denen man sagen kann, dass sie fast noch irischer klingen, als „echte” musizierende Iren. Was das angeht, sind Paddy Goes To Holyhead ein echtes Musterbeispiel, was sicherlich in erster Linie an den tiefen, rauchigen Gesängen von Bandleader Harald „Paddy Schmidt” Knigge liegt. Dieser hat mit seinem (antrainierten) irischen Akzent schon so manchen Folkfan hinters Licht geführt, was die Herkunft der fünfköpfigen Band aus Darmstadt angeht.

Die bereits 1988 als Trio gegründete Band spielte ursprünglich traditionelle Folksongs, in denen es überwiegend um Emigrantenthemen ging und trat überwiegend in Irish Pubs auf (wo sonst?). 1993 war aus der Irish Folk Band eine fünfköpfige Folk Rock oder Folk Pop Formation entstanden, die wie am Fließband selbstkomponierte Ohrwürmer produzierte. Seitdem veröffentlichte die Band in Eigenregie sieben Studioalben und zwei Live CDs auf dem eigenen Label „Holyhead Records”. Neben den Instrumenten Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Akkordeon war es wohl insbesondere das unglaublich schnelle und energische Geigenspiel von Almut Ritter, das den typischen „Paddies-Sound” prägte.

Schon das zweite auf CD veröffentlichte Studiowerk „Ready For Paddy?” (1994) erreichte Platz 50 der deutschen Album Charts, was für eine Folk Band sehr ungewöhnlich war, zumal die Band nicht die Promotion einer finanzkräftigen Major-Plattenfirma im Rücken hatte. Auch die kommenden Alben und Single-Auskopplungen schafften es immer wieder in die Charts und brachten der Band viele Fernsehauftritte (u.a. ZDF Fernsehgarten, ARD Disney Club, SAT1-Frühstücksfernsehen, ZDF-Drehscheibe), sowie gemeinsame Auftritte mit Herbert Grönemeyer, The Dubliners, BAP, Runrig, The Pogues, Jethro Tull, Pur und The Hooters. Im Jahr 2000 erschien nach diversen Besetzungswechseln mit „Paddy Tales” das wohl „irischste” und fröhlichste Album der Hessen. Diese CD sollte aber auch das vorerst letzte Album mit Paddy Schmidt als Sänger sein. Dieser fühlte sich vom unermüdlichen Touren ausgebrannt und verließ die Band um sich als Solokünstler zu verwirklichen.

Was zwischenzeitlich geschah, empfanden viele Fans als eine totale Enttäuschung, denn Schlagzeuger Kalle Spriesterbach hatte sich vier komplett neue Musiker gesucht, um die Band am Leben zu halten. Als neuer Sänger hatte der Amerikaner Mark Patrick nicht viel zu lachen, denn die Tatsache, dass seine Stimme nicht die entfernteste Ähnlichkeit mit Paddy Schmidts Gesängen hatte, brachte viele Fans dazu, sich enttäuscht von der Band abzuwenden, da diese mit den ursprünglichen „Paddies” nichts mehr zu tun hatte. Nach nur zwei (eigentlich recht guten) Alben zerbrach auch diese Bandformation. Immerhin war es wieder Schlagzeuger Kalle, der (zur Freude der alten Fans) Paddy Schmidt dazu brachte, wieder an alte Zeiten anzuknüpfen, sodass PGTH seit 2005 wieder mit der wohl markantesten Stimme der deutschen Folkszene Festivals und Konzerthallen unsicher machen.

Als neue Geigerin begeistert inzwischen Nicole Ansperger die Fans, die bereits für The Hooters und Jamie Clarkes Perfect die E-Geige bearbeitete und außerdem festes Bandmitglied der Folk-Punk-Combo Across The Border ist. Paddy Schmidt spielt jedes Jahr neben den 30 Bandkonzerten auch um die 200  Soloauftritte, was ihn definitiv zu Deutschlands fleißigstem Folkmusiker macht.

Allen, die PGTH noch nicht kennen, kann ich als Einstieg die Alben „E. & O.E.” (1996) und „Paddy Tales” (2000) wärmstens empfehlen. Songs wie „Far Away”, „Whiskey For The Roadies” oder „We Stand Together” gehen direkt in´s Tanzbein, animieren zum mitsingen und bringen eine urig-irische Atmosphäre in´s heimische Wohnzimmer. Wer die Chance hat, sich die Band live anzusehen, sollte auch diese Chance unbedingt nutzen, denn wo macht Irish Folk mehr Spaß als auf einem Live Konzert?

In diesem Sinne: „We sing and dance for the rest of our days!”

Paddy Goes To Holyhead

Paddy Goes To Holyhead - Pressefoto

PGTH 2009:

Paddy Schmidt: Gesang, Gitarre, Mundharmonika

Nicolen Ansperger: E-Geige, Cello

Dirk Schäfer: Schlagzeug

Jo Naumann: Keyboard, Akkordeon

Uwe Bender: Bass

Diskografie:

-1990 „Emigrants” (LP Paddy Press)

-1992 „Here´s To The People” (CD Holyhead Records / Indigo)

-1993 “Supermegaultraliveshow” (CD Holyhead Records / Indigo)

-1994 “Ready For Paddy” (CD Holyhead Records / Indigo)

-1996 “E. & O.E.” (CD Electrola)

-1998 “Hooray” (CD Holyhead Records / Indigo)

-1998 “Live” (CD Holyhead Records / Indigo)

-2000 “Paddy Tales” (CD Holyhead Records / Indigo)

-2002 “Red Letter Days” (CD Holyhead Records / Indigo)

-2004 “Acoustic Nights” (CD Holyhead Records / Indigo)


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Ein Kommentar
  1. Michael Körner sagt:

    Paddy Goes To Holyhead am Donnerstag 17.12.09 Live erleben, in der Kulturscheune – Hof – Aspich in 56112 Lahnstein (bei Koblenz).
    Vor den besinnlichen Tagen nochmal richtig abfeiern………..
    Es gibt noch Tickets an der Abendkasse , Einlass 19:30 Uhr,  Beginn ca. 20:30 Uhr

    Kulturscheune Hof Aspich
    Zum Aspich 1
    56112 Lahnstein

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