Acoustic Revolution
Festival 2012

Ey, tu doch mal die Porters drauf

von

The Porters 2009Ja, dass tun wir und fragen sie nach diesem und jenem, den personellen Umbesetzungen und dem Ausblick auf die musikalische Zukunft.

celtic rock: Hi Porters. Anfang Februar in Hamburg haben wir uns knapp verpasst. Ihr wart da und ich nicht. Die Celtic St. Pauli Party ist aus meiner Sicht eine ganz besondere Veranstaltung. Wie habt ihr sie erlebt?

The Porters: Tja Daniel, da hast Du wirklich ein großartiges Fest verpasst. Die Halle war gerammelt voll. Eine Stimmung wie im Stadion. Shaun (unser allerheiligstes Bandschaf) wurde auf Händen quer durch die ganze Halle getragen und hat sogar ein wenig Pogo getanzt (mit Stage Diving). Ich glaube, der hatte sogar noch mehr Spaß als wir, und – ja gut, wir müssen es ehrlich zugeben – auch mehr Groupies. Allerdings zu 90% männlichen Geschlechts… J auch sonst war alles bestens. Tolle Bands, lecker Guinness, und wie hieß noch mal dieser schottische Selbstgebrannte??? Das Zeug macht tatsächlich blind…. alter Schwede!

celtic rock: Auf Eurer Website steht es ja schon, aber ich möchte doch noch mal nachfragen. Warum verlassen Judy und Martin die Band und wo und wen und wie habt ihr so schnell Ersatz gefunden?

The Porters: Da gibt es viele kleinere Gründe, die zur Trennung führten. Ich nenne hier nur ein paar, weil es ja auch ne private Geschichte ist. Zum einen ist Martin ja auch noch Papa und möchte natürlich einen Großteil seiner Freizeit mit seinem Sohn verbringen. Zum anderen möchten er und Judy sich auch musikalisch verändern. Wir werden in Zukunft sicher noch von ihnen hören, allerdings dürfte sich das dann stilistisch deutlich von den Porters unterscheiden. Wir wünschen den Beiden jedenfalls alles erdenklich gute für die Zukunft, denn befreundet sind und bleiben wir ja sowieso.

Mit den zwei Neuen, und allen die noch so zu unserem Clan dazu gehören (incl. Schafshirte… hallo Kai J), haben wir eine Mannschaft an Bord auf die man weiterhin mindestens genau so stolz sein kann wie bisher. Die Chemie stimmt, es geht gut voran und ich habe ein sehr gutes Gefühl für die Zukunft. Die Segel liegen hart am Wind und die Porters-Kogge nimmt volle Fahrt auf!

Appropos zwei Neue… Carsten und Jim Bob, sind bereits bekannte Gesichter aus der Ruhrpott Musikszene. Jim Bob hat in unzähligen Punk Bands mitgewirkt und ist ein Mörderbassist, Carsten hat zu früherer Zeit schon mal mit Gehrke, unserem Drummer, in einer Band gespielt und ist ein König an der Axt (und ein Kaiser am Wahwah-Pedal ;-) ). Beide spielen außerdem bei den genialen 24/7 Fucked Ups. Sehr zu empfehlen!

celtic rock: Wird man Euch in der neuen Formation nun öfter live sehen? Wie sehen die Planungen aus?

The Porters: Klar, wie oben bereits erwähnt geben wir Vollgas. Dies kann man auf unserer Seite ja auch sehen. Es passiert endlich wieder was. Der Kalender füllt sich und jeder der mit der Band zu tun hat, reisst sich den Arsch auf, damit es voran geht. Wir haben wichtige Kontakte geknüpft und die Zusammenarbeit mit anderen Personen könnte nicht besser laufen. Ich erwähne hier mal besonders Dirk von Styles and More www.styles-and-more.net. Da haben wir quasi eine Merch-Symbiose gestartet. Für alle die sich schon über diverse Shirts an unserem Stand gewundert haben – wir verticken neben unserem Merch auch Klamotten von Styles & More auf unseren Konzerten, im Gegenzug vertreibt Dirk unseren Stuff über seinen Internetshop. Dann wäre da noch Martin Valk www.martin-valk.de, seines Zeichens begnadeter Fotograf und Grafiker, der gerade unser neues Bühnen-Backdrop entworfen hat. Das Alte war mit 9 Metern ja doch etwas sperrig und ist zu guterletzt irgendwo in der bayerischen Wallachei verloren gegangen.

celtic rock: Vielleicht ist es auch meine subjektive Wahrnehmung, aber ihr spielt öfters mit Pipes and Pints. Gibt es da eine musikalisch freundschaftliche Beziehung und wie ist die Zustande gekommen?

The Porters: Die haben wir letztes Jahr auf unserer Tour aufgegabelt. Die hatten kein Geld mehr um nach Hause zu fahren und mußten peinliche Kunststücke mit Pudeln in der Fußgängerzone aufführen. Wir hatten Mitleid und nahmen sie mit auf unseren nächsten Gig. Ihre Gage haben wir dann direkt versoffen und so mussten sie noch einen Tag dranhängen.

Nee nun mal Spaß beiseite. Also wir haben sie auf unserer Tour kennengelernt, soweit war alles richtig. Die Jungs sind damals auf eigene Kosten extra aus Prag nach Stuttgart angereist nur um uns supporten zu können. Wir spielten also einen gemeinsamen Gig, und wir fanden sie so geil, dass wir sie tags darauf zum nächsten Konzert wieder mit genommen haben. Kunststücke im weitesten Sinne hat nur der mittlerweile alte Sänger aufgeführt. Wir fanden ihn morgens völlig nackt bei laufendem Wasser sitzend und schlafend in der Dusche. Ich habe davon noch ein witziges Video, das sollte ich vielleicht mal bei Youtube einstellen.

Kurz gesagt, Pipes and Pints sind eine sehr geile Band, mittlerweile in neuer, wie ich finde druckvollerer Besetzung. Wir freuen uns immer wenn wir mal die Bühne teilen können, so wie jetzt in Kassel und Oberhausen.

celtic rock: Beim Blick auf Euren Kalender steht nun öfters Akustik-Gig. Was muss man sich bei den Porters darunter vorstellen, kann das schocken oder ist es eine Notlösung um auch kleinere Bühnen bespielen zu können?

The Porters: Nein, das ist auf keinen Fall eine Notlösung. Wir hatten schon seit langer Zeit ein Akustikset in Planung, was bei unserer Musik ja auch nahe liegt. Allerdings haben wir es erst letztes Jahr umsetzen können und das ist nichts lieblos zusammengeschustertes. Wir haben da richtig Arbeit reingesteckt, neue Stücke geschrieben, alte Stücke umarrangiert oder z.B. von Traditionals wie „Four Green Fields” ganz neue Versionen mit anderen Akkorden und abgeänderter Melodie ins Leben gerufen. Fakt ist, die Akustik-Gigs kommen sehr gut an.

Ich muss aber sagen, dass unser Herz nach wie vor in erster Linie für den Punkrock schlägt. Wir spielen alle seit den frühen 80-ern in diversen Punk- oder artverwandten Bands und dieses Punk-Ding ist in uns einbetoniert und alles was wir tun ist irgendwo Punkrock. Und wir werden auch immer wieder dahin zurückkehren. Das Akustik-Ding soll eine Bereicherung für unsere Fans und uns selbst sein, aber nicht unser Hauptanliegen.

Dazu fällt mir unser Stück „We Call It Punk” vom letzten Album ein, welches ich zur Zeit überarbeite, denn im Nachhinein fand ich die alte Version nicht sonderlich gut gelungen. Es war ein halbfertiger Song als wir ihn aufnahmen. Es fehlte damals irgendwie die Zeit, einen richtig guten Song daraus zu machen. Das hole ich gerade nach und in dieser neuen Version werden wir ihn ab jetzt auch live spielen.

celtic rock: Und dann spricht man bereits über ein neues Album. Ich bin ja schon ganz gespannt, das letzte „Anywhere but Home” habe ich im Auto rauf und runter gehört. Wie weit ist es bereits vorangeschritten? Wird es mit der neuen Crew aufgenommen und wann dürfen wir es erwarten?

The Porters: Unsere ursprüngliche Planung einen Live-Mitschnitt unseres Akustik-Sets auf CD zu pressen, ist durch den Ausstieg von Judy und Martin erst mal in (weite) Ferne gerückt. Wir hatten geplant zwei bis drei Gigs in Oberhausen live mitzuschneiden und davon eine CD oder DVD zu veröffentlichen. Das würden wir gerne zu gegebener Zeit nachholen.

Mit Carsten und Jim Bob schaffen wir erst mal das Knüppel-Set drauf, da wir ja im Sommer auf vielen Festivals spielen, und da natürlich Punk-Rock angesagt ist. Anschließend werden wir dann das Akustik-Set angehen.

Desweiteren ist ein Drittel der nächsten „lauten” CD bereits geschrieben. Das zweite Drittel könnte aus ein zwei Traditionals bestehen und das letzte Drittel befindet sich noch auf meinem Diktiergerät, welches ich überall mit hin schleppe, falls ich mal unterwegs eine Erleuchtung habe und mir ein Welthit auf der Zunge liegt. Aber zur Zeit liegt da meistens nur die Bierfahne vom letzten Abend ;-)

celtic rock: Zum Schluss für unsere Leserinnen und Leser noch die Möglichkeit zur Erstellung eines Psychogramms. Unsere obligatorischen Fragen: CD oder Vinyl?

The Porters: Ich steh eigentlich voll auf Kassetten. Für unsere jüngeren Leser, das sind die Teile die man gelegentlich aus der Anlage wieder rausfummeln muss und dann mit einem Bleistift aufspulen darf. Darüber hinaus sagt das Herz Vinyl und der Verstand CD.

celtic rock: Album oder Live?

The Porters: Ich liebe beides wenn es gut läuft. Alles hat seine Zeit

celtic rock: Guinness oder Whiskey?

The Porters: Guinness macht so ´nen schwarzen Schiss und es juckt manchmal.

celtic rock: Vielen Dank und einen heißen Sommer!

The Porters: Das wird er werden! Ahoi und danke für eure Unterstützung.

Wir sehen uns. Cheers!


Das Interview führte Daniel

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Über daniels

Begründer von celtic-rock.de im Sommer 2007.

Im Rahmen der Website übernehme ich zahlreiche Tätigkeiten. Neben den redaktionellen Tätigkeiten sind dies insbesondere technische Administration, Design und Kampagnenoranisation auf Myspace, Twitter und Co. sowie die Radiostation.

Neue Medien beschäftigen mich seit vielen Jahren auch beruflich und die Verbindung mit Musik erscheint mir als besondere Herausforderung.

Aufgewachsen bin ich mit den Pogues und das Konzert in Gießen mit Joe Strummer (1988) zählte zu den Highlights meiner Konzertbiographie. Wieder erweckt wurde die Liebe zu Musik mit keltischen Klängen beim Besuch des Festivals Interceltique de Lorient 2005.

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2 Kommentare
  1. Joern sagt:

    Jim Bob??? Etwa der Jim Bob, der auch mal die Gitarre für die legendären RICHIES gespielt hat???

  2. Jawohl! Genau DER Jim Bob.

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