Wahnsinn in Braun Weiß Grün
von Marcel
Aus der Hansestadt berichtet Marcel, der ein einzigartiges Wochenende erlebt hat. Erst die Levellers und am Samstag die 6. Celtic St. Pauli Party.
Part 1 – Levellers Live Knust, Hamburg
“Small person back on stage, please!”
Ich betrete das Knust gegen 22.00 Uhr und begutachte das Publikum. Punks, Hippies, Skater, Unauffällige und deutlich viele St. Pauli bzw. Celtic Glasgow Fans. Oft wird in Englisch gesprochen. Ich gehe davon aus, dass die ersten „Celts” aus Großbritannien bereits angereist sind und sich als Einstieg die „Levellers” Live und in Farbe gönnen.
Die Vorgruppe „The Headlines” habe ich leider verpasst, aber ich komme pünktlich zum mir nicht unbekannten Intro des Topacts vom gleichnamigen Album „Levellers”.
Ich habe die Band über 10 Jahre nicht mehr live gesehen und freue mich, dass sie auch neue und jüngere Fans dazu gewonnen haben und nicht nur die loyalen Fans der ersten Stunde ins Knust locken konnten. Dann betritt die Band die Bühne und ich wundere mich als erstes über Multiinstrumentalist und zweiten Sänger Simon. 20 Jahre gibt es diese Band schon und wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, hat sich Simon seitdem nicht mehr rasiert und die Haare schneiden lassen J. Ich kenne ihn noch mit britischer Kurzhaarfrisur.
Das Set ist eine Mischung aus hauptsächlich dem neuem Album, „Letters from the Underground”, „Levelling the Land” und „Levellers”. Anfangs kommt die Band nicht so richtig in Schwung, aber das ändert sich ab der Hälfte des Sets: Die Fans singen alle alten Lieder mit, pogen und feiern die Band. Dabei werden auch die neuen Songs bejubelt (u.a. mein Lieblingssong „A life less ordinary”), aber nicht so abgefeiert, wie die Klassiker „100 years of solitude”, „Riverflow” oder „Sell out”. Die mittlerweile meterlangen Dreadlocks des Bassisten Jeremy Cunningham hüpfen, wie das Publikum auf und ab. Obligatorisch kommt dann das Didgeridoo, allerdings diesmal bei „One Way”, geblasen von einem äußerst kleinen Mann in Tauchanzug, Federboa und bizarr geschminkt. Nach dem Song verlässt er wieder die Bühne, wird aber sofort von Sänger Mark zurückgerufen: „Small person back on stage, please!”, damit er auch das Folgestück begleiten kann.
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Nach einer guten Stunde ist das kurze Set zu Ende. Als Zugaben werden noch u.a „Another Man’s cause” und „Dirty Davey” gespielt, dann ist Schluß. Ich bin zufrieden, habe aber auch schon bessere Levellers Konzerte gesehen.
Part 2 – Jolly Roger, Fussballkneipe, Hamburg
„Uh, Ah, Up the Celts, Uh Ah, St. Pauli”
Nach dem Konzert der Levellers im Knust begebe ich mich zu Fuß ins “Jolly Roger”. Die Fussballkneipe der Fans des FC St. Pauli verwandelt sich einmal im Jahr in eine Art Irish Pub, der die Atmosphäre eines beliebigen Pubs in Dublin an St. Patrick’s Day nicht scheuen muss. Sven Brux, ehemaliger Fan- und Sicherheitsbeauftragter des FC St. Pauli und Organisator der Celtic St. Pauli Supporters Party, legt irische Rebel Song Klassiker auf und alle im Laden gröhlen mit. Die beste Stimmung seit langem. Jeder begrüßt jeden, oft dreifach, auch mich und keiner ist länger als eine halbe Minute ohne Getränk in der Hand. Jeder freut sich, dabei und hier zu sein und viele kennen sich aus all den vielen gemeinsamen Treffen aus der Vergangenheit. Pure Lebensfreude in braun weiß – grün weiß. Die Party geht bis sieben Uhr Morgens.
Part 3 – Celtic St. Pauli Supporters Party mit Adelande, The Porters und der Millerntor Brigade, Knust, Hamburg
“The I…!”
Der letzte Teil des Wochenendes ist eine Symbiose aus Part 1 und Part 2 multipliziert mit der Anzahl Guinness, die in einer Minute an der Theke bestellt werden und nichts für jemanden, der Probleme mit republikanischen Songs und republikanischer Attitüde hat. Dafür findet man aber gleichzeitig eine Partygemeinschaft, die ihresgleichen sucht!
Den musikalischen Anfang ds Abends macht die sympathische Truppe „ Millerntor Brigade” aus Hamburg, die auch schon in Glasgow die Celtic Glasgow Fussballfans live begeistert hat.
Der traditionelle irische Klassiker „Fields of Athenry” ist die Hymne des Wochenendes. Und auch sie präsentieren, neben vielen weiteren traditionellen Liedern, den Song gekonnt. Da die Band nicht besonders häufig spielt, gesteht Sänger Niclas, dass er doch sehr nervös ist, aber sie meistern die Show als würden sie doch fünf Gigs pro Monat machen.
Nach kurzer Umbaupause legen „The Porters” aus Düsseldorf ein sehr gutes, schnelles und punkiges Set hin und überzeugen das Publikum vollends am Schluss mit ihren Pogues-Versionen von „Streams of Whiskey” und „Fiesta”.
Dann kommt die Verlosung, zu der sogar FC St. Pauli Abwehrstammspieler und Sympathieträger Marcel Eger und Organisator Sven Brux die Bühne betreten. Nicht alle Nummern die gezogen werden, haben einen Besitzer, der die Preise entgegen nehmen möchte oder kann. Während die Gewinner gesucht werden, animiert Marcel Eger das Publikum immer wieder zu St. Pauli Stadiongesängen, die gern angenommen werden.
Den musikalischen Abschluß gestaltet die Glasgower Band „Adelante”, die schon die legendäre Location „Barrowlands” in Glasgow gefüllt haben. Sie spielen hauptsächlich irische Rebel Songs, wobei der Sänger die Inhalte sehr ernst zu nehmen scheint und keine Miene verzieht. Dennoch feiert das Publikum jeden einzelnen Song.
Am Ende möchte ich hier noch ein großes Lob an Sven Brux los werden, ohne dessen Einsatz diese Fußballfanparty der Extraklasse mit hohem musikalischen Unterhaltungswert kaum stattfinden könnte. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn der FC St. Pauli 100 Jahre alt wird. Großes ist geplant…
Fotostrecke vom Wochenende
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Fotos: Marcel

Mai 2012:
April 2012:
März 2012:













Schöner Bericht, wir kamen auch am Montag nachmittag fertig nach hause und kann es immer noch nicht fassen. Das war eine der besten Partys seit langer zeit. Wir waren übrigens die Jungs aus Düsseldorf, also ich wa der mit dem so schönen Anti England Schal
Kann mich nur anschliessen!
Ein grandioses Wochenende und ein unglaublich gutes Konzert am Samstag!
Millertor Brigade waren noch besser als letztes Jahr im Düsseldorfer AK47, Porters haben ein gewohnt gutes Konzert gespielt und wurden nach langer Zeit mal wieder vom Stage Bottles Olaf an der Flöte unterstützt, sowie Olafs Gänsehaut Version von “Green Fields of France” Adelante waren musikalisch auch sehr sehr gut aber doch auf der Bühne “etwas” steif für meinen Geschmack!
Nette Leute wiedergetroffen, neue Leute kennengelernt, viel Astra getrunken und gut gefeiert!
Ich freu mich auch schon auf das nächste Jahr!