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Plattrock CD Release 2012

Freud und Leid eines Flogging Molly Fans oder was auf einer Konzert Reise so alles schief gehen kann

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Matt mit Andries`AkkordeonMein Pech fing schon auf der Hinreise an. Mein Zug von Mannheim zum Frankfurter Flughafen (Frankfurt ist nur knapp 80 km entfernt und die Fahrt dauert normalerweise 30 Minuten) hatte dermaßen Verspätung, dass ich meinen Flug nach Amsterdam verpasst habe. Damit war dann auch gleich mein komplettes Sonderangebotsticket, also auch der Rückflug, verfallen.

Ich hätte darauf hin die Reise am liebsten einfach sein lassen, aber ich war in Begleitung einer Freundin, die ihren Freund in Antwerpen überraschen wollte und die wollte natürlich unbedingt fliegen. Nachdem die Lufthansa nur noch 450 € Flüge hatte sind wir zum L-Tur Schalter und haben dort noch ein “Schnäppchen” für 230€ pro Person ergattert. Allerdings Rückflug, nicht wie geplant, am Freitag sondern erst Samstag. Während der Wartezeit auf den nächsten Flug habe ich versucht meine Regress-Ansprüche gegenüber der Bahn abzuklären. Theoretisch kann man wohl das neue Flugticket erstattet bekommen, praktisch wird das aber sicher schwierig weil unsere Fahrkarte nicht kontrollierte wurde und ich folglich nicht beweisen kann, das wir in dem verspäteten Zug waren. Trotz allem Bemühen konnte ich jedenfalls vor Ort nichts mehr bewegen und wir wären, weil das Ganze gedauert hat und meine Freundin noch nach Sprengstoff durchsucht worden ist, fast noch zu spät zum Boarding gekommen.

Der Flug war dann ok und nachdem wir pünktlich gelandet waren hatten wir sogar Zeit für einen kurzen Snack bevor es mit dem Zug noch 2 Stunden weiter nach Antwerpen ging. Ich hatte schon befürchtet, dass wir die ganze Show verpassen und hab Bridget vorsichtshalber eine SMS geschickt, dass ich mein Flugzeug verpasst habe. Nicht, dass sich noch jemand Sorgen gemacht hätte… Um so mehr habe ich mich gefreut, als prompt die Antwort kam, dass Flogging Molly erst um 22:30 auf die Bühne gehen. Am Bahnhof in Antwerpen dann also schnell ein Taxi geschnappt und tatsächlich um 22:15 am Club angekommen. Schnell meine Freundin bei ihrem Freund abgeliefert, ein kurzes Schwätzchen mit Mike von den Street Dogs gehalten, ein Bier abgeschnappt, ein paar Leute begrüßt und los ging es.

Matt mit seiner Concertina

Flogging Molly hatten an diesem Tag auch etwas Pech. Dennis hatte Brechdurchfall und war fix und fertig, Bob fehlte auf der Bühne (später habe ich erfahren, dass er wegen gesundheitlichen Problemen seiner schwangeren Frau vorzeitig abreisen musste) und Matts Akkordeon hat den Geist aufgegeben. So musste er das letzte Drittel der Show mit seiner Concertina spielen. Für Matt war das sicher sehr anstrengend, für die Fans eher sehr spannend. Der Show hat es jedenfalls sicher keinen Abbruch getan, obwohl Bob natürlich gefehlt hat und Bridget die Lücken, die das Banjo gerissen hat, mit der Geige nicht immer füllen konnte.

Nach der Show habe ich dann meine amerikanischen Freunde (Chris und Merideth von www.thebeergeek.com ) getroffen, bin mit ihnen kurz ins Hotel zum Einchecken und von dort direkt zur After Show Party in einer Kneipe namens “Bar Mondial”. Das war eine der lustigsten After Show Parties die ich je erlebt habe. Die hatten “Sing Star” und es war sehr witzig wer da so alles gegen wen und wie gesungen hat. Der eine oder andere war so voll, das der Sing Star Sieg alleine schon daran scheiterte, dass er den Text nicht mehr lesen konnten. Muss ich mehr sagen?
Karaoke bei der After Show Party
Irgendwann nach 3 waren wir dann zurück im Hotel und um 8 hat schon wieder der Wecker geklingelt. Böse Falle! Aber alles Jammern hat nichts geholfen, wir mussten den Zug nach Amsterdam kriegen.
Gegen 12 Uhr Mittags sind wir dort angekommen und weil Chris der “Beergeek” ist, standen 3 Brauereien und 2 Pubs auf unserem Programm. Mann, war ich müde. Und dann auch noch Schneetreiben in Amsterdam. Eklig. Während unserer Pub-Tour wurde mir dann auch noch ein offener Schnürsenkel zum Verhängnis. Ich bin, während wir schnell eine vierspurige Strasse überqueren wollten, auf besagten Schnürsenkel getreten, konnte mich nicht mehr abfangen und echt übel hingefallen. Ergebnis: Knie aufgeschlagen und die komplette rechte Körperhälfte geprellt und voller blauer Flecken sowie Verdacht auf Muskelfaser-Riss im rechten Arm. Zum Berappeln blieb leider kaum Zeit, es standen noch 2 Brauereien auf dem Programm und dann war ich auch schon mit holländischen Freunden und Andries, dem DutchIrishBastard   (www.myspace.com/dutchirishbastard ) verabredet.
Schon fast Traditionsgemäß trafen wir uns, wie beim Konzert im Mai, im Irish Pub oberhalb des Melkweg und nach ein paar Guinness machten wir uns auf den Weg zur Show. Es hat ja schon seine Vorteile, wenn man gute Freunde hat. So durften wir alle hinter die Bühne, was im ausverkauften Melkweg schon eine feine Sache ist.
Matt mit Andries`Akkordeon

Für Andries war es ein besonders Highlight, dass er mit Matt über Akkordeons fachsimpeln konnte. Die Fachsimpelei hatte durch Matts Pech am Vorabend noch eine ganz besondere Note. Andries hatte sein Akkordeon zufällig dabei, weil er direkt von einer Geschäftsreise zum Club gekommen war und hatte es Matt für die Show angeboten. Nachdem Matt es ausprobiert hatte war er auch sehr geneigt tatsächlich dieses Akkordeon auf der Bühne zu spielen, der Gedanke wurde dann aber doch wieder verworfen weil es nicht durch den Soundcheck gegangen war. So kam dann doch das vom Hersteller über Nacht eingeflogene Instrument zum Einsatz. Matt hat aber so großen Gefallen an Andries Akkordeon gefunden, dass dieser nun den “Auftrag” hat genau so ein Akkordeon für Matt zu besorgen. Ist das nicht toll?

Akkoreonspieler unter sich
Nach der Show waren wir noch alle zusammen im Pub in dem Flogging Molly nach der Show immer abhängen. Es war sehr nett dort, aber ich war echt zu müde um bis zum Schluß zu bleiben. So ging es an diesen Abens schon gegen halb 2 zurück ins Hotel. Was ich an diesem Abend aber noch erfahren habe: die Street Dogs kommen im April nach Europa und spielen auf jeden Fall bei Groezrock, Flogging Molly machen nach der Green 17 Tour in den USA und ein paar Gigs in Australien erstmal mindestens 5 Wochen Pause bevor sie im Sommer in Amerika auf der Warped Tour auftreten und in Europa eine Festival Tour spielen. Bestätigt sind schon Open Flair und Taubertal.
Am nächsten Tag konnten wir ja dann nicht, wie geplant, zurück fliegen. Also habe ich mir mit meiner Freundin hinkender Weise Amsterdam angesehen. Zwischendurch haben wir eine Bootsfahrt durch die Grachten gemacht. Das war recht interessant aber vorallem auch sehr witzig. Die Beschreibung der Sehenswürdigkeiten kam vom Band, in ungefähr acht verschiedenen Sprachen von Spanisch bis hin zu etwas Asiatischem. So kamen wir uns manchmal wie auf bei einem Multi-lingualem Sprachkurs vor. Danach hatten wir Lust auf Fisch und begaben uns auf die Suche nach einem Fisch-Restaurant. In Amsterdam kein Problem, dachten wir… . Die Holländer scheinen von frischem Fisch nicht viel zu halten, wir hatten jedenfalls halb Amsterdam abgelaufen, uns im Rotlichtviertel verirrt und die Suche schon fast aufgegeben bis wir auf ein scheinbar passendes Restaurant stiessen. Leider stellte sich heraus, dass es  teuer aber nicht sonderlich gut war. Schade;  hat aber ja irgendwie zum Verlauf der Reise gepasst. Abends sind wir dann zu einem meiner Freunde der uns angeboten hatte bei ihm zu übernachten damit nicht auch noch zusätzliche Kosten für eine weiter Übernachtung im Hotel entstehen. Das war super nett und ich will mich auf keinen Fall beklagen, aber dummer Weise hat die Luftpumpe zum Aufblasen der Luftmatratzen nicht funktioniert und wir haben die Nacht bei ihm auf dem Fußboden verbracht.
Klingt ungemütlich, besonders mit blauen Flecken, ich habe aber bestens geschlafen. Entweder der Holzfußboden war besonders weich oder ich war einfach nur erschöpft…
Am nächsten morgen klingelte dann um 5 der Wecker, damit wir auch ja 100% pünktlich am Flughafen ankommen und uns nicht noch ein weiteres Missgeschick ereilen würde. Es hat dann auch tatsächlich alles geklappt und wir sind ohne weitere Komplikationen pünktlich in Frankfurt gelandet.
Alles in Allem möchte ich diese drei Tage zwar nicht missen, bin aber trotzdem immer noch einfach nur froh zuhause zu sein.

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