Festival 2012
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A Drinking Group with a Music Problem – Ein Interview mit den Bloody Irish Boys

von

The Bloody Irish Boys / ShayneZwischen Punk und Klingeltönen wirft eine sich selbst verfluchende Irish Folk Rock-Truppe aus den USA viele Fragen auf, die nicht nur Genre-philosophischer Natur sind. Der Frontmann der “Bloody Irish Boys” Shayne Underwood – momentan auf der Suche nach einem neuen Drummer und Bassisten – war uns behilflich, mittels eines Email-Interviews die Antworten darauf zu finden und seine Band vorzustellen:

Shayne, wie seid ihr als Band aus Ohio auf Euren Namen gekommen? Ist irgendeiner von Euch Ire oder irischer Abstammung?

Die meisten unserer Bandmitglieder sind teilweise irischer, teilweise anderer Abstammung. Ich selber bin halb irisch, halb englisch, soweit ich weiß. „Bloody” ist ein englisches „Fluchwort” und so verfluchen wir uns im Wesentlichen selber dafür, nicht vollkommen irisch zu sein. Das Wort „Boys” bezieht sich auf eine der Lieblingsbands meines Urgroßvaters, Bill Monroe and the Bluegrass Boys.

Wie seid ihr in den USA mit Irish Folk in Berührung gekommen?

Nach einiger Ahnenforschung und nachdem wir die Musik einfach ausprobiert hatten, scheint es, als ob es ganz natürlich so kommen musste.

Als deutscher Folk Rock Tourist hätte ich keine Ahnung, wohin ich gehen sollte, um mir Celtic Rock Bands in den Staaten anzusehen. Welche Locations und Festivals würdet Ihr mir empfehlen?

Etwa eine Stunde nördlich von uns in Dublin, Ohio wird jedes Jahr ein dreitägiges Festival abgehalten. Es nennt sich das „Dublin Irish Festival” und ist ein toller Ort, um sich Celtic Rock Bands anzuhören.

Eure Musik kann man als eine Mischung zwischen Punk und Folk bezeichnen. Beide Genres repräsentieren jedoch, wenn man ihre Wurzeln betrachtet, komplett unterschiedliche Philosophien. Nichtsdestotrotz kommt es einem so vor, als ob sie für einander gemacht wurden. Was lässt sie Eurer Meinung nach so gut zusammenpassen?

Ich glaube, sie passen so gut zusammen, weil sie sich beide weitab vom Mainstream bewegen. Punk ist eine Lebensart, die beinhaltet das zu tun, was immer man verdammt-noch-mal tun möchte – sogar Folk.

Woher nehmt ihr die Ideen für Eure Songs? Beinhalten Eure Texte Euch wichtige Botschaften, die Ihr gerne dem Publikum vermitteln möchtet?

Einfach das Leben zu leben ist unsere Inspiration. Viele unserer Lieder sind einfach Geschichten, die aus Situationen des wahren Lebens entstehen, oder Songs über Geschichte.

Bei welchem Record Label seid Ihr gegenwärtig?

Momentan vertreiben wir unsere Stücke über unser eigenes Record Label Sick Sad Records.

Welches ist Dein Lieblingsstück auf Eurem Album “Drunk Rock” (2005)?

Ich habe keinen Favoriten, sie sind alle ein Vergnügen.

Wart Ihr schon mal auf Tour in Europa?

Nie, aber ich hoffe, eines Tages.

Wie viele Gigs spielt Ihr etwa in einem Jahr?

Bis jetzt noch nicht sehr viele, da viele Bandmitglieder nicht können, aber wir hoffen in Zukunft öfter zu spielen.

Was sind die gängigen Dinge, die Ihr tut, um Euch auf Tour die Zeit zu vertreiben?

Wir versuchen unseren Zeitplan straff zu halten, aber normalerweise fangen wir trotzdem wieder an zu trinken, wenn wir etwas freie Zeit übrig haben.

War es Deine Idee das Lied „Trinkdrink” ins Deutsche zu übersetzen und war es für Dich schwer, es zu singen – oder eher lustig?

Ja, es war meine Idee, aber ich habe es nicht übersetzt oder gesungen. Es wurde von dem Sänger der Band „The Zydepunks” aus New Orleans gesungen, mit denen wir gut befreundet sind.

Wer hatte die Idee, Handyklingeltöne anzubieten?

Ich dachte, es wäre eine gute Idee, wenn man betrachtet, dass die Technologie dazu verfügbar ist – und viele Bands tun das.

Stell Dir vor, Du hättest die Gelegenheit im Fernsehen mit Deiner Band aufzutreten. Welche Show würdest Du für den Auftritt wählen und warum?

Ich glaube, es würde Spaß machen in einer Late Night Talk Show zu spielen. Ich würde sagen, mit dem Schotten Craig Ferguson – er ist ein witziger Typ.

Wenn Du kein Musiker wärst, was wärst Du dann?

Das ist eine kniffelige Frage, weil ich mir ein Leben ohne Musik nicht vorstellen könnte. Auf der anderen Seite befasse ich mich mit Technologie jeder Art und ich bin ein Experte für Computertechnologie.

Und zuguterletzt drei Fragen, an denen sich die Geister scheiden:

CDs oder Schallplatten?

Definitiv CDs. Das Digitale bevorzuge ich immer.

Gig oder Album?

Einen Gig zu spielen macht immer mehr Spaß, da wir unsere Alben selber produzieren und deshalb all den langweiligen Kram machen müssen, den die anderen Bands ihren bezahlten Leuten überlassen.

Guinness oder Whiskey?

Ich müsste Guinness sagen, weil ich niemals einen Kater davon hatte.

Vielen Dank für das Interview!

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