Shamrockclash Hamburg, April 08 2008
von MarcelKonzertbericht des Kleeblattfestivals im Grünspan.
Gut 200 Zuschauer wollten sich das Spektakel am Dienstag Abend im Grünspan ansehen und wurden für den Verzicht auf die schöne Hamburger Abendsonne belohnt: Insgesamt über drei Stunden boten die drei Bands, MR. IRISH BASTARD, BLOOD OR WHISKEY und FIDDLER’S GREEN ein abwechslungsreiches Irish-Folk-Punk-Rock-Potpourri, das sich sehen lassen konnte.
Das Konzert in Hamburg/St. Pauli war der Auftakt einer einwöchigen Konzertreise der Bands quer durch Deutschland.
Die Münsteraner Band MR. IRISH BASTARD eröffneten gegen 20.00 Uhr den Abend und konnten innerhalb weniger Minuten das gesamte Publikum überzeugen. Authentisch, sympathisch und voller Spielfreude spielten sie ihre Eigenkompositionen, die hauptsächlich vom neuen Album „Bastard Brotherhood” stammten und animierten das Publikum zum Tanzen, Singen, Klatschen und Abrocken. Paddyrock, wie man es sich wünscht. Die Band live zu erleben macht einfach Spaß und es ist toll zu sehen, dass sich die neuen Mitglieder, der bulgarische Drummer und der niederländische Akkordeonspieler perfekt innerhalb kürzester Zeit integrieren konnten. Nach 45 Minuten wurde das Set mit „Let go” beendet und die Bühne für den nächsten Live-Act geräumt, während das Publikum die Band noch frenetisch abfeiert.
Als zweites stand die 1993 gegründete irische Folkpunkband BLOOD OR WHISKEY aus Leixlip, County Kildare (übrigens Heimat von Arthur Guinness erster Brauerei, wo er zunächst Ales braute bis er seine St. James’s Gate Brauerei in Dublin1759 eröffnete und das berühmteste Bier aller Zeiten zu brauen). Die Band um Sänger Dugs Mulhooly spielte ein aggressives und sehr punkiges 45 Minuten Set, dem ein Akkordeon und/oder eine Tin Whistle gut getan hätte, um die Songs folktechnisch zumindest zu „pimpen” und so an die Versionen aus dem Studio rangekommen wären. Schlagzeuger Chris O’Meara, Bassist Peter Mullan und Banjospieler Pete Townsend, nicht zu verwechseln mit dem The Who Gründer, spielten dennoch sehr kompakt und routiniert zusammen, vermochten es aber nicht, das Publikum komplett zu überzeugen, auch wenn sie optisch mit ihrer Punkattitüde zumindest am besten ins Straßenbild von St. Pauli passten.
FIDDLER’S GREEN bildeten mit einer ziemlich perfekt inszenierten Liveshow den Abschluss des Abends. Sänger Albi verstand es, dass Publikum nicht nur mit seinen Tanzeinlagen sondern auch gesanglich, an der Bouzuki und an der Gitarre zu unterhalten. Das Set der erfolgreichsten deutschen Band dieses Genres war eine Mischung aus alten und neuen Hits, sowie zwei brandneue, unveröffentlichte Songs. Lange Ansagen und viel Kommunikation mit dem Publikum waren auch an diesem Abend Trumpf. Höhepunkt war dann aber doch am Ende der Klassiker „Blarney Roses”, bei dem der gewillte Zuschauer die Band auf der Bühne gesanglich unterstützen kann. Auch einige Mitglieder des „Openers” waren unter ihnen und bedankten sich auf diese Wise noch mal beim Publikum. Im Sommer wird FIDDLER’S GREEN zurück ins Studio gehen, um ein neues Album aufzunehmen; wir dürfen gespannt sein.
Abschließend sei gesagt, dass es ein paar mehr zahlende Gäste hätten sein können, doch die Stimmung im Grünspan war hervorragend und man kann hoffen, dass Minifestivals dieser Art häufiger angeboten werden. Danke an alle drei Bands!


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