Festival 2012
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Mairi’s Wedding

von

HochzeitHintergrund

Das Lied kam etwas zu früh: Mary McNiven heiratete erst sechs Jahre später ihren Kapitän John Campbell. 1935 stellte Johnny Bannerman seiner Jugendfreundin Mary erstmals seinen gälischen Song vor, den sie sofort sehr eingängig fand. In der englischen Version erinnert noch die Schreibweise ihres Namens an den Ursprung.

Durch einen Zeitungsartikel zu Marys 90. Geburtstag ist die Entstehung des Liedes gut dokumentiert. Es ist auch unter dem Namen „Lewis Bridal Song” oder „Mairi Bhan” bekannt.

Johnny Bannerman schrieb den Text offenbar als Beitrag für den Glasgow Mod, ein traditionelles Festival mit verschiedenen Wettbewerben.

Sein Refrain sah so aus:

‘Si mo ghaol-sa Màiri Bhàn
Màiri bhòidheach sgeul mo dhain
Gaol mo chridh’-sa Màiri Bhàn
‘S tha mi ‘dol ‘ga pòsadh

1936 übertrug Hugh Roberton den Text ins Englische. In seiner Fassung wurde Mairi’s Wedding rasch zum Muster-Volkslied in schottischen Schulen.

Text

Chorus:
Step we gaily on we go
Heel for heel and toe for toe
Arm in arm and on we go
All for Marie’s wedding

Over hill ways up and down
Myrtle green and bracken brown
Past the sheeling through the town
All for sake of Marie

Plenty herring, plenty meal
Plenty peat to fill her creel
Plenty bonny bairns as weel
That’s the toast for Marie

Cheeks are bright as rowans are
Brighter far than any star
Fairest of them all by far
Is my darling Marie

Melodie

Die Melodie, eine Polka, wurde dem Vernehmen nach in der Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Sammler aufgezeichnet. In Irland wird Mairi’s Wedding manchmal als Instrumentalstück gespielt, z.B. kombiniert mit anderen Polkas. Sie hört sich auch als langsamer Marsch auf dem Dudelsack gut an.

“Mairi’s Wedding” ist als Volkstanz mit eigenen Figuren bekannt. Aber auch „Mairi’s Divorce” kann man tanzen.

Aufnahmen und Variationen

Die Clancy Brothers, Alain Stivell, die Chieftains mit Van Morrison und viele andere Gruppen haben den Song aufgenommen. Die Rankin Family machte „Mairi’s Wedding” in Kanada zum Hit.

Landschaftsaufnahme SchottlandVon vielen Schotten wird das Lied als künstliche Touristen-Folklore empfunden; „Step we gaily” würde in Glasgow wohl niemand sagen. Der etwas geschraubte Text, der das fröhliche Landleben mit Fisch- und Torfkörben, roten Bäckchen und vielen Kindern besingt, forderte Parodien und Neufassungen heraus.

Der Komiker Billy Connolly hatte den Song aus der Schule in schlechter Erinnerung und verwertete ihn in einem entsprechenden Sketch.

Ian McCalman schrieb bereits in den Neunzigern einen „Anti – Heuschrecken” -Text. Er meint in „Cancel Mairi’s Wedding”, die Hochzeit müsse abgesagt werden, da Mairis Land an besser zahlende ausländische Spekulanten verkauft sei:

Sell we gaily on we go
Down at heel so we must blow
Hills and islands row on row
All for the sake of money

All you need for stream and ben
Is Deutschmark, Guilder, Franc or Yen
Then … sell it on again
For the sake of money

Plenty fish to fill the creels
Plenty agents fixing deals
Lawyers dancing jigs and reels
For the sake of money

(Auszug)

Vielleicht findet sich ja noch jemand, der auf die selbe, schöne Melodie einen zeitgemäßeren Hochzeitsglückwunsch dichtet.

Alle Lieder aus dieser Serie gibt es in unserem Youtube-Channel in der Playliste ‚Story behind the Song’.


Weitere Artikel in dieser Serie:

  1. The Story of Molly Malone
  2. The Night Paddy Murphy Died
  3. Follow me up to Carlow
  4. Dirty Old Town und Ewan MacColl
  5. Fiddler’s Green – der Song
  6. Mairi’s Wedding(This post)
  7. Foggy Dew
  8. The Bonnie Ship The Diamond
  9. The Black Velvet Band
  10. Fairytale of New York
  11. Sam Hall
  12. Loch Lomond / Red is the Rose
  13. Black is the Colour
  14. Fields of Athenry
  15. Ordinary Man
  16. Moving-On Song (Go! Move! Shift!)
  17. Whiskey in the Jar
  18. The Wild Rover

Über kuec

Zwei Dinge faszinieren mich an Folk-Musik besonders: die mündliche Überlieferung mit ihren verschlungenen Wegen und der Einblick in andere Lebenswelten aus der Perspektive der Betroffenen. Neben meiner Leidenschaft für live-Musik habe ich mich immer wieder mit den Hintergründen dieser „Kultur von unten“ beschäftigt. Ich bin mit gemeinsamem Musizieren aufgewachsen. Meine Instrumente sind Geige, akustische Gitarre und E-Bass. Gespielt habe ich in Orchestern, Folk-Gruppen und Oldie-Bands. In den Neunzigern habe ich Konzertberichte für eine südwestfälische Lokalzeitung verfasst und freue mich, dem Schreiben über Musik jetzt online nachgehen zu können. Hier bei celtic-rock.de pflege ich seit 2008 die Wissens-Abteilung. Schaut doch mal bei den classics oder in unserer Bücherecke vorbei. Und nicht vergessen: keep music live!

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Ein Kommentar
  1. daniels sagt:

    Aus neuerer Zeit sind mir Versionen The Brogues, Cellarfolks und Fiddler’s Green bekannt. Die Cellarfolks gefielen mir dabei besonders gut.

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