19th St Patrick’s Day Celebration Festival: “Irish music 2 go 4!” Tour
von daniels
Auch in diesem Jahr tourt das Festival wieder durch Deutschland und die Schweiz. Mit dabei sind: The McDADES, The London Lasses & Pete Quinn und Leo Rickard & Mick O’Gorman.
Orte: Leverkusen, Lünen, Steinberg, Möglingen, Aalen, Eisleben, Torgau, Garching, Augsburg, Zug
In einer Zeit, die Abkürzungen liebt, hat das St. Patrick’s Day Celebration Festival ein Tour Motto, das einer extrem knapp gehaltenen SMS entsprungen sein könnte. „Hey Folks, Irish music 2 go 4“. Auf gut Deutsch heißt das so etwas wie: „Aufgepasst Leute, dieses Irish Folk Event muss man unbedingt gesehen und gehört haben“. Schon erstaunlich, wie kurz und bündig die Iren beim Simsen auf den Punkt kommen können. Aber nicht nur da. Schon seit je her sind sie Meister, menschlich und musikalisch schnell auf den Punkt zu kommen. Auf der Grünen Insel kommt man flugs unter die Leute. In einem Irish Pub bleibt man nicht lange allein. Man wird freundlich angesprochen und einbezogen. Und die Iren lassen sich auch nicht lange bitten, wenn es darum geht, sich die Zeit mit einem schönen Lied zu vertreiben. Vor allem rund um den St. Patrick’s Day, den irischen Nationalfeiertag, sind die Iren besonders aufgeschlossen und verrückt nach Musik und guter Unterhaltung. Wenn man nur dieses besondere Feeling abfüllen und exportieren könnte! Gesagt getan.
Das St. Patrick’s Day Celebration Festival ist seit bald zwei Jahrzehnten beliebt für Import-Export bester irischer Kultur und Unterhaltung. Immer darauf bedacht, dass weder die Party das Konzert, noch das Konzert die Party dominiert. Und wie findet man die goldene Mitte? Man nehme drei tolle Musikgruppen, schöne Deko, die jeden auch noch so nüchtern erscheinenden Zweckbau in einen irischen Festsaal verwandelt und garniere es mit irischen Speisen und Getränken. Schon hat man eine kleine irische Oase geschaffen, wo man ohne Bedenken seinen Freunden simsen kann: „Hey Folks, das ist „Irish music 2 go 4!“
The McDADES – Celtic Free Spirits
Sie sind die vielleicht erfolgreichste kanadische Celtic Folk Band der Gegenwart. Warum? Bei gleich fünf verschiedenen kanadischen Musik Awards wurden sie 2006 und 2007 ausgezeichnet. Da es sich bis über den großen Teich rum gesprochen hat, dass man beim St. Patrick’s Day Celebration Festival (SPDCF) in D und CH nicht nur die nettesten Fans, super Stimmung, wilde Sessions mit einer irischen Frauenband sondern auch das beste Bier trinken kann, konnten wir die Supergruppe als Headliner verpflichten.

„This kicks!“ schreibt in Bezug auf die McDades das englische Weltmusik Magazin fRoots. Und das ist sicher nicht übertrieben. Das kanadische Quintett hat den „Kick“ oder auf gut Deutsch den „Dreh raus“, einen revolutionären Sound zu kreieren. Da gibt es zunächst eine Menge an tief verinnerlichter Tradition, die der Band schon nach dem ersten Hinhören eine absolute Autorität verleiht. Die Bandmitglieder spielen ihre Instrumente mit einer solchen Virtuosität, die einen mit Fassungslosigkeit erfüllt. Mit einer aufreizenden Leichtigkeit spielen sie sich auch durch schwierigste Riffs. Trotz eines Höllen Tempos werden sie nie hektisch und grooven ohne Ende. Auch dann, wenn sie balladenhaft werden. Das Resultat: die Zuhörer verfallen von anfänglichem Staunen in ausgelassene Euphorie.

The McDades: Dance of the Seven Veils/The Silver Platter
Wenn man als Motto „Free Spirits“ im Schilde führt, muss einem doch das Tor zum Himmel der Weltmusik weit offen stehen! Genau! Ohne den keltischen Mainstream zu verlassen, veredeln sie ihn mit Einsprengseln indischer, franco-kanadischer und Balkan mäßiger Folkmusik. Der mehrstimmige Gesang ist so dicht und eingeschliffen, wie es nur bei Geschwistern sein kann. Wie es sich für eine kanadische Band gehört, singen die McDades sowohl in Englisch als auch Französisch.
Shannon an der Fiddle, Solon am Kontrabass und Jeremiah mit einer ganzen Palette an Blasinstrumenten sind die Geschwister McDade. Dazu gesellt sich der Percussionist Francois Tailefer, der ein breites Spektrum brasilianischer, spanischer, indischer, afrikanischer, arabischer Perkussion auf seiner Reise rund um die Welt direkt vor Ort gelernt hat. Er ist auch ein Meister des Kehlkopfgesangs. Er kann mehrere Stimmen übereinander legen und für einen Bordun sorgen, der das Publikum in Trance zu versetzen pflegt. Der Gitarrist und Sänger Simon Marion ist unter anderem von Jazz, Pop aber vor allem von Cajun musique á la Quebecoise geprägt. Das ist wirklich die Folkmusik der Gegenwart „2 go 4!“
The London Lasses & Pete Quinn -Enchanting Irish Folk
Frauenbands sind im Irish Folk eher die Ausnahme und man hört in ihrer Musik schnell den kleinen aber feinen Unterschied. Frauen legen bekanntlich immer mehr Augenmerk auf Design und Eleganz und so hört sich auch ihre Musik an. Geschmeidig, elegant und mit viel Gefühl.

Die London Lasses haben aber auch noch einen weiteren Hintergrund, der ihnen eine besondere Identität verleiht. Es ist die Musik irischer Migranten, die in London seit Jahrhunderten eine große Gemeinde bilden, welche auch heute ihre lebendige Identität bewahrt hat. Man trifft sich nicht nur in den „Irish Pubs“, sondern hat eigene Kulturzentren und feiert über das Jahr viele typisch irische Festivals. Der Bandname bringt die stolze Identität der Iren in der Fremde wunderbar auf den Punkt. Werden doch in Irland die Mädchen landestypisch als „Lasses“ bezeichnet und somit heißt die Band „die irischen Mädchen von London“. In der Londoner Folkszene sind die „Lasses“ Kult und haben sich durch drei exzellente CDs auch in Irland, Schottland und bei vielen englischen Sommerfestivals einen super Ruf erspielt.
Verblüffend ist die Natürlichkeit und Lässigkeit, mit der die vier Frauen und ein „Alibi-Mann“ ihre Instrumente beherrschen. Die „Lasses“ geben jedem Ton genau die Zeit, die er braucht, um sich entfalten zu können und so setzt er sich umso nachhaltiger in unseren Gehörgängen fest. Das Repertoire der Band ist ein bunter Strauß an Liedern und Instrumentals. Mit Fiddle, Accordion, Whistle, Flute, Piano und Gesang und ist man/frau so reichhaltig instrumentiert, dass man eine bunte Palette an Klangfarben zur Verfügung hat und damit auch ausgiebig arrangiert. Mit Kathleen O’Sullivan haben die „Lasses“ eine authentisch klingende Stimme. Die Sängerin scheint eine Vorliebe für melancholische Lieder zu haben, die ihre Freundinnen behutsam arrangieren. Wenn sich die Lasses so richtig warm gespielt haben, dann können sie sich nicht mehr halten und legen steppender Weise eine heiße Sohle aufs Parkett.
Mit Kathleen O’Sullivan haben die „Lasses“ eine authentisch traditionell klingende Stimme. Die Sängerin scheint eine Vorliebe für melancholische Lieder zu haben, die ihre Freundinnen behutsam arrangieren. Fazit: diese Band ist einfach mädchenhaft märchenhaft und wir freuen uns, dass sie nach ein paar Jahren Pause wieder zum SPDCF nach D und CH kommen. Sie bringen ihre neue CD „Enchanted Lady“ mit.
Leo Rickard & Mick O’Gorman – Masters of Irish tradition
Das Duo ist der traditionelle Anker des Festivals. Hier sind Uillean Pipes, vielleicht das urigste und typischste aller irischen Instrumente, mit einer subtilen Gitarrenbegleitung in Reinkultur zu genießen. Oft wird die Legende zitiert, dass es 21 Jahre braucht, um ein guter Uillean Piper zu werden. Sieben Jahre lernen, sieben weitere Jahre zu reifen und weitere sieben Jahre, um zur Perfektion zu gelangen. Leo Rickard hat nicht nur zeitlich sondern auch künstlerisch diese Anforderung längst erfüllt. Er ist einer der großen gestandenen Piper Irlands. Sein Stil ist angelehnt an die Tradition der Dudelsack spielenden Zigeuner. Flüssig und mit viel Feuer im Ausdruck, hie und da eingebaut ein Feuerwerk aus halsbrecherischen Staccato Tönen.

Leos Kreativität blitzt auf, wenn er bei den typischen Wiederholungen der Melodie nach Verzierungen und Abweichungen sucht, um ihr neue Aspekte abzuringen. Diesen Anspruch hat auch sein Gitarrist Mick O’Gorman, der sowohl im Rhythmus als auch Harmonie immer wieder neue Überraschungen aus den Saiten zaubert. Und man sollte nicht vergessen, dass große Uillean Pipes Virtuosen auf den „Regulators“ ihre eigene Akkordbegleitung spielen können. So gibt dieses Duo gleich zwei Mal rhythmisch Zunder. Mick verfügt zudem über eine lyrische Stimme und viele fast vergessene Lieder. Und da schlägt dann die Stunde der wehmütig und weich klingenden Whistles, die jeder Piper auch gerne zur Liedbegleitung spielt. Einfach die Augen schließen und die Musik der „Masters of Irish tradition“ genießen.
Tourdaten
Datum, Stadt, Konzerthalle, Ticket Hotline
06.03.08, Leverkusen, Stadthalle Hitdorf, 0214/4064113
07.03.08, Lünen, Hansesaal, 02306/1042299
08.03.08, Steinberg, Wernesgrüner Brauerei Gutshof, 037462/61320
09.03.08, Möglingen, Bürgerhaus, 07141/488333
10.03.08, Aalen, Festhalle Fachsenfeld, (tbc) 07361/522359
11.03.08, Eisleben, Landesbühne, 03475/602070
14.03.08, Torgau, Kulturhaus, 03421/903523
15.03.08, Garching, Bürgerhaus, 089/32089138
16.03.08, Augsburg, Parktheater Göggingen, 0821/9062222
17.03.08, CH – Zug, Theater Casino, 0041/41/7290505
St. Patrick’s Day Celebration Festival


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