Festival 2012
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In Search of the Shamrock

von

cimg9921.jpg – Irische Spurensuche zwischen Wolkenkratzern und Kopfsteinpflaster in New York

Von Maze Kyeck / “In Search of a Rose”

Mein Cousin zweiten Grades ist ein lustiger, fußballverrückter Amerikaner, der seit einigen Jahren in Williamsburg/Brooklyn/New York lebt und bei MTV News arbeitet. Spätestens alle zwei Jahre sehen wir uns, entweder in Hamburg oder in New York. Zur WM war er natürlich letztes Jahr in Deutschland, also war ich mal wieder an der Reihe, ihn in der „Stadt mit Loch” zu besuchen.

Aber diesmal hatte ich mir eine kleine Nebenbeschäftigung für die Reise überlegt: Ich suche Spuren irischer Immigration in den Strassen New Yorks, einerseits aus Interesse und andererseits aus Zwecken der Inspiration, da ich noch Texte für unser neues Album schreiben musste.

Ich selbst kenne ein paar Iren der 1. und 2. Generation in New York (Darin und Tom), die mit Andrew befreundet sind und mit denen ich früher schon gejammt und bei einem Gig im CBGB’s begleitet habe. Die sollten mir auch bei dieser Studie helfen.

Literatur

Vorab hatte ich mich bestens vorbereitet und zunächst das Internet durchsucht. www.murphguide.com liefert z.B. gute Tipps für die feuchtfröhlichen irischen Stunden in New York.

Weitere Informationen kann man unter www.irishabroad.com oder www.nyirish.net finden.

Vor Ort hatte ich zusätzlich drei sehr interessante Bücher erstanden:

deren Inhalte ich hier aus zwei Gründen außen vor lassen möchte:

  1. habe ich erst „Irish New York” gelesen und
  2. übersteigt das, denke ich, den Zweck diesen Artikels.

Irish Pubs

Ich kenne mittlerweile eine nette Menge an New Yorker Pubs von Innen (ca. 30) und habe noch mehr Pubs gesehen, zu viele, um in jedem ein Stout zu trinken aber McSorley’s (www.mcsorleysnewyork.com) im East Village, welches der älteste Pub New Yorks ist (1854), sollte man auf jeden Fall einen Besuch abstatten, auch wenn dort eher Touristen abhängen. Das Motto lautet „Be good or be gone” und der Staub auf den Lampen ist so alt wie der Pub selbst.

Auch unter der Woche kann man im East Village hier und da eine nette traditionelle Livesession erleben, mit gar nicht so schlechten Musikern, wie z.B. im Dempsey’s Pub. Das East Village beherbergt zahlreiche nette Irish Pubs mit guter Stimmung, wie auch z.B. dem Bull McCabes.

Eine große Anzahl Irish Pubs gibt es auch in der Midtown East Side zwischen der 44th und der 59th Street und 2nd und 3rd Avenue. Den besten Überblick verschafft aber dieser Link: murphguide.com/irish.htm#14-59 .

New York Yankees

Das Yankees Stadium ist in der Bronx, dem nördlichen von den fünf Stadtteilen New Yorks, das auch sehr von Irischen Immigranten geprägt wurde. Bei einem Spiel sieht man oft Fans, die ein grünes Yankees T-Shirt oder ein grüne Yankee Cap, mit Kleeblatt drauf, tragen und sie sprechen sich alle an und verweisen mit Stolz auf ihre irischen Wurzeln. Die größten „Feinde” der Yankees sind die Boston Red Sox und wehe es wagen sich Red Sox Fans in die Fanecke der sog. „Bleacher Creatures”. Sie haben nicht viel zu lachen und werden so lange gemobbt, bis sie freiwillig ihre Plätze verlassen. Die „Dropkick Murphys” sind übrigens große Red Sox Fans und haben den Titel „Tessie” extra zum Sieg der Major League verfasst.

Police Department und Fire Department

In fester irischer Hand ist das „Police Department” und das „Fire Department” und das seit vielen Generationen (bereits1855 waren 27% des Police Departments irischer Herkunft und das ist auch heute noch so).

Ausgangspunkt war die Tatsache, dass der damalige Handel üblicherweise von den „Nativists” (in Amerika Geborene, meist protestantischer Herkunft aus England oder Holland von ca.1770-1840) ausgeübt wurde und die Iren daran hinderten. Je mehr Iren sich allerdings in New York einbürgerten, desto mehr Macht bekamen sie aber auch politisch, was zur Folge hatte, dass sie die Demokraten eine große Macht bekamen und sich die zivilen Arbeiten zu Eigen machten, deren Bedarf mit steigender Einwohnerzahl täglich wuchs (Stichwort „Tammany Hall”). Bedauerlicherweise sind auch ca. ein Drittel der beim World Trade Center Anschlag am 9.11.2001 ums Leben gekommene Polizisten und Feuerwehrmänner irischer Herkunft gewesen.

Ellis Island

Die erste Anlaufstelle für alle Einwanderer war von 1892 bis 1954 die vorgelagerte Insel Ellis Island. Zuvor war Castle Garden (heute Castle Clinton im Battery Park) das Immigrantenzentrum New Yorks. In dem Museum vor Ort gibt es zahlreiche Berichte, Augenzeugeninformationen und allgemeine Informationen über alle Strömungen der Immigration, also auch die irische Immigration, die natürlich eng mit der irischen Geschichte verknüpft ist. Während der großen Hungersnot in Irland zwischen 1845 und 1851 haben ca. eine Millionen Iren die Insel verlassen und haben ihr Glück hauptsächlich in den USA gesucht. Ein besonderer Moment war das für mich auch insofern, als ich den Namen meines Onkels, der 1950 ausgewandert ist, an der „Wall of Honor” gefunden habe und der heute in Chicago lebt.

Weitere Indizien

  • Die St. Patricks Cathedral in der Nähe des Rockefeller Centers
  • Das Irish Arts Centre
  • Das Tweed Court House am Union Square
  • Die größte St. Patrick’s Day Parade der Welt
  • etc.

Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich das Konzert der „Dropkick Murphys” am Samstag den 15.9. als ich gerade spät Abends angekommen bin, sowie das der „Tossers” am Sonntag, 16.9. in New York aus Gründen anderer Verpflichtungen verpasst habe.

Zehn Tage in New York vergingen schnell aber letztendlich habe ich für das Erste genug irische Spuren gefunden, um zumindest behaupten zu können: New York ist grün.

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www.insearchofarose.de

Über Marcel

Shamrocknroll, FC St. Pauli, In Search Of A Rose

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Ein Kommentar
  1. daniels sagt:

    Hi Maze, danke für den Bericht. Das macht Lust auf mehr. Bin gespannt, ob die Inspiration geholfen hat!? :-)

    Übrigens könnt Ihr Maze auch auch im neu eingerichteten Forum von In Search Of A Rose interviewen:

    http://www.celtic-rock.de/forum?forum=8

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