Keltensiedlung Altburgfestival Bundenbach / Hunsrück 10 / 11 0807
von danielsRezension des irisch / keltischen Folk Festivals am 11.08.07
Nach der doch etwas längeren Regenperiode, blickte man ja eher skeptisch auf das zweitägige Open – Air – Spektakel des Altburgfestivals in Bundenbach.
Doch Petrus zeigte sich gnädig und bescherte uns rechtzeitig zum Wochenende viel Sonnenschein und angenehm, warme Temperaturen. Auch das idyllische Städtchen Bundenbach, im schönen Hunsrück, weckte sofort Urlaubsgelüste.
Bei diesem Wetter und der sich bietenden Aussicht auf die nahe gelegene Schmidtburg, machte einem auch der ca.15 – 20 minütige, teils etwas beschwerliche Aufstieg zur Keltensiedlung Altburg nichts aus. Der Weg führte uns auch am Schaubergwerk “Schiefergrube Herrenberg” vorbei, welche man, wenn man die Zeit findet, unbedingt besichtigen sollte.
Oben angekommen, bot sich einem ein beeindruckender Anblick. Man befand sich nun auf einem etwa ein Hektar großen Plateau, hoch über dem Hahnenbachtal, und die Aussicht war einfach überwältigend. In der Keltensiedlung (dort bietet sich Geschichte zum Anfassen) herrschte bereits reges Treiben. In originalgetreue, keltische Gewandung gehüllte Männer, Frauen und Kinder zeigten, wie das Leben so war, ..damals, in der guten alten keltischen Zeit. Neben Handwerkszunft und Gauklern gab es viel interessantes zu sehen.
Inmitten des Plateaus stand die hölzerne Bühne, umgeben vom Mittelaltermarkt.
Bis zum Beginn des ersten Auftritts der ersten Band war noch ein wenig Zeit, welche die Spielleute von Danserye, (deren mittelalterliche Weisen ein echter Hörgenuss waren) und die orientalischen Tanzweiber von Numidaé hervorragend überbrückten.
Dann ging es los. Die erste Darbietung des Abends kam von der Band Spideog.
Das Quartett aus dem Ruhrgebiet eroberte die Aufmerksamkeit des mittlerweile immer größer werdenden Publikums mit Leichtigkeit. Bei den schönen Stimmen der beiden Sängerinnen und dem perfekten Zusammenspiel der irisch traditionellen Instrumente, konnte man gar nicht weghören. Eine tolle Band, die an diesem Abend einige neue Fans dazu gewinnen konnte und deren Namen man so schnell nicht vergessen wird.
Als nächstes betrat das hervorragende Trio Wet Your Whistle die Bühne.
Vielen Irish- Folk-Fans längst ein Begriff, begeisterten sie einmal mehr mit den sagenhaft, begnadeten Stimmen des Frontmanns Chris Coville und der Sängerin Nina Heinrich. Dazu noch Chris’ phantastisches Spiel an der Bodrán und die, nahezu “fliegenden Finger” von Mark Decker an den Pipes. Da hielt es die Ersten nicht mehr auf ihren Sitzgelegenheiten und das fröhlich, ausgelassene Tanztreiben vor der Bühne war eröffnet.
Während die Band .das Publikum komplett in ihren Bann zog, bot sich im Hintergrund das atemberaubende Bild des Sonnenuntergangs. So viel Begeisterung macht hungrig und durstig…
Auch für das leibliche Wohl war gut gesorgt. Vom Spießbraten oder Bratwurst, über herzhafte Bratkartoffeln mit Speck war genug da um jeden satt zu bekommen. Auch die “Süßmäuler” kamen auf ihre Kosten.mit Kuchen oder Crépes.
Den Durst konnte man mit Pils, Guinness, Met oder diversen Whiskeysorten löschen.
Es gab auch verschiedene Kaffees (war besonders bei den Damen beliebt)…so war z. B. der Latte Macchiato ein Hochgenuss. Gut gestärkt ging es nach einer spektakulären Darbietung eines Feuerschlucker Teams, dem Höhepunkt des Abends entgegen.
Dann war es so weit und die Mannen und Frauen von Aisleng betraten die Bühne.
Kaum hatten sie angefangen zu spielen, brach auch das Eis der Eisernsten. Die Menschenmassen tanzten, jubelten, klatschten und schwitzten. Ein einzigartiger “Hexenkessel”. Bei der charismatischen Reibeisenstimme von Stony Waters, schmolzen nicht nur Frauenherzen. Wer die Musik von Aisleng kennt, weiß was ich meine. Und wer sie nicht kennt,..UNBEDINGT mal reinhören!!
Ein Auftritt dieser Band ist einfach ein Erlebnis..und das nicht nur musikalisch. Doch Vorsicht ist geboten..denn bei Aisleng besteht höchste SUCHTGEFAHR. Es war ein Tag wie im Bilderbuch, ein Tag der einem noch lange in guter Erinnerung bleiben wird und einen ungeduldig auf das nächste Irish Folk – Altburgfestival warten lässt.
Auf Wiedersehen in 2008!
Marion Keller, Essen
- The Wizard of Words -
www.muirdin.de

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