Ein Auftritt, der alle Ketten sprengte
von danielsAm 25.08.2007 war es soweit. “Landunter” in Langenfeld. Die Krusty Moors aus Karlsruhe ließen es auf der Bühne am Haus Arndt mächtig krachen.
Tagsüber konnten sich die Besucher der Schlemmermeile an den vielfältig dargebotenen Köstlichkeiten erfreuen. Was mit einem sonnig, freundlichen Besuch auf der Meile der 1000 Köstlichkeiten begann, entlud sich am Abend in einem Feuerwerk irischer Lebensfreude. Gut daran taten all diejenigen, die sich für den Auftritt der Krusty Moors vorher auf der Meile der Delikatessen mit leckeren Gerichten wie z.B. Putenbrust in Whiskeysauce oder anderen Fleischgerichten in Guiness- oder Kilkennysauce stärkten.
Während das Wetter die Stimmung der Besucher deutlich steigerte, wirkten manche Mitarbeiter an den Getränkeständen teils hilflos bis überfordert. An dieser Stelle möchten wir der “Zapferin” des Hauses Arndt ein großes Lob aussprechen, da sie den ganzen Tag allein hinter der Theke stand und dennoch alles “im Griff”hatte. Und das auch noch bei einer bemerkenswerten Freundlichkeit.
Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es an dem Besucheransturm oder an der Planung lag, dass frühzeitig die ersten Getränke ausgingen. Wir hoffen, dass noch genügend für die Besucher am Sonntag vorrätig ist. Man munkelt, dass die Krusty Moors selbst an der Stillegung der “Bierpipeline” beteiligt waren, aber aus Insiderkreisen wissen wir, dass es der zündende Funke war, den sie scheinbar direkt von der “grünen Insel” mitgebracht haben, der das Publikum zum Toben brachte.
Schon beim Soundcheck der Band zog es die ersten neugierigen Zuhörer und Fans mit “gespitzten Öhrchen” vor die Bühne des Celtic-Corners/Haus Arndt. Um 20.00 Uhr ging es dann so richtig los. Der Biergarten war mittlerweile besetzt, und sämtliche Stehplätze waren auch schon vergeben. Treppen, Nischen, sowie die angrenzende Botanik wurden an diesem Abend vom freudigen Publikum zur Loge auserkohren.
Man war ziemlich gespannt, was die Band mit dem charismatischen Frontmann aus Dublin an diesem Abend auf die Bühne zaubern würde. Auftakt war die Gesangseinlage des Bassisten Jimmy, der an diesem Abend für den Engländer am Kontrabass – Chris – eingesprungen war, welcher sich zu diesem Zeitpunkt in England aufhielt. Für viele ein ungewohntes Bild. Scruffy, Sänger und Gitarrist der Krusty Moors, begleitete Jimmy zunächst am Schlagzeug. Mit dem Rest der Band ertönte dann später natürlich seine markant, eindringliche Stimme aus den Boxen.
Der Sänger und Gitarrist forderte auch das junge Publikum ständig zum Mitmachen und Tanzen auf. Mit seiner einzigartigen, charmanten Art und mehr englisch-irisch als in deutsch, inszenierte er scherzhaft eine Art “Sitzblockade” vor der Bühne mit dem Publikum zum Elvis Klassiker “Blue suede shoes”. Gespielt wurde das alte Spielchen “Zeigt her eure Füße, zeigt her eure (Tanz)-Schuh. Scruffy machte der Einfachheit halber die Sache passend zu “Green suede shoes” – und die “Sitzblockade” vor der Bühne, streckte der Band die “irischen Tanzschuhe” entgegen.
Es folgten Irish Songs im Krusty-eigenen Folk Rock Stil, eigene Songs aus der Vergangenheit – und der brandneuen CD, die gerade entsteht.
Das recht unterschiedliche Publikum (alles zwischen 3 und 70 Jahren) war von Song zu Song immer mehr von der sympathischen Ausstrahlung der Band begeistert. Die irish-ironischen Ansagen von Paul Burke fanden wachsenden Beifall. Es entstand eine Art Feedback zwischen Publikum und der Band, die mit Superlaune und spielerischer Leichtigkeit die Zuhörer zum Tanzen, Mitsingen und Mitmachen aufforderte.
Kinder tanzten mit erwachsenen Irish Folk Fans vor der Bühne. Als alle bereits glaubten im Rhythmus der grünen Insel zu sein, tauschten Sänger Scruffy und Fiddler Daniel die Instrumente und bewiesen irische Spontanität. Scruffy, der augenscheinlich niemals eine Geige in der Hand hatte, begleitete “Electro Daniel” – man höre und staune – beim Helge Schneider Klassiker “Möhrchen”.
Man sollte meinen, dass an dieser Stelle einige der Folk Fans den Schauplatz verlassen haben. Nicht so hier…
Man stelle sich einen hoffnungslos überfüllten Biergarten vor, mit einem klatschenden, tanzenden “Mörchen” singenden Publikum.
Ein “Highlight der besonderen Art”, war ein Stromausfall auf der Bühne. Ärgerlich für die Band, ärgerlich für den Veranstalter, denn eine Kaffeemaschine im Pub, war wohl der Verursacher.
Dies allerdings interessierte das Publikum herzlich wenig, welches mit rhythmischem Klatschen den Techik-Ausfall überbrückte und der Band somit ein ganz großes Lob erbrachte. Nicht jedes Publikum steht so hinter den Bands. Besonders dem Drummer gefiel der “neue Sound”, der dies auch sofort kommentierte. Das war schon alles interessant mit anzusehen.
Nachdem die deutsch-irische Verständigung an diesem Abend so vorzüglich funktionierte, wurde sie auch gleich weiterhin auf die Probe gestellt. Während der trad. uralt-Nummer “Wild Rover”, stellte Paul, der Sänger provozierend die Frage: “Weiß irgendeiner, wie der Text von diesem Lied weiter geht?!”
Witzigerweise antworten die Besucher auf dem rappelvollen Platz, einheitlich mit der deutschen Version: “An der Nordseeküste…” und brachten der Band somit ein ganz eigenes Ständchen.
Als “Dankeschön ” für die deutsch-irische Völkerverständigung” antwortete die Band mit einer eigenen Version vom Ballermann-Gassenhauer “Country Roads”, bei dem sich Paul und Jimmy, der Bassist – und das Publikum spontan mit den Gesangseinlagen abwechselten. An dieser Stelle gab es eigentlich niemanden, der nicht auf Seiten der Band war und laut Zugaben forderte.
Diese wurden mit großem Spaß von der Band ( über eine Stunde!!) erfüllt.
Tradidionelle, irische Stücke jagten eigene Stücke, alles in der ganz eigenen Krusty Moors Art…
County Down, City of Chicago, Married, King of the Faeries, Rich at Heart…
Hier zeigt sich wieder der eigentliche Hintergrund des Irish Folks, der von den Krusty Moors in eindrucksvoller Weise zelebriert wurde und vom ersten Song an ins Bein des Zuhörers fuhr – eine grenzenlose Spielfreude, der Draht zum Publikum, Spontanität und Einfallsreichtum in seiner ganzen Bandbreite. Selbst für ein spontanes Geburtstagsständchen war noch Platz – natürlich auf “Krusty Moors Art”.
Eigentlich war die Band nur durch Veranstalter und seiner Uhr zu bremsen. Um ca. 0.00 Uhr (man weiß es einfach nicht mehr so genau…) beendeten die Krusty´s ihren musikalischen Ausflug nach NRW, nach, sage und schreibe, ca. 3,5 Stunden Irish Folk Party vom Feinsten.
Wir haben die Band bei dem Irish Night Special im Juli auf Hof Holz gesehen und hätten nicht gedacht, dass es noch eine Steigerung gibt. Seit heute wissen wir….bei den Krusty Moors muss man auf alles gefasst sein. Unser Urteil: beide Daumen hoch!
Mireille & MuirdÃn
- The Wizard of Words -
www.muirdin.de
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